Kommentar: Das Rennen ist offen
Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 14.02.2011 3 Kommentare
Stichworte
Wer am Ende gewinnen wird, lässt sich aus dem gestrigen Resultat auch noch nicht lesen, der erste Wahlgang aber hat durchaus zu Klärungen geführt.
Zuerst: SVP-Kandidat Adrian Amstutz hat ein sehr gutes Resultat hingelegt – er mag profitiert davon haben, dass die Schützen in Scharen zur Urne gegangen sind, um die Waffen-Initiative zu bodigen, doch dies allein erklärt nicht, dass er mit fast 39 Prozent weit übers SVP-Elektorat hinaus gepunktet hat.
Zweitens: Auch die SP-Kandidatin Ursula Wyss kann mit der ersten Runde zufrieden sein, auch sie hat mit ihren 33,6 Prozent einige Stimmen über die enge rot-grüne Wählerschaft hinaus geholt.
Enttäuscht aber hat Christa Markwalder. Die Liberale ist weit hinter Amstutz und Wyss und unter 20 Prozent Stimmenanteil geblieben, sie hat das Wählerpotenzial der sie unterstützenden FDP und BDP nicht ausgeschöpft. Die FDP will zwar erst heute über einen Rückzug entscheiden: Markwalders Abschneiden aber bietet kein Argument, im Rennen zu bleiben. Zurückziehen wird sich zudem, so ist zu erwarten, der EVP-Mann Marc Jost.
Kommt es also zum Duell Amstutz gegen Wyss, so muss die SP-Kandidatin trotz Rückstand im ersten Wahlgang aber nicht die schlechteren Karten haben, denn der sowohl mobilisierende wie polarisierende Amstutz hat möglicherweise sein Potenzial schon ziemlich ausgeschöpft.
Klar ist: Am 6. März wird entscheidend sein, wer besser mobilisieren kann, denn die Stimmbeteiligung wird (ohne Abstimmungsthemen wie AKW und Waffen) massiv tiefer sein.
Und: Vor zwei schnellen Schlüssen sollte man sich hüten. Zieht sich Markwalder zurück, so fallen ihre Stimmen nicht einfach dem andern bürgerlichen Kandidaten zu, wie die Wirtschaftsverbände rechnen. Denn für viele Leute in der Mitte – urban-liberale Markwalder-Wähler oder SVP-geschädigte BDPler – ist der Hardliner Amstutz kaum wählbar. Die Frage aber ist, ob Wyss diese Mitte-Wähler abholen kann.
Umgekehrt sollte sich Wyss in ihrer Rechnung nicht einfach die 27 000 Jost-Stimmen aufaddieren. Denn viele EVP-Wähler sind wertkonservativ und wählen nicht leichthin eine SP-Frau.
Die Wahl wird in der Mitte entschieden. Und das Rennen ist offen. (Der Bund)
Erstellt: 14.02.2011, 06:42 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
3 Kommentare
Die Schweiz im Rückwärtsgang. Fast alle Wahlen und Abstimmungen zeigen - vor allem bei der Landbevölkerung - in eine konservative und rückwärts denkende Richtung. Wir sind zu Angsthasen verkommen. Da kommt ein Sonnyboy aus Sigriswil mit seinen Heilsversprechungen gerade recht. Die ganzen illegalen Werbeplakate auf dem Land mit immer nur dem gleichen scheinheiligen Lächeln haben anscheinend Wirkung Antworten
Warum bloss lernt die SP nichts? Ich mag Amstutz auch nicht, aber bei ihm von "rechtsradikalen Positionen" zu sprechen, ist einfach nur dumm und billig. Ich mag aber auch Wyss nicht, werde aber nun ihr die Stimme geben. Mich ärgert aber, dass sich nun ein Herr Näf dazu berufen fühlt, mir zu sagen, was ich stimmen muss. Die SP sollte endlich lernen, den Bürger als mündig genug anzusehen! Antworten
Bern
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten




