Keine Brieffreundschaft im Fall von Pfarrer Urwyler
Von Renate Bühler. Aktualisiert am 23.08.2011 2 Kommentare
In einem offenen Brief forderte am Sonntag die Kirchenkreiskommission Köniz den Kirchgemeinderat und namentlich dessen Präsidentin Gertrud Rothen auf, das Amtsenthebungsverfahren gegen den Könizer Pfarrer André Urwyler einzustellen. «Wir erwarten von Ihnen, dass Sie den Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung des Kirchenkreises ernst nehmen und respektieren», steht im Brief, der von sämtlichen Kommissionsmitgliedern unterzeichnet wurde. Nur so bestehe die Chance, dass sich im Kirchenkreis Köniz die Verhältnisse längerfristig normalisierten. «Keiner der uns kommunizierten Gründe rechtfertigt ein Amtsenthebungsverfahren», schreiben die Kommissionsleute. Vielmehr handle es sich «um persönliche Differenzen, zu deren Lösung auch Sie Hand bieten müssen».
Zur Erinnerung: Der polarisierende Gottesmann ist nach wie vor suspendiert – so hat es das Berner Verwaltungsgericht entschieden. Erst im Herbst oder Winter wird die kantonale Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion voraussichtlich über das vom Könizer Kirchgemeinderat angestrengte Abberufungsverfahren befinden. Die Kirchenkreiskommission Köniz – eine von sieben Kommissionen in der grossen Kirchgemeinde – wurde im Januar dieses Jahres eingesetzt, nachdem der Kreis zwei Jahre lang von einem Verwalter geleitet worden war. Der Kirchgemeinderat war nicht besonders angetan von der Auferstehung der Kommission. Man hätte damit gerne noch zugewartet, liess er verlauten.
Der «würdevolle Umgangston»
Zwar nicht explizit, aber ziemlich deutlich wirft die Kreiskommission nun der Behörde vor, sich im «Fall Urwyler» zuweilen eines unpassenden Tons zu befleissigen: Sie erwarteten in diesem Zusammenhang «denselben angepassten und würdevollen Umgangston, wie wir ihn von Ihnen in den Sachgeschäften bereits kennen», schreiben die Komissionsmitglieder. Und schliessen versöhnlicher: «Wir vom Kreis Köniz sind uns bewusst, dass der langen Auseinandersetzung mit zum Teil harten Bandagen ein Ende gesetzt werden muss. Diese Vorgehensweise bringt allen Beteiligten einen Gewinn.»
Zusammenarbeit «ist gut»
Zum laufenden Amtsenthebungsverfahren habe sie nichts zu sagen, sagte Kirchgemeindepräsidentin Gertrud Rothen auf Anfrage, und auch den eher angriffigen Ton des Schreibens möchte sie nicht kommentieren. Sie erachte die Zusammenarbeit mit der neuen Kommission als gut; bisher habe sie vorwiegend in Sachgeschäften mit Dossierverantwortlichen zu tun gehabt. «Ich versuche, einen anständigen Umgangston zu pflegen», sagte Rothen, «und wie ich dem Brief entnehme, wird das ja auch so wahrgenommen.» (Der Bund)
Erstellt: 23.08.2011, 07:58 Uhr
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2 Kommentare
Es ist eine traurige, schon seit über 10 Jahre dauernde Fehde, ein Komplott gegen Pfr. Urwyler. Es ist unverständlich, warum die letzte und nicht mehr umkehrbare Entscheidung in einer Demokratie bei einem Regierungsrat sein soll. Mir wäre es lieber, es würden Gerichte über diesen Fall entscheiden. Es wundert, dass Frau Rothen und Herr van Zwieten de Blom überhaupt noch schlafen können, und beten. Antworten
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