Bern

Kommentar: Grosser Rat setzt positives Zeichen für Tourismus

Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 01.02.2011 1 Kommentar

Mathias Tromp (BDP) ist ein unerwarteter Coup gelungen. Seine Motion für die Einführung von Tourismuszonen mit erweiterten Ladenöffnungszeiten hat im Kantonsparlament eine Mehrheit gefunden.

Bald schon am Sonntag geöffnet? Die Läden in der Berner Altstadt. (Valérie Chételat)

Bald schon am Sonntag geöffnet? Die Läden in der Berner Altstadt. (Valérie Chételat)

Dies obwohl die Regierung den Vorstoss zur Ablehnung empfohlen hatte. Nun muss sie dem Parlament eine Gesetzesänderung vorlegen, die offene Läden in «echten Tourismuszonen» am Sonntag zulässt.

Der Vorstoss trägt die Handschrift des ehemaligen Präsidenten von Bern Tourismus. In dieser Eigenschaft hatte sich Tromp jahrelang die Klage von Berner Hoteliers anhören müssen, wonach viele Betten leer blieben, sobald Parlamentarier und Geschäftsleute am Freitag die Bundesstadt verliessen. Der Wochenendtourismus entwickle sich nur verhalten, solange sich die Gäste an Sonntagen die Nasen an geschlossenen Uhren- oder Souvenirläden platt drücken müssten.

Eines ist klar: Der Sonntag als Ruhetag ist eine wunderbare Einrichtung, zu der Sorge getragen werden muss. Schrankenloses Shopping rund um die Uhr ist nicht erstrebenswert. Das hat auch Grossrat Erich Hess (SVP) eingesehen, weshalb er seinen chancenlosen Vorstoss für Ladenöffnungszeiten bis Mitternacht zurückgezogen hat. Die Motion Tromp hingegen will lediglich die Möglichkeit schaffen, dass Läden in einer touristisch attraktiven Zone, etwa der Berner Altstadt, am Sonntag Kunden empfangen dürfen.

Gewerkschaften laufen Sturm, wenn solche Liberalisierungsschritte erwogen werden – so auch gestern. Doch auch sie sollten die veränderten Lebens- und Einkaufsgewohnheiten nicht negieren. Der Run auf Geschäfte im Berner Hauptbahnhof spricht für sich, ebenso die Einkäufe in Autobahnraststätten.

Wenn Gewerkschaften Jobs im Detailhandel verhindern und verteufeln, hat das etwas Bevormundendes. Tromps Ansinnen enthält juristische Knacknüsse, die erst noch gelöst werden müssen. Sollte Sonntagsshopping in der Berner Altstadt dereinst tatsächlich möglich werden, wäre das zum Vorteil Berns, das in Konkurrenz zu anderen Destinationen steht. (Der Bund)

Erstellt: 01.02.2011, 07:03 Uhr

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1 Kommentar

Stefan Aebischer

31.01.2011, 18:20 Uhr
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Grossartig! Endlich etwas sinnvolles für die Berner Tourismusindustrie! Antworten



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