Kommentar: Ideale Grundlage für Rot-Grün
Von Reto Wissmann. Aktualisiert am 27.10.2010 2 Kommentare
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Die Botschaft war klar: Wir stehen alle hinter Ursula Wyss. Sie soll die rot-grüne Erfolgsgeschichte weiterschreiben.
Diese Einigkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Die Grünen als Juniorpartner mussten dafür Opfer bringen. Mit Alec von Graffenried hätten sie einen eigenen Kandidaten mit Aussicht auf Erfolg ins Rennen schicken können. Doch das Bündnis hielt dieser Versuchung stand, die Grünen lassen der SP den Vortritt. Damit bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der zweite Berner Ständeratssitz in der Hand der SP bleibt. Der Erfolg bei den letzten beiden Regierungsratswahlen hat gezeigt, dass Rot-Grün im bürgerlichen Kanton Bern in der Lage ist, Mehrheiten zu gewinnen – vorausgesetzt, die beiden Parteien treten geschlossen auf.
Und vorausgesetzt, FDP und SVP machen sich gegenseitig das Leben schwer. Diesbezüglich brauchen sich die Linken aber keine Sorgen zu machen. Mit Christa Markwalder und Adrian Amstutz präsentieren die Bürgerlichen zwei Kandidierende, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Rechtsaussen-Nationalrat Amstutz ist für die FDP-Wählerschaft ebenso eine Provokation wie EU-Befürworterin Markwalder für die SVP-Anhänger. Von Einigkeit kann keine Rede sein.
Für Rot-Grün sind die Voraussetzungen bei den Ständeratsersatzwahlen vom 13. Februar somit ideal. Es bleibt aber die Frage, ob sie mit Ursula Wyss auf die richtige Kandidatin setzen. Die 37-jährige Fraktionschefin ist zwar im ganzen Kanton sehr bekannt, wird aber vor allem als stramme Parteisoldatin wahrgenommen. Zwar tat ihre Partei bereits gestern alles, um Wyss in der Mitte zu positionieren. Dennoch ist fraglich, ob sie ihr Image in den nächsten gut drei Monaten wird korrigieren können. Gelingt ihr dies nicht, könnte es Rot-Grün plötzlich noch bereuen, nicht auf Alec von Graffenried gesetzt zu haben. Im Gegensatz zu Wyss verfügt er bereits über ein klares Mitte-links-Profil. (Der Bund)
Erstellt: 27.10.2010, 09:26 Uhr
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2 Kommentare
Wenn Wyss Kandidatin bleibt (davon ist auszugehen), wird die SP den Sitz verlieren. Die Stimmen der Stadt Bern reichen nicht aus, wenn es um eine kantonale Wahl geht. Wyss polarisiert, ist keine Frau des Ausgleichs. Meines Erachtens sollten im Ständerat aber breit akzeptierte Persönlichkeiten sitzen. Antworten
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