Bern
Hochwasserlage: Die Situation bleibt unverändert
Aktualisiert am 07.07.2012 9 Kommentare
(bs/mer/rym/sda)
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Unveränderte Lage
«Die Situation hat sich nicht verändert», sagt Stephan Lüthi von der Informationsstelle der Berufsfeuerwehr Bern am Samstag gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Sämtliche Sicherheitsmassnahmen bleiben bestehen. Wie lange sei noch ungewiss. «Die Lage wird laufend neu beurteilt», sagt Lüthi.
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Lage entspannt sich weiter
Gewitter und teils heftige Niederschläge haben in Bern in den letzten 24 Stunden zu keinem erneuten Anschwellen der Aare geführt, schreibt die Berufsfeuerwehr in einer Mitteilung. Die Wassermenge betrug am Freitagnachmittag um 16.00 Uhr, 330 Kubikmeter pro Sekunde. Das sei insbesondere darauf
zurückzuführen, weil die Wassermenge aus dem Thunersee vorübergehend reduziert worden ist.
Die kontrollierte Wasserregulierung wird das Bild der Aare auch in den nächsten Tagen bestimmen. Das kantonale Amt für Wasser und Abfall (AWA) sei weiterhin bemüht, eine möglichst grosse Menge Wasser aus Brienzer- und Thunersee
abfliessen zu lassen, um auf grosse Niederschlagsmengen aus dem Oberland reagieren zu können.
Leichte Entspannung
Trotzdem darf von einer leichten Entspannung der Hochwassergefahr gesprochen werden, vor allem weil die Meteorologen für das Wochenende besseres Wetter
voraussagen. Dennoch hat die Berufsfeuerwehr entschieden, die Hochwassersperren vorerst bestehen zu lassen. Einzelne Sperrelemente wurden bereits abgebaut, damit die
Bewegungsfreiheit der direkt betroffenen Bevölkerung verbessert werden kann. Das Mattequartier bleibt mit Ausnahme des Zubringerdienstes für den privaten
motorisierten Verkehr gesperrt.
Der Bus von Bernmobil verkehrt wieder ab Freitagabend. Die Wege entlang der Aare sind, sofern sie wegen der mobilen Sperren nicht versperrt sind, offen und begehbar. Dies gilt auch für alle Flussübergänge. Entlang der Schwelle wie auch beim Engehaldenwehr sind in den letzten beiden Tagen
insgesamt 200 Tonnen Schwemmholz aus der Aare entfernt und anschliessend entsorgt worden.
Die Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen wie auch Mitarbeitende von Energie, Wasser Bern werden auch über das Wochenende die Lage aufmerksam
weiterverfolgen, die Hochwassersperren und Pumpen unterhalten und allfällige Schwemmholzansammlungen entfernen. Die Einsatzleitung ist zudem in ständigem
Kontakt mit dem AWA, um auf neue Situationen rasch reagieren zu können. Auch ist die Bevölkerung weiterhin hohen Pegelstandes dazu angehalten, überflutungsgefährdete Kellerräume und Erdgeschosse auf Grundwassereinbrüche zu
kontrollieren. -
Die Lage stabilisiert sich
Trotz weiteren Niederschlägen sind sowohl im Brienzer- wie auch im Thunersee die Pegelstände weiter abgesunken. «Seit Dienstag ist der Brienzersee um 30 Zentimeter gesunken», sagte Bernhard Schudel, Leiter der Abteilung Gewässerregulierung beim bernischen Amt für Wasser und Abfall, am Freitag auf Anfrage der SDA. Das sei gut, weil der Wasserspiegel immer noch über den durchschnittlichen Juli-Werten liege.
Mit Hilfe des Hochwasser-Entlastungsstollens in Thun sei der Thunersee inzwischen auf einen eher unterdurchschnittlichen Wasserstand gesenkt worden, erklärte Schudel. Damit könnte der Thunersee weitere Regenfälle besser aufnehmen.
Abfluss in der Stadt stabil
In der Stadt Bern wird derzeit mit 320 Kubikmeter pro Sekunde ein erhöhter Wasserabfluss in der Aare gemessen. Der Abfluss ist stabil. Bis etwa 430 Kubikmeter pro Sekunde verursache die Aare in Bern erfahrungsgemäss wenig Probleme, sagte Schudel weiter.
Am Bielersee werden derweil typische und eigentlich unproblematische Sommerwerte gemessen. Beim Ausfluss aus dem Bielersee führt die Aare zwar eine etwas erhöhte Abflussmenge von rund 470 Kubikmeter pro Sekunde. Allerdings kommt das immer wieder mal vor.
Schudel macht darauf aufmerksam, dass die Böden derzeit wassergesättigt sind. Das heisst, dass erneuter Regen schnell abfliessen und nur wenig versickern würde. Allerdings sollte es gemäss den Wetterprognosen derzeit nicht flächendeckend zu heftigem Regen kommen. (SDA) -
Wasserstand bleibt konstant
«Es gibt keine Veränderungen gegenüber gestern», sagt Stephan Lüthi von der Informationsstelle der Berufsfeuerwehr Bern. Der Wasserstand sei konstant. Dennoch zeichnet sich Licht am Horizont ab: «Die Aussichten sind besser geworden», sagt Lüthi. Die Gefahr sei aber noch nicht gebannt, Entwarnung kann die Feuerwehr noch keine geben. «Alle Massnahmen werden aufrecht erhalten. Am Nachmittag wird die Lage neu beurteilt.»
In Bern führte die Aare am frühen Freitagmorgen etwa 330 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, doch gegen Mittag sank dieser Wert wieder ab. Kritisch für die Stadtberner Quartiere an der Aare sind Werte über 420 Kubikmeter, weil dann die Aare über die Ufer treten dürfte.
Die Lage werde weiter beobachtet, fügte Lühti an. Weiterhin würden auch der Brienzer- und der Thunersee reguliert, um weiteres allfälliges Wasser auffangen zu können.
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Letzter Messwert
Die Abflussmenge der Aare sinkt weiter: Um 9:40 Uhr liegt diese bei 312 Kubikmetern pro Sekunde.
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«Die Situation war hochemotional»
Das Beinahe-Hochwasser hat Regula Rytz gezeigt, dass es die Matte-Mauer braucht. Die Gemeinderätin lobt im «Bund»-Interview zudem die Einsatzkräfte.
Die aktuellen Abflussmengen der Aare können Sie hier einsehen. Um 8:30 sank die Abflussmenge wieder bis auf 320 Kubikmeter pro Sekunde. -
Abflussmenge der Aare steigt wieder
Die Abflussmenge der Aare steigt wieder: Der Messwert auf Höhe Schönau betrug um 7:10 Uhr 328 Kubikmeter pro Sekunde. Der Alarmwert liegt bei 400 Kubikmetern.
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Die Lage in der Schweiz – Behinderungen auf Berner Autobahnen
In der Nacht auf Freitag sind erneut Gewitter mit starken Niederschlägen auf Teile der Schweiz niedergegangen. Damit bleibt die Hochwassersituation nach wie vor angespannt.
Im Kanton Basel-Land gingen bis um 2 Uhr am Freitagmorgen 40 Notrufe wegen überschwemmten Räumen ein, wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Betroffen waren vor allem Gemeinden im Oberen Baselbiet. In Giebenbach BL trat der Violenbach über die Ufer und sorgte für Schäden an Wohnhäusern. In Arisdorf kam es zu Problemen auf der A2, wo grosse Wassermengen auf die Fahrbahn liefen.
Behinderungen auf Autobahnen rund um die Stadt
Auch andere Landesteile waren betroffen: Am Donnerstagabend waren auch das Simplongebiet und in der Nacht die Westschweiz mit grossen Niederschlagsmengen eingedeckt worden.
Eine weitere Gewitter- und Niederschlagsfront zog am frühen Freitagmorgen über das Mittelland. Danach es kam es auf den Autobahnen rund um die Stadt Bern wegen den grossen Wassermengen zu Behinderungen.
Gewittrige Regenfälle erwartet
Schon am Donnerstagabend hatte eine Gewitterfront die Schweiz überquert. Gemäss Angaben des Wetterdienstes Meteomedia zog das Gewitter vom Berner Oberland via Emmental in den Kanton Zürich. Im Napfgebiet fielen 43 Liter Wasser pro Quadratmeter. Später setzten Gewitter mit Hagel und Starkregen Teile des Kantons Appenzell- Ausserrhoden unter Wasser. In Trogen fielen 60 Liter Wasser.
Im Verlaufe des Freitags werden weitere kräftige gewittrige Regenfälle erwartet, tagsüber im Süden, nachmittags und abends in der Zentral- und der Ostschweiz. Über das Wochenende wird es zwar etwas ruhiger, doch eine Stabilisierung ist nicht in Sicht. Bis Mitte Juli gebe es jeden Tag in der Schweiz ein Gewitter, prognostiziert Meteomedia. (SDA) -
Auch weiterhin unbeständiges Wetter
«Die derzeitige Lage erfordert eine erhöhte Wachsamkeit», sagte am Donnerstag Bernhard Schudel, Leiter Gewässerregulierung beim kantonalen Amt für Wasser und Abfall (AWA) dem «Bund». Dennoch sei nach Absprache mit den Einsatzkräften der Stadt Bern der Entlastungsstollen wieder geöffnet worden. Gleichzeitig mit der Regulierung des Aarewasser-Abflusses müssen die Behörden nämlich auch den Thuner- und den Brienzersee im Auge behalten.
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Stand 6:00
Trotz anhaltendem Regen und Gewitter am Donnerstagabend bleibt der Aarepegel in Bern stabil: Der Messwert auf Höhe Schönau betrug um 4:59 Uhr 320 Kubikmeter pro Sekunde.
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Keine Entwarnung für die Nacht
Nach dem Hochwasser vom Mittwoch in Bern blieb es am Donnerstag bis zum Abend in den aarenahen Quartieren ruhig. Das Mattequartier blieb vorsichtshalber abgesperrt. Auch an anderen Gewässern war weiterhin Vorsicht angesagt. Besonders viel Regen fiel in der Region Napf und in der Ostschweiz.
Am Napf gingen Mitte Nachmittag in gut einer Stunde über 40 Liter Regen pro Quadratmeter nieder, wie SF Meteo mitteilte. Laut MeteoSchweiz entluden sich dann am frühen Abend teils heftige Hagelgewitter im Thurgau sowie im Raum Appenzell/St. Gallen. Sturmböen gab es auch in der Zentralschweiz. Über Schäden lagen den Wetterdiensten zufolge zunächst keine Meldungen vor.
Mässige Gefahr für die Aare
Dies könnte sich allerdings noch ändern. Für die Nacht ist nämlich keine Beruhigung in Sicht. SF Meteo rechnet mit weiteren lokalen Gewittern.
Aufgrund der Wetterprognosen rechneten die Experten in Bern vor allem ab Donnerstagnachmittag mit steigenden Pegeln. Das BAFU sagte für den Brienzersee eine erhebliche Hochwassergefahr voraus (Gefahrenstufe 3), für die Aare zwischen Brienzersee und Bern eine mässige Hochwassergefahr (Stufe 2).
Mässige Hochwassergefahr herrschte am Donnerstag auch entlang der Emme und der Kleinen Emme, an der Urner Reuss, der Rhone oberhalb des Zuflusses der Lonza, am Rhein von Stein am Rhein bis zum Zufluss der Thur und am Bodensee.
Kranwagen blieb vor Ort
In Bern blieben am Donnerstag die mobilen Hochwasserverbauungen entlang der Aare installiert, und die Feuerwehr überwachte das Gelände. Auch der grosse Kranwagen, der Schwemmholz aus der Aare holt, blieb vor Ort.
Dass die Zulg am Mittwochabend so viel Wasser der Aare zuführte, geht laut dem Wetterdienst MeteoNews letztlich auf schwachen Höhenwind zurück. Das führte dazu, dass Gewitterzellen - wie kürzlich in der Region Zürich geschehen - zum Teil mehrere Stunden am gleichen Ort blieben. Auf diese Weise fielen die Niederschlagsmengen lokal ausserordentlich gross aus.
(SDA) -
Die erste Radiomeldung kam acht Minuten nach dem Alarm
Die Sirenen schrillten gestern Abend durch die Stadt Bern. Wer dann das Radio einschaltete, um den Grund für den Sirenenalarm zu erfahren, der musste sich eine Weile gedulden.
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Das BAFU warnt
Laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) können sich Hochwasser wie jenes vom Mittwoch in Bern auch am (heutigen) Donnerstag wiederholen. Denn den Meteorologen zufolge führt Südwestwind weiterhin feuchtwarme und instabile Luft mit Potenzial für heftige Gewitter in die Schweiz.
An welchen Gewässern es allenfalls zu Hochwassern kommen könne, sei schwer zu sagen, schreibt das Bundesamt in seinem neusten Naturgefahrenbulletin vom Donnerstagmittag. Die Gefahr sei für grössere Flüsse nur mit einem Vorlauf von wenigen Stunden vorherzusagen.
Aufgrund der Wetterprognosen rechnet das BAFU vor allem ab Donnerstagnachmittag mit steigenden Pegeln. Es sagt für den Brienzersee eine erhebliche Gefahr von Hochwasser voraus (Gefahrenstufe 3) und für die Aare zwischen Brienzersee und Bern eine mässige Hochwassergefahr (Stufe 2).
Mässige Hochwassergefahr herrscht am Donnerstag für das BAFU auch entlang der Emme und an weiteren Gewässern in der Schweiz.
Prognosen sind mit Vorsicht zu geniessen
Das BAFU hatte in seinen Prognosen vom Mittwoch nur für die Ufer des Brienzersees vor erheblicher Hochwassergefahr gewarnt. Für die übrigen grösseren Gewässer des Kantons Bern sprach es von keiner oder geringer Gefahr. Eine Fehleinschätzung angesichts doch erheblicher Hochwassergefahr an der Aare in Bern?
«Der Bund betreibt vor allem Messstationen an grösseren Gewässern, die für eine gesamtschweizerische Übersicht wichtig sind. Für diese Gewässer werden auch Prognosen gerechnet. Für kleinere Gebiete hingegen sind Vorhersagen schwierig zu machen», sagte dazu die Hydrologin Silvia Morf vom BAFU auf Anfrage der sda.
Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Intensität von Niederschlägen bei Gewittern sehr schwer vorauszusagen sei. Diese beiden Umstände relativierten die BAFU-Hochwasserprognosen.
«Holz-Tsunami» in Zulg
Am Mittwochabend führte ein heftiges Gewitter in der Thunerseeregion zu einer wahren Wasserwalze im Flüsschen Zulg, das in die Aare fliesst. Dieses Wasser sorgte dann in Bern für Probleme. Ein Beobachter sprach laut dem «Thuner Tagblatt» von einem «Holz- Tsunami», weil die Wasserwalze viel Schwemmholz mit sich führte.
Auch die Emme führte so viel Wasser wie im Durchschnitt nur alle zehn Jahre einmal.
Kran war rechtzeitig in der Matte
Das von der Zulg und jeweils auch von anderen Flüssen und Bächen herangeführte Holz landet in der Berner Matte im sogenannten Tych, also im Kanal vor dem Matte-Wasserkraftwerk, oder bleibt am Matte- Wehr hängen.
Spätestens sei dem Extrem-Hochwasser von 2005 weiss man in Bern, dass dieses Holz sehr gefährlich ist, denn verkeilte Stämme und Äste erschweren den Abfluss des Wassers. Deshalb richtete die Stadt nach 2005 sogenannte Interventionsplätze ein, um mit schweren Maschinen das Holz abfischen zu können.
Am Mittwochabend traf denn auch in der Matte ein riesiger Kran ein und entfernte zuerst - wie für solche Situationen vorgesehen - einen Teil des Geländers der Matte-Schwelle und fischte danach Holz aus dem Wasser. Das tat er auch noch am Donnerstag, wie Feuerwehrsprecher Franz Märki auf Anfrage sagte.
Der von der Stadt mit dem externen Kranunternehmen vereinbarte Richtwert von zwei Stunden zwischen Alarmierung (um 18 Uhr) und Einsatz (ab 20 Uhr) sei eingehalten worden, sagt Märki. Der Einsatz des Krans sei «ganz wesentlich gewesen» im Kampf gegen Hochwasser.
(SDA) -
Aarestand 13:00
Die Aare führte um 13:00 348.73 Kubikmeter pro Sekunden. Die Schadensgrenze liegt bei 420 Kubikmetern.
In der Matte entfernt der Kran weiterhin Schwemmholz aus der Aare. (Bild: Simon Jäggi) -
Die momentane Wetterlage
Im Interview mit DerBund.ch/Newsnet erklärt Meteorologe Pascal Hobi die momentane Wetterlage – und wieso die Aare am Mittwoch so schnell anschwoll.
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Weiterhin sehr viel Wasser
Die Aare führte am Donnerstagmorgen 330 Kubikmeter pro Sekunde, was 90 Kubikmeter unter der Schadensgrenze von 420 Kubikmetern liegt. Das ist diejenige Menge Wasser, ab der die Häuser entlang der Aare gefährdet sind. Etwas weniger als 420 Kubikmeter Wasser führte die Aare, als ihr Pegel am Mittwochabend den Höchststand erreichte.
Am Wert von 330 Kubikmeter werde sich nicht viel ändern, schrieb das Feuerwehrkommando der Stadt Bern am Donnerstagmorgen. Habe doch das kantonale Amt für Wasser und Abfall das Ziel, die Pegelstände von Brienzer- und Thunersee weiterhin zu senken, um grössere Wassermengen aus dem Oberland besser auffangen zu können.
Lage am Brienzersee angespannt
Bernhard Schudel vom kantonalen Amt für Wasser und Abfall sagte am Donnerstagmorgen im Schweizer Radio DRS 1, auch die Emme habe am Mittwochabend sehr viel Wasser geführt. Er bezeichnete am Donnerstag auch die Lage am Brienzersee als angespannt. -
Die Lage um 9:00
Die Hochwassersituation in der Stadt Bern bleibt angespannt, denn die Aare führt weiterhin sehr viel Wasser. Deshalb bleiben die Hochwasserverbauungen der Feuerwehr vor Ort, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Matte bleibt bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt.
Am Abend werden zudem neue Niederschläge erwartet. Generell bleibt die Wetterlage in den nächsten Tagen instabil. -
Die Lage um 6:00
Die Hochwassergefahr ist gebannt, teilt das Feuerwehrkommanda der Stadt Bern in einem Communiqué mit. Die befürchteten Wassermengen sind ausgeblieben. Grössere Schäden seien ausgeblieben, lediglich in einem Gebäude in der Matte sei Wasser eingedrungen.
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Zusammenfassung 23:55
In der Stadt Bern hat die Feuerwehr am Mittwochabend wegen Hochwassergefahr die Bevölkerung mit Sirenen alarmiert. Nach heftigen Niederschlägen im Raum Thun befürchtete die Feuerwehr, dass die Aare in der Bundesstadt über die Ufer treten würde.
«Es war ein Wettkampf gegen die Zeit», sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern. Nach heftigen Regenfällen am Nachmittag führte die Zulg, die im Raum Steffisburg am Tor zum Berner Oberland in die Aare fliesst, plötzlich grosse Wassermengen sowie Schwemmholz mit.
Eine wahre Wasserwalze
Die heftigen Regenfälle im Gebiet Eriz hatten dazu geführt, dass gemäss der Messstation des bernischen Amts für Wasser und Abfall die Zulg bei Heimberg um etwa 17 Uhr innert Kürze von ein paar wenigen Kubikmetern Wasser pro Sekunde auf 190 Kubikmeter anschwoll - dass also eine wahre Wasserwalze daher kam. Ebenso rasch, wie der Fluss anschwoll, sank der Pegel gemäss dem Diagramm wieder.
Um etwa 20 Uhr hatte das Wasser Bern erreicht, wo die Aare maximal 420 Kubikmeter pro Sekunde führte, dann aber ebenfalls ziemlich rasch wieder an Höhe verlor.
Weil dieses Ereignis überraschend eingetreten und eine Messstation mitgerissen worden sei, habe das kantonale Amt für Wasser und Abfall relativ spät Informationen erhalten. Dafür habe man dann aber rasch darauf reagiert, versicherte Märki.
Das Amt schloss den Hochwasserentlastungsstollen in Thun, damit nicht noch zusätzliche Wassermassen auf die Bundesstadt zukamen. In den Stadtberner Quartieren Matte, Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau, die unmittelbar an der Aare liegen, bauten die Einsatzkräfte überall Sperren ein.
Schwemmholz aus der Aare gehievt
Die Feuerwehr stellte fest vorbereitete Elemente wie Verschalungen auf und setzte grosse Schläuche ein. Sie unterstützte die Anwohner, die Sandsäcke vor Eingangstüren aufstellen wollten. Im Mattequartier fischte derweil ein riesiger Kran Schwemmholz aus der Aare und entlastete den grossen Deich.
Die Anwesenden und die Anwohner der betroffenen Quartiere, die generell mit relativer Gelassenheit auf die Gefahr reagierten, wurden aufgefordert, exponierte Keller zu räumen. Wegen der Gefahr vor einer Überflutung sollten auch die Fahrzeuge aus der Gefahrenzone gebracht werden, hiess es etwa per Lautsprecher.
Die Situation wird weiter beobachtet»
Gegen 21.00 Uhr entspannte sich die Situation merklich. «Wenn es jetzt nicht plötzlich irgendwo heftig regnet, dann muss man nicht mehr mit einer Verschärfung der Situation rechnen», sagte Feuerwehrsprecher Märki.
Die Feuerwehr werde aber nicht gleich ihr Material wegräumen, fügte er an. Zwar bestand am späten Mittwochabend keine spezielle Gefahr mehr, doch die Einsatzkräfte wollten die Situation weiter beobachten.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Märki lediglich von einem Gebäude Kenntnis, in welches Wasser eingedrungen war. Von anderen Schäden wusste er nichts.
Massnahmen bewährten sich
Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause sagte, es habe sich bewährt, dass die Feuerwehr das Aufstellen mobiler Sperren seit den letzten Hochwassern trainiert habe. Bewährt hätten sich auch gewisse Verbauungen, die als Reaktion auf die seinerzeitigen Hochwasser entlang der Aare angebracht worden waren.
Wie immer aktuell über die Ereignisse berichteten die Autoren des Matteblogs auf dem Internet über die neusten Ereignisse. «Die Schwemmholzbilder erinnern ungut an das 2005», schrieben sie. Damals floss die Aare wegen des hohen Pegels und Verstopfungen durch Schwemmholz quer durchs Quartier und sorgte dafür, dass viele Bewohner evakuiert werden mussten.
Die nach den Hochwassern von 1999 und 2005 ergriffenen Massnahmen zum raschen Eingreifen bei Hochwasser - wie etwa der Einsatz eines Krans zum Wegschaffen von Schwemmholz - hätten Wirkung gezeigt, notierten die Autoren des Blogs dann etwas später. (SDA) -
22:30
Zu später Stunde äusserte sich der Sprecher der Berner Berufsfeuerwehr, Franz Märki, noch in einer Extrasendung des Berner Regiojournals des Schweizer Radio DRS. «Wir haben die schlimmste Lage hinter uns», sagte Märki.
Die Wassermengen seien nun laut dem Kantonalen Amt für Wasser und Abfall rückläufig und man können davon ausgehen, dass die Zulg nicht mehr soviel Wasser bringe. Auch sei mit weniger Schwemmholz zu rechnen.
Wir sind froh, «mit leicht feuchten Füssen» davongekommen zu sein, sagte Märki. Effektiv habe die Feuerwehr am heutigen Abend einen Wettlauf mit der Zeit geführt – und sei mit einem blauen Auge davongekommen. Aufgrund des hohen Grundwasserpegels sei es aber durchaus möglich, dass im einen oder andern Keller noch Wasser eindringen werde. -
Stand: 22.20
In der Stadt Bern ist die Gefahr vor einem Hochwasser wieder gesunken, wie die Nachrichtenagentur SDA um 22.20 vermeldet. Das Wasser aus der Zulg, die plötzlich massiv angeschwollen war, ist in der Aare in Bern bereits wieder rückläufig.
«Wenn es jetzt nicht plötzlich irgendwo heftig regnet, dann muss man nicht mehr mit einer Verschärfung der Situation rechnen», sagte Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern am Mittwochabend kurz vor 22 Uhr.
Kritik: «Kraneinsatz zu spät»
Weiterhin war im Mattequartier unmittelbar an der Aare ein riesiger Kran damit beschäftigt, Schwemmholz aus dem Fluss zu ziehen und den Deich zu entlasten. Von einigen Anwohner kam zwar die Kritik, der Kran sei zu spät aufgestellt worden. Generell reagierten viele Betroffene auf die Hochwassergefahr mit relativer Gelassenheit.
Nach heftigen Regenfällen im Raum Steffisburg führte die Zulg deutlich mehr Wasser als normal und Schwemmholz mit sich. Die Berner Feuerwehr rechnete deshalb damit, dass die Aare am Abend etwa 450 Kubikmeter pro Sekunde Wasser führen würde. Das ist ein Wert, bei dem die Aare über die Ufer treten würde.
Bei den verheerenden Hochwassern von 1999 und 2005 hatte die Aare allerdings um die 600 Kubikmeter pro Sekunde geführt. -
Stand 21.55
Im Matten-Quartier nimmt der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause vor laufender SF-Kamera Stellung zum Hochwasser: «Die Feuerwehr wird das Dispositiv aufrechterhalten.»
Es habe sich bewährt, dass die Feuerwehr das Aufstellen mobiler Sperren seit den letzten Hochwassern trainiert habe. Bewährt hätten sich auch gewisse Verbauungen, die als Reaktion auf die seinerzeitigen Hochwasser entlang der Aare angebracht worden waren.
Hoffen auf gute Witterung
Man wolle die mobilen Dammschutzmassnahmen ausbauen. Anders als bei früheren Hochwasser-Situationen habe man die Schwemmholzproblematik früh in den Griff gekriegt. Die Schleusen sei offen.
Und: «Wir hoffen nun natürlich auf gute Witterung. »
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Stand: 21.30
Um 21.30 Uhr vermeldet auch die Kantonspolizei: «Rascher Anstieg von Gewässern im Kanton Bern.»
Gebietsweise sei es im Kanton zu heftigen Regenfällen gekommen. Besonders betroffen gewesen sei das Gebiet
Eriz, «als Folge stiegen die Zulg und daraufhin die Aare stark an.» Zahlreiche Feuerwehren hätten im Einsatz gestanden, heisst es in der Mitteilung weiter.
Zelte weggeschwemmt
In Steffisburg habe man mehrere Brücken und Strassen sperren müssen. In Unterlangenegg seien infolge des Wassers Zelte eines Pfadfinderlagers weggeschwemmt worden. «Personen kamen dabei keine zu Schaden, die Betroffenen konnten in einer Zivilschutzanlage untergebracht werden», heisst es in der Polizeimeldung.
Auch aus der Region Emmental seien mehreren Meldungen wegen überschwemmter oder mit Geröll versperrter Strassen eingegangen. Nach anfänglicher Konzentration in der Region um Schangnau, «stellte wenig später der Zusammenfluss von Emme und Ilfis einen kritischen Punkt dar. »
Keine verletzten Personen bekannt
Im Hinblick auf Personenschäden gibt die Polizei Entwarnung: «Zum jetzigen Zeitpunkt liegen im Kantonsgebiet keine Angaben zu verletzten Personen vor.» -
Stand: 20.40
Im Matten-Quartier wappnet man sich mit Dammbalken gegen das Hochwasser. Der Einsatz der Feuerwehr führt im Quartier einstweilen zu einer Beruhigung der Lage. Dies berichtet ein «Bund»-Reporter vor Ort. Mittels eines Kranes hat die Feuerwehr den Rechen der Aareschwelle entfernt, damit das Schwemmholz passieren kann. Beim Tych-Kanal auf der Seite der Matteninsel ist es zu leichten Überschwemmungen gekommen. Über Schäden ist noch nichts bekannt.
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Stand: 20.20
Die Stadt Bern vermeldet, dass um 20.20 Uhr wegen Überflutungsgefahr durch Hochwasser ein Sirenenalarm ausgelöst wurde: «Die Hochwasser führende Aare in der Stadt Bern hat eine kritische Grenze erreicht.»
Durchflussgeschwindigkeit und Pegel würden weiter ansteigen, folgende Gebiete sind laut der Meldung betroffen: Dählhölzli, Sandrain, Marzili, Dalmazi, Matte, Altenberg, Thormanmätteli, Zehendermätteli und Felsenau.
Bewohner sollen Massnahmen treffen
Die Bewohner werden angehalten, ihre Fahrzeuge aus der Gefahrenzone zu bringen und erste Massnahmen zur Wasserabwehr in den Liegenschaften zu treffen. Zudem seien die überflutungsgefährdeten Ufer- und Verkehrswege zu meiden. «Beim Aufenthalt in der Aare besteht wegen des mitgeführten Geschiebes Lebensgefahr.»
Die Stadt fordert Betroffen auf, die Anweisungen der Notfalldienste und Behörden zu befolgen. Eine Überflutung der an die Aare angrenzenden Gebiete, insbesondere der Verkehrs- und Uferwege, erachtet die Stadt als möglich. -
Stand 20:00
Am Mittwochmorgen berichtete die Feuerwehr noch von einer Entspannung der Hochwassergefahr. Nun hat sich das Blatt überraschend gewendet: Bern drohen überflutete Keller, die Feuerwehr hat eine Warnung ausgegeben.
Ein «Bund»-Reporter berichtet aus dem Matten-Quartier: Bei der «Schwelle» trete das Wasser inzwischen über die Ufer. Braun sei die Aare und führe viel Holz mit. An der Schwelle und im Tych-Kanal staue sich das Schwemmholz und drohe die Schwelle zu verstopfen. Erst kurz vor acht Uhr nimmt die Feuerwehr einen Kran in Einsatz, mit dem man das Schwemmholz entfernen will. Bereits 2005 staute sich die Aare bei der verstopften Schwelle und floss ins Mattenquartier.
Nach Angaben der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern muss ab 20 Uhr damit gerechnet werden, dass die Aare über die Ufer tritt. Der Mediensprecher der Berufsfeuerwehr Bern, Franz Märki, sagte auf Anfrage des «Bund»: Wir haben eine völlig überraschende Situation, weil es im Eriz, im Einzugsgebiet der Zulg, massivste Niederschläge gegeben hat.» Da die Zulg unterhalb des Thunersees in die Aare fliesse, komme dieses Wasser direkt nach Bern.
Rund 65 Personen im Einsatz
Die Bevölkerung in den betroffenen Quartieren sei gegen 18 Uhr per SMS alarmiert worden, sagte Franz Märki von der Berufsfeuerwehr Bern der Nachrichtenagentur sda. Nach seinen Angaben stehen zur Zeit rund 65 Personen von Berufsfeuerwehr und weiteren Einheiten entlang der Aare im Einsatz. In den Quartieren Marzili, Dalmazi, Altenberg und Felsenau werden Hochwassersperren aufgebaut.
«Der Entlastungsstollen in Thun wurde sofort geschlossen, aber bis das wirkt, dauert es eine gewisse Zeit», sagt Märki. «Wir rechnen in Bern mit 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde oder noch mehr.» Die Anwohner haben eine Hochwasserwarnung erhalten.
Wetter-Entspannung über Nacht
Der Meteorologe Klaus Marquardt von Meteonews kann zumindest teilweise mit guten Nachrichten aufwarten: «Der ganz grosse Regen im Raum Bern sollte nun vorbei sein, die Nacht dann trocken bleiben.» Zwar drifte vom Jura her eine Gewitterzelle heran, die werde aber – wie die Computermodelle anzeigten – hoffentlich vorbeiziehen. Allerdings: «Der morgige Tag bringt wohl weitere Gewitter und Regenfälle. »
Erstellt: 04.07.2012, 19:07 Uhr
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