Bern

Kommentar: Rücktritt ist nur ein erster Schritt

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 08.07.2010 1 Kommentar

Rudolf Lanzrein hat offenbar ein reines Gewissen. Der 60-jährige Direktor der Berner Stadtbauten (Stabe) bat den Verwaltungsrat um seinen Rücktritt, weil er dem «Kesseltreiben» gegen ihn ein Ende setzen wollte.

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Zudem möchte Lanzrein den Stadtbauten eine «unbelastete Zukunft» ermöglichen. Der Verwaltungsrat kommt dem Ersuchen des geplagten Managers nach und lässt ihn per Ende Jahr gehen. Die Ergebnisse der Untersuchung über die Mehrkosten des Bärenparks «wären kein Grund, Rudolf Lanzrein als Direktor zu entlassen», sagt Stabe-Präsident Peter Gurtner. Das ist eine dreiste Auslegung des Untersuchungsberichtes von Alt-Oberrichter Ueli Hofer.

Rudolf Lanzrein trägt sicher nicht die alleinige Verantwortung für die Mehrkosten in der Höhe von zehn Millionen Franken. Genauso wenig trägt der Immobilienverwalter die alleinige Verantwortung für den Umstand, dass er als Direktor eines Unternehmens fungiert, das sich auch mit Bauprojektmanagement und letztlich mit städtebaulichen Fragen befasst. Niemand kann als Liegenschaftsverwalter und Stadtbaumeister zugleich agieren – in dieser Funktion war Lanzrein heillos überfordert. Die Erkenntnis, dass die Stadtbauten (Stabe) eine Fehlkonstruktion sind, gehört mittlerweile aber zum Gemeingut. Stadt- und Gemeinderat wollen das stadteigene Unternehmen in die Verwaltung zurückführen.

Lanzrein wollte es sich aber nicht eingestehen, dass er mit grossen Bauprojekten überfordert war. So lehnte er die Einsetzung einer externen Projektleitung für den Bärenpark mit dem Hinweis ab, dass diese Aufgabe «zur Kernkompetenz» von Stabe gehöre. Die von ihm gepflegte Kommunikation war nachgerade unbeholfen. Mit Lanzreins Abgang ist aber noch nichts gewonnen. Es ist nun die Pflicht der Politik, möglichst rasch ein zukunftsträchtiges Modell zur Verwaltung der öffentlichen Gebäude in der Stadt Bern und zum Projektmanagement öffentlicher Bauten vorzulegen. (Der Bund)

Erstellt: 08.07.2010, 07:30 Uhr

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1 Kommentar

Armin Müller

08.07.2010, 08:17 Uhr
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Ja, so einfach geht das bei öffentlichen Aufträgen! Am Anfang unsaubere Projektierung und Auftragsvergabe, dann böses Erwachen über gewaltige Mehrkosten, dann "Schwarzpeterspielchen" unter den Verantwortlichen und dann ganz einfach in Pension gehen können. Die Steuerzahler freut's dass sie sich mit Millionenbeträgen an den Mehrkosten beteiligen dürfen. Ganz einfach Inkopetenz und Fahrlässigkeit Antworten



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