Kommentar: Strukturen der Berner Polizei überprüfen
Von Anita Bachmann. Aktualisiert am 24.08.2011 1 Kommentar
Artikel zum Thema
Es ist begrüssenswert, dass der Polizeieinsatz im Fall Peter Hans Kneubühl so detailliert untersucht worden ist. Selten gab es so tiefe Einblicke in die Polizeiarbeit. Einige Missverständnisse und Pannen muteten fast komisch an, wäre die Angelegenheit nicht derart ernst. Denn als sich die Polizei anlässlich einer Zwangsversteigerung Zugang zu einem Haus am Mon-Désir-Weg in Biel verschaffen wollte, schoss der Bewohner einem Beamten in den Kopf. Ein Glück, dass er, zumindest Teilzeit, wieder als Polizist arbeiten kann.
Die vielen Fehler, von denen im Bericht die Rede ist, stimmen nachdenklich. Es wäre aber falsch, im Nachhinein und mit dem heutigen Kenntnisstand beurteilen zu wollen, wie es die Polizei hätte besser machen müssen. Sicher waren wegen anderer Grosseinsätze bereits viele Polizeikräfte gebunden. Und zweifellos war Kneubühl ein Sonderfall – glaubte er doch offensichtlich, die Polizei sei das Erschiessungskommando für seine Hinrichtung.
Es genügt aber nicht, wenn die Polizei erklärt, sie habe aus dem Fall gelernt – und zur Tagesordnung übergeht. Vielmehr müsste sie sich weitere unangenehme Fragen stellen. Weshalb war es nicht klar, wer die operative Führung innehat? Wie ist es möglich, einen Polizisten schachmatt zu setzen, nur weil sein Funkgerät versagt?
Die Kantonspolizei ist durch die Fusion mit den Korps der grossen Städte zu einem Apparat mit über 2500 Mitarbeitern geworden. Gut möglich, dass die Arbeit im Team zwischen altgedienten Beamten und wenig erfahrenen jungen Polizisten noch nicht optimal spielt. Es ist sicher richtig, wenn Kommandant Stefan Blättler kein Köpferollen veranstalten will. Dennoch muss nach diesem aussergewöhnlichen Einsatz überprüft werden, ob alle Positionen personell richtig besetzt sind und ob die Strukturen stimmen. Denn nicht jedes Personalproblem lässt sich bequem durch eine Pensionierung lösen. Und trotz mangelndem Nachwuchs darf die Polizei auf keinen Fall Abstriche bei den Anforderungen an künftige Mitarbeiter machen. (Der Bund)
Erstellt: 24.08.2011, 06:45 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
1 Kommentar
Der Kommentarschreiben vergreift sich in Belanglosigkeiten. Vielmehr müsste nach einem solchen Einsatz die Frage sein: Was hätte die Polizei gemacht bei einer Geiselnahme? Wie hätte die Polizei reagiert bei einer Flugzeugentführung? Wer bildet die Sondereinheit aus? Ähnliche Fehler hatten wir vor 10 Jahren in Bümpliz als ein Mann mit Messer auf dem Balkon von der Polizei getötet wurde, etc. Antworten
Bern
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten




