Bern

Herbstwetter lässt die Aare steigen

Von jb/rym/sda. Aktualisiert am 09.10.2012

Die Aare führt am Dienstag viel Wasser, die Wetterprognosen sind durchzogen. Hochwassergefahr besteht aus jetziger Warte nicht. Für den neuen Lyssbachstollen war das Wetter allerdings eine Bewährungsprobe.

Die Aare führt am Dienstag viel Wasser.

Die Aare führt am Dienstag viel Wasser.
Bild: Benedikt Sartorius

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Lyssbachstollen erstmals in Betrieb

Nach intensiven Niederschlägen hat der Lyssbachstollen in der Nacht zum Dienstag seine erste Bewährungsprobe bestanden, wie die Gemeinde Lyss mitteilte.

Der 2,6 Kilometer lange Entlastungsstollen war letzten November in Betrieb genommen worden. Nach stundenlangem starkem Regen staute sich das Wasser in der Nacht zum Dienstag an der Steuerungsklappe im Leen und lief kurz nach vier Uhr früh während etwa einer Stunde zum ersten Mal in dem Hochwasserstollen. Der Kommandant und der Einsatzleiter der Feuerwehr überwachten vor Ort die Funktionalität des Bauwerks.

Ob die Wassermassen ohne Stollen zu Überschwemmungen im Siedlungsgebiet geführt hätten, kann gemäss den Behörden nicht beurteilt werden. Die erstmalige Betriebsaufnahme des Entlastungsstollens habe auf jeden Fall gezeigt, dass das System funktioniere und die Feuerwehr auf das aufwendige vorsorgliche Verlegen der «Beaverschläuche» verzichten könne. In den letzten Jahren kam es in Lyss mehrmals zu Hochwassern. Allein 2007 richteten Fluten dreimal Schäden von insgesamt 100 Millionen Franken an. Der Stollen wurde 2011 fertig gestellt und führt die Wassermassen nun um die Ortschaft herum. Der Bau kostete rund fünfzig Millionen Franken. (SDA)

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Nach intensiven Niederschlägen sind die Schleusen des Schwellenmätteli am Dienstag voll geöffnet. Ein Hochwasser sei nicht zu erwarten, beruhigt der Sprecher der Berufsfeuerwehr der Stadt Bern, Franz Märki. «Wir sind nach wie vor im grünen Bereich.» Die letzten Messungen zeigten um 10.45 Uhr für die Höhe Schönau eine Abflussmenge von 254 Kubikmetern, Tendenz zunehmend. In Thun wurden 238 gemessen. Die kritsche Abflussmenge liegt erfahrungsgemäss bei knapp über 400 Kubikmetern.

Dennoch: «Momentan fliesst mehr Wasser in Thuner- und Brienzersee, als abfliessen kann», sagt Märki gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Es sei deshalb möglich, dass der Hochwasserstollen bei Thun geöffnet werde. Eine Warnung der Stufe 0 ist bei der Feuerwehr eingegangen, man wird die Entwicklung deshalb genau beobachten. Allerdings rechnet Märki nicht damit, dass die Abflussmenge in der Schönau über 350 Kubikmeter steigt.

Donnerstag bringt Schönwetterfenster

Die Meteorologen des Wetterdienstes Meteonews erwarten in der Nacht auf Mittwoch nochmals stärkere Regenfälle. Danach allerdings sollte sich die Situation entspannen. «Spätestens am Donnerstag ist es wieder einigermassen schön», sagt Reto Vögeli von Meteonews. Ab Freitag verschlechtere sich das Wetter zwar wieder, Wassermengen, welche zu Problemen führen könnten, seien aber nicht mehr zu erwarten. Für die Voralpen hat Meteonews eine Wetterwarnung herausgegeben. «In der Nacht auf Dienstag hat es im Oberland stark geregnet», sagt Vögeli. An einigen Orten seien Niederschläge von über fünfzig Liter pro Quadratmeter innert 24 Stunden niedergegangen. Die Niederschläge versickerten nun nicht im Boden. «Es kann zu lokalen Überschwemmungen oder kleineren Erdrutschen kommen», sagt Vögeli. Grössere Schäden werde es aber wohl nicht geben.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.10.2012, 11:53 Uhr

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