Bern

Kirschbäume in Bolligen sollen gefällt werden

Von Sebastian Meier. Aktualisiert am 21.04.2012

Fünf Kirschbäume am Feltscherweg am östlichen Siedlungsrand von Bolligen kommen unters Beil. Wer das Absterben der Bäume beschleunigt hat, bleibt weiterhin offen.

Die Bäume am Feltscherweg blühten heuer wohl zum letzten Mal.

Die Bäume am Feltscherweg blühten heuer wohl zum letzten Mal.
Bild: Valérie Chételat

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«Die Bäume fahren im Frühling aus der Haut», soll Wilhelm Busch einst gesagt haben. Fünf Kirschbäume am Feltscherweg am östlichen Siedlungsrand von Bolligen dürften dies allerdings zum letzten Mal tun. Nach einem gestern publizierten Baugesuch soll die kommunal geschützte Baumreihe noch vor der nächsten Ernte gefällt und ersetzt werden. Die Bäume seien zum Teil abgestorben, wirtschaftlich unrentabel und eine Gefahr für die mitten in den Bäumen platzierte Mobilfunkantenne, lässt sich der Baupublikation entnehmen.

Schon seit 15 Jahren seien die Kirschbäume in seiner Familie ein Reizthema, sagt Beat Bergmann, Gesuchsteller und Besitzer der Parzelle. Bereits sein Vater habe die Rodung beantragt, die Bedingungen der Gemeinde dann aber nicht akzeptiert. Vor einigen Jahren habe ein Unbekannter gar Rinde von den Bäumen entfernt, um deren Absterben zu beschleunigen. Ein Vorfall, mit dem er freilich nichts zu tun habe, betont Bergmann. Die Bäume hätten heute schlicht ihre Lebensdauer überschritten. Die grosse Ernte sei noch nie angefallen und der Erhalt abgestorbener Bäume demnach – zumindest wirtschaftlich – nicht mehr zu rechtfertigen. Folglich führe kein Weg an der Rodung vorbei.

Einsprachefrist angelaufen

Laut Bolligens Bauverwalter Christoph Abbühl ist das Gesuch vom kommunalen Ausschuss Natur und Landschaft gutgeheissen und vom Statthalter geprüft worden – und somit «formell auf gutem Weg». Bevor Bergmann aber zur Säge greifen darf, gelte es die öffentliche Auflage abzuwarten, die noch bis am 21. Mai läuft. Ob es Einsprachen geben wird, sei schwer abzuschätzen, sagt Abbühl. Er verweist aber auf ein anderes Fällungsgesuch – eine Eiche an der Eisengasse – das wegen einer Kollektiveinsprache nach wie vor auf dem Schreibtisch des Statthalters liegt.

Sollte bei den Kirschbäumen alles rund laufen, wäre Bergmann dazu verpflichtet, für «ökologisch gleichwertigen Ersatz» an gleicher Stelle zu sorgen. Ob dies erneut Kirschbäume oder andere Obstbäume sein werden, sei noch nicht entschieden, sagt Bergmann. (Der Bund)

Erstellt: 21.04.2012, 12:14 Uhr

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