Bern

Kommentar: Streit um des Kaisers Bart

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 13.01.2011 2 Kommentare

Das Jahr 2012 wird für die Stadtberner Finanzen zum Schicksalsjahr. Mit dem Abbau der alten Bilanzfehlbeträge fällt auch das Gebot des Kantons weg, eine Neuverschuldung zu vermeiden.

Stichworte

Zudem versiegen die Gewinnablieferungen von Energie Wasser Bern (EWB), und der Finanzplan rechnet mit jährlichen Defiziten in der Höhe von 20 bis 30 Millionen Franken. Angesichts dieser düsteren Aussichten haben Grünliberale und FDP zwei Vorstösse zur Einführung einer Schuldenbremse eingereicht. Der Gemeinderat lehnt diese ab und will stattdessen mit einem «Aufgabendialog» die drohenden Defizite vermeiden.

Der Gemeinderat weist unter anderem darauf hin, dass die Gemeinden bereits heute strenge kantonale Vorschriften zur Haushaltführung einzuhalten hätten. Diese schreiben vor, dass Defizite innerhalb von acht Jahren wieder abgebaut werden müssen. Gemäss der parlamentarischen Initiative der Grünliberalen müssen neue Defizite innerhalb von vier Jahren abgetragen werden. Auch die Vorschrift betreffend einen Selbstfinanzierungsgrad der Investitionen von 100 Prozent ist relativ. Gemäss Initiativtext kann eine Dreifünftelmehrheit des Stadtrates gar gänzlich auf eine diesbezügliche Kompensation verzichten. So betrachtet, präsentiert sich der Konflikt als ein Streit um des Kaisers Bart.

Der Gemeinderat hat die Finanzlage zurzeit noch im Griff. Ob dies auch nach dem Schicksalsjahr 2012 der Fall sein wird, hängt vom genannten «Aufgabendialog» ab. Die Stadtregierung ist gut beraten, dabei auch schmerzliche Einschnitte nicht zu scheuen. Sonst wird eine Volksinitiative zur Einführung einer Schuldenbremse zu einem Hit. Denn 2012 ist für Bern nicht nur ein finanzielles Schicksalsjahr, sondern auch ein Wahljahr. (Der Bund)

Erstellt: 13.01.2011, 06:55 Uhr

2

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

2 Kommentare

Nicole Meier

13.01.2011, 07:47 Uhr
Melden

Eine Schuldenbremse wollen sie nicht. Warum wohl? Es ist doch viel einfacher immer wieder Steuern zu erhöhen oder neue zu schaffen. Die Schuldenbremse kann sehr gut sein, denn Stadt, Kanton und Bund müssen endlich lernen Haushälterisch mit dem ihnen anvertrauten Geld um zu gehen. Antworten


Peter Künzler

13.01.2011, 09:51 Uhr
Melden

Sehr geehrte Frau Meier. Die Stadt Bern hat in den letzten 20 Jahren die Steuern nicht erhöht. Eine Schuldenbremse existiert zudem schon längere Zeit: sie stammt vom Kanton und verbietet, dass die Stadt sich auf Dauer im laufenden Budget verschuldet. Zur Diskussion steht lediglich eine zusätzliche Investitionsbremse. Und diese halten wir für politisch falsch und wirtschaftsfeindlich. Antworten



Bern

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.