Bern

Kommentar: Waldstadt-Promotoren versuchen den Spagat

Von Matthias Raaflaub. Aktualisiert am 22.06.2011 5 Kommentare

Ob man für oder gegen die Waldstadt ist, ist eine Frage der Perspektive, schreibt der «Bund» im Kommentar.

So könnten die Wohnungen in der Waldstadt aussehen. (zvg)

So könnten die Wohnungen in der Waldstadt aussehen. (zvg)

Eine Überraschung ist es nicht. Die von den Unterstützern der Waldstadt verfasste Machbarkeitsstudie hat mit ihrem Titel nicht gebrochen und verteidigt das Millionenprojekt zur Stadterweiterung. Argumentiert wird mit dem überregionalen und gar nationalen Interesse an der Überbauung. Die Waldstadt sei «ein Projekt für die Hauptstadtregion und die Agglomeration, nicht in erster Linie für die Stadt», sagte Raumplaner Pierre-Alain Rumley klipp und klar. Aus raumplanerischer Sicht wird mit der Waldstadt zentrumsnah gebaut. Das verhindere die Zersiedelung der Agglomeration.

Ob man für oder gegen die Waldstadt ist, ist eine Frage der Perspektive. In der Stadt Bern und gerade in der Länggasse ist der Widerstand gross, weil es dem Wald am Stadtrand an den Kragen gehen soll. Erstaunlich dabei: Opposition gibt es aus den Reihen der SP und der Grünen – gleichzeitig kommen die Promotoren aus demselben Lager. Für die Waldstadt engagieren sich aber nicht Stadt-, sondern Nationalräte. Es ist klar: Die verschiedenen Massstäbe entzweien die Parteien. Es geht darum, ob man für das häufig geforderte grossräumige Denken vor der Haustüre Opfer bringt.

Allerdings hat die von den Autoren der Studie proklamierte Vogelperspektive weiterhin einen Haken. Weil die Promotoren mit der Bebauung von Waldboden an einem Tabu rütteln, versuchen sie den Spagat: Sie verkaufen die Waldstadt als nationale Ausnahme. Gleichzeitig soll diese aber auch ein Vorzeigeprojekt der Stadtentwicklung werden, damit das Bundesgericht zum ersten Mal überhaupt eine so grosse Ausnahme machen könnte. Höchste Ansprüche werden darum schon heute an die Überbauung gestellt. Solch ein Beispiel würde in anderen Städten aber logischerweise Nachahmer finden. Auch sie würden, wo sie könnten, Wald zu überbauen beginnen. Das Argument, es gehe bei der Waldstadt zwar um überregionale Raumplanung, aber auf die Bundesstadt beschränkt, geht nicht auf. (Der Bund)

Erstellt: 22.06.2011, 07:03 Uhr

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5 Kommentare

Üelu Schlüchter

22.06.2011, 07:54 Uhr
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Ich frage mal theoretisch: Welche Versicherung deckt diese Bauten bei einem Lothar ähnlichen Sturm? Die Möglichkeit, dass bei einem solchen Ereignis die Bauten Schaden nehmen ist sehr hoch. Wer kommt für die Schäden auf , die bei einem Waldbrand enstehen. In den Bauten dürfte auch kein Holz verfeuert werden, wegen Waldbrandgefahr. Ach ja, draussen grillen mit Kohle oder Holz wäre auch verboten. Antworten


Tobias E. Muff

22.06.2011, 12:36 Uhr
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Der Wald würde TOTAL gerodet, die Fotomontage ist Lug und Trug. Das Projekt bedient nur profilierungssüchtige Architekten und PolitikerInneN. Beendet diesen Schwindel mit Schrecken, statt weiter öffentliche Gelder für solche Frevelideen zu verschleudern. Antworten



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