Bern

Kantonsparlament für mehr Selbstbestimmung bei Behinderten

Aktualisiert am 31.01.2012

Der Grosse Rat hat am Dienstag zwei Änderungen am Bericht der Regierung zur künftigen Behindertenpolitik im Kanton Bern angebracht. Die Präzisierungen betreffen die Kosten und die Finanzierung.

Der Mensch im Zentrum: Im Umgang mit verhaltenskreativen Menschen will der Kanton künftig verstärkt die Personen fördern und nicht mehr Institutionen.

Der Mensch im Zentrum: Im Umgang mit verhaltenskreativen Menschen will der Kanton künftig verstärkt die Personen fördern und nicht mehr Institutionen.
Bild: Max Füri (Archiv)

Stichworte

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von DerBund.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Der Bericht zeigt die Stossrichtung für die Behindertenpolitik auf. Im Zentrum steht die Umstellung von der Unterstützung der Institutionen wie Heime oder Werkstätten (Objektfinanzierung) zur Unterstützung der Person (Subjektfinanzierung). Die selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lebensgestaltung von Menschen mit Behinderungen soll gestärkt werden.

Den Paradigmenwechsel zur Subjektfinanzierung fand im Grundsatz bei allen Parteien Gefallen. Viele Fraktionssprecher setzten allerdings bei den Kosten der Umsetzung ein Fragezeichen. Sie hinterfragten etwa die im Bericht in Aussicht gestellte Kostenneutralität.

Das individuelle Bedarfsermittlungsverfahren, das es künftig brauche, sei aufwendig, hielten mehrere Sprecher fest. Es sei fraglich, ob die erwarteten Effizienzgewinne diesen zusätzlichen Aufwand kompensiere.

Der Grosse Rat will deshalb laufend Informationen über die Entwicklung der Kosten erhalten. Er befürwortete eine entsprechende Planungserklärung der grossrätlichen Kommission.

Mischform für geschützte Werkstätten

Eine weitere Präzision brachte das Kantonsparlament bei den geschützten Werkstätten an. Weil hier bei der Finanzierung die Interessen zwischen Heimverbänden und Behindertenorganisationen auseinander gingen, befürwortete der Grosse Rat einen Kompromiss.

Bei den geschützten Werkstätten kann nun der Kanton zum Beispiel mit Sockelbeiträgen im Sinne von «subjektorientierten Objektbeiträgen» ein vielfältiges Arbeitsangebot für Menschen mit Behinderungen gewährleisten.

Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud stellte sich ebenfalls hinter diese Präzision, die eine überparteilichen Gruppe eingebracht hatte. Die Wahlfreiheit sei an die Subjektfinanzierung gekoppelt, sagte Perrenoud. Aber gemischte Modelle werde es immer geben.

In der Schlussabstimmung befürwortete der Grosse Rat den angepassten Bericht klar mit 132 Ja- zu 2 Nein- Stimmen bei einer Enthaltung.

Gleichstellung als Grundsatz

Perrenoud stellte die neue bernische Behindertenpolitik Mitte Oktober vergangenen Jahres vor. Sie richtet sich am Grundsatz der Gleichstellung von Behinderten und Nichtbehinderten aus.

Laut Schätzungen leben im Kanton Bern rund 115'000 Personen, die wegen eines lang andauernden Gesundheitsproblems bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens eingeschränkt sind. Das entspricht rund 12 Prozent der Bevölkerung. (dam/sda)

Erstellt: 31.01.2012, 15:08 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Bern

Populär auf Facebook Privatsphäre

Telefonbuch

Marktplatz

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.