Kommt der neue Bischof aus dem Jura?
Von Michael Meier. Aktualisiert am 14.10.2010 1 Kommentar
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Seit der Demission von Bischof Kurt Koch leitet Denis Theurillat das Bistum Basel als dessen Stellvertreter. Er war bereits zehn Jahre Weihbischof an Kochs Seite. Doch hat Theurillat wenig Spuren hinterlassen, man weiss nicht viel über ihn: Der Jurassier, 1950 in Epauvilliers geboren, machte seine Karriere ausschliesslich in der Schweiz: Studium in Fribourg, Pfarrer in Juragemeinden, Bischofsvikar für den französischsprachigen Teil des Bistums Basel. Am 22. Juni 2000 weihte ihn Kurt Koch zum Bischof.
Der Mann mit französischer Muttersprache soll nun das grösste Bistum der Schweiz mit zehn Kantonen und über einer Million Katholiken leiten. Informelle Quellen im Vatikan und in der Kirche Schweiz wollen übereinstimmend wissen, dass das Basler Domkapitel am 8. September in geheimer Wahl Denis Theurillat zum Bischof gewählt hat. Der angebliche Mitfavorit, Bischofsvikar Arno Stadelmann, soll das Amt wegen der gesundheitlichen Belastung abgelehnt haben. Nach dem Informativprozess durch den Nuntius in Bern liege die Akte Theurillat nun auf dem Tisch von Kardinal Marc Ouellet, dem neuen Präfekten der Bischofskongregation. Dann soll Papst Benedikt Theurillat als Bischof bestätigen.
Mehr Seelsorger als Gelehrter
Das Basler Domkapitel ist mit seiner mutmasslichen Wahl den Weg des geringsten Widerstands gegangen: Der Jurassier ist bereits Bischof, also in der Kirche Schweiz und in Rom eingeführt. Und mit 60 Jahren ist er nicht zu jung und wird höchstens 15 Jahre Bischof von Basel bleiben. Theurillat dürfte auch kaum für Überraschungen sorgen wie seine beiden Vorgänger: Hansjörg Vogel wurde – erst ein Jahr Bischof – Vater. Und der als liberaler Hoffnungsträger gewählte Theologe Kurt Koch entpuppte sich im Amt als überaus romtreuer Hirte, weshalb ihn Papst Benedikt zu seinem Ökumeneminister ernannt hat.
Theurillat gilt als Mann der Mitte, umgänglich, lustig, diplomatisch; einer, der kein Geschirr zerschlägt und bei der Jugend beliebt ist. Wer ihn googelt, findet fast ausschliesslich unspektakuläre Nachrichten aus seiner zehnjährigen Tätigkeit als Schweizer Jugendbischof. Er ist mehr Seelsorger als Gelehrter und im Unterschied zu seinem Vorgänger kein intellektuelles Schwergewicht: Stellungnahmen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen finden sich nur wenige.
Ein einziges Mal kam er in die Schlagzeilen, bei seiner Wahl zum Weihbischof im Jahr 2000: Gemäss dem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl von 1828 wäre es Bischof Koch zugestanden, seinen zweiten Weihbischof zu ernennen. Dann aber beanspruchte Rom das Ernennungsrecht und entschied sich für Theurillat – den Wunschkandidaten Kochs. (Der Bund)
Erstellt: 14.10.2010, 08:49 Uhr
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1 Kommentar
Ich kenne Herr Theurillat von der Jugendarbeit her, wo er sich als Realist und Brückenbauer zwischen der jungen und älteren Generation gezeigt hat. Zudem ist mir Theurillat unkonventionell und spontan in Erinnerung geblieben. Wenn er tatsächlich gewählt worden ist, wäre er ein Gewinn für das Bistum Basel. Antworten
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