Bern

Kommentar: Ein zweites Bettwil wäre beschämend

Von Anita Bachmann. Aktualisiert am 10.12.2011 1 Kommentar

Die Unterbringung von Asylsuchenden in Armeeunterkünften ist schwierig, die betreffenden Gemeinden bevölkerungsschwach und abgelegen. Ängste und Fremdenfeindlichkeit finden in der ersten Aufregung um ein Asylheim nahrhaften Boden.

Die Idee von Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP), mehr Asylsuchende in der Obhut des Bundes zu behalten, ist verlockend. Die Umsetzung in bundeseigenen Armeeunterkünften erweist sich aber bisher als schwierig: Die Anlagen sind abgelegen, liegen in bevölkerungsschwachen Gemeinden und sollen nur für sechs Monate mit Männern aus dem Maghreb im Dublinverfahren belegt werden. In einem halben Jahr schuf der Bund in der ganzen Schweiz einzig 50 Plätze auf dem Jaunpass. Ein weiteres Bundeszentrum soll in Bettwil (AG) und wohl auch bald auf dem Tschorren in der Gemeinde Hasliberg eröffnet werden.

Nach der Schliessung des Minimalzentrums Casa Alpina auf dem Brünigpass wollten die Berner Behörden davon abkommen, Asylsuchende möglichst abgelegen unterzubringen. Bei der Anlage Tschorren ist nun nicht einmal eine schneegeräumte Zufahrt gesichert. Die Entwicklung im Asylwesen erfordert zudem manchmal, dass ein Asylheim länger als sechs Monate offenbleibt. Dass die Militärunterkunft auf dem Jaunpass später wieder als Asylheim benutzt wird, ist unwahrscheinlich. Aufwand und Aufregung für eine einmalige Nutzung sind aber zu gross. Ängste und Fremdenfeindlichkeit finden in der ersten Aufregung um ein Asylheim nahrhaften Boden. Auf der anderen Seite sorgten Asylbewerber in letzter Zeit für negative Schlagzeilen. Im Asylzentrum Lyss wurde deshalb die Securitas engagiert.

Vor zwei Jahren öffneten bernische Gemeinden während einer Notlage im Asylwesen ihre Zivilschutzanlagen. Die Anlage in Uetendorf wurde nach einer 14-monatigen Betriebszeit auf Stand-by gehalten, die Gemeinde Krauchthal unterschrieb einen Grundbereitschaftsvertrag. Pragmatisch nehmen die Gemeinden die neuerliche Inbetriebnahme aufgrund von steigenden Asylzahlen nun an die Hand. Auch andere Unterkünfte in Biel, Muri und Köniz sind bereits ohne Nebengeräusche in Betrieb gegangen.

Bleibt zu hoffen, dass Behörden und Bürger bei einer Inbetriebnahme des Bundeszentrums Tschorren trotzdem besonnen bleiben. Ein Eklat wie in Bettwil (AG), wo das Volk den Aufstand probt, wäre beschämend. (Der Bund)

Erstellt: 10.12.2011, 11:54 Uhr

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1 Kommentar

danier reber

12.12.2011, 08:49 Uhr
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was ist beschämend wenn das volk sich wehrt? Es geht ihnen immer noch gut denn früher wurden den Fremden welche sich nicht anpassen wohl etwas abgehauen. Nebengeräusche können sie auf jeder Polizei statistik nachschauen. Oder haben wir alle scheuklappen auf? Antworten



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