Bern

Kommentar: Der Bärenpark hat es in sich

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 12.08.2010 18 Kommentare

Der Berner Bärenpark wird im ersten Betriebsjahr über zwei Millionen Besucher anziehen. Niemand konnte mit einem derartigen Ansturm auf das neue Berner Wahrzeichen rechnen.

Trotz dieses Erfolges gerät er aber nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Waren es zuerst die unerwarteten Mehrkosten, so sind es heute Sicherheitsfragen, die für Diskussionen sorgen. Der Bärenpark hat es in sich. In dessen Sicherheitsbereich werden auch akute Fragen unserer Gesellschaft manifest.

Als die Experten der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) die Anlage vor ihrer Eröffnung abnahmen, sahen sie bei den Aare-Treppen keine spezielle Gefahr. Auf das Anbringen eines Geländers wurde daher verzichtet. Seit dem Anbruch der wärmeren Jahreszeit sind auf den Stufen jedoch Szenen einer ungeahnten Sorglosigkeit zu beobachten. Die Leute baden ihre Füsse im schnell dahinfliessenden Wasser, sind auf der letzten Stufe über der Wasseroberfläche in ihre Lektüre vertieft, benutzen die Treppen als Picknickplatz und lassen ihre Kinder springen. Nachdem am Montag ein 11-jähriges Mädchen in die Fluten gefallen ist und nur mit viel Glück hat gerettet werden können, ist es damit aber vorbei. Mit Geländern, Zäunen und Warntafeln sollen die Besucher auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. Wo die Eigenverantwortung versagt, muss der Staat einspringen.

Im konkreten Fall sind Sicherheitsmassnahmen sicher angebracht. Sperren und Warntafeln können die Leute aber zum Übertreten animieren oder kontraproduktiv wirken und ihnen das Gefühl vermitteln, dass im Ernstfall für alles gesorgt ist. Die Stadt wiederum muss «mit einer gewissen Ohnmacht» zur Kenntnis nehmen, dass die Eigenverantwortung an einem kleinen Ort ist, wie Gemeinderat Reto Nause sagt. Jedes Unglück beim Bärenpark ist eines zu viel. Aber letztlich ist es der einzelne Besucher, der entscheidet, in welche Gefahr er sich begibt. (Der Bund)

Erstellt: 12.08.2010, 07:26 Uhr

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18 Kommentare

Andreas Stucki

12.08.2010, 10:11 Uhr
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Eine absolut unverhältnissmässige Reaktion! In Bern wird alles eingezäunt und abgesperrt. Als würde das die Welt sicherer machen... Antworten


Walter E. Strahm

12.08.2010, 08:29 Uhr
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Eigenverantwortung, Verantwortung? Politiker, Wirtschaftsführer, Manager, Vorarbeiter, Mitarbeiter von oben nach unten oder umgekehrt, Schüler, Lehrer, Professoren. Weder noch. Wir alle müssen Verantwortung tragen und eigenverantwortlich sein. Vergessen wird in diesem Zusammenhang oft, dass Verantwortung nicht nur kurzfristig im Moment sondern vor allem langfristig demonstriert werden muss. Antworten



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