Bern
Gewalt im Sport: Clubchefs, Polizei und Stadt nun am Drücker
Von Timo Kollbrunner. Aktualisiert am 29.03.2012
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Zum fünften Mal hat am Dienstag ein runder Tisch gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen stattgefunden. Einmal mehr trafen sich Vertreter der Stadt Bern, der Kantonspolizei, der Vereine SCB und YB, des Statthalteramts, der Justizbehörden, des Kantons, der Fanarbeit sowie von SBB und Bernmobil.
In Zukunft soll der Dialog zwischen den beteiligten Akteuren «in erweiterter Form» fortgeführt werden, wie die Stadt gestern mitteilte. Der lokale runde Tisch bleibt bestehen, soll aber künftig nur noch einmal jährlich statt wie bisher halbjährlich einberufen werden. Dafür wird er mit einem Lenkungsausschuss ergänzt. Dieser wird gebildet von den Clubbossen Marc Lüthi (SCB) und Ilja Kaenzig (YB), von Manuel Willi, dem Chef der Regionalpolizei, von dessen Stellvertreter Dieter Schärer und dem Sicherheitsdirektor Reto Nause. Der Lenkungsausschuss soll sich mindestens zweimal jährlich über «konkrete Massnahmen und Lösungsvorschläge» beraten, schreibt die Stadt. Danach soll der Lenkungsausschuss die weiteren Teilnehmenden des runden Tisches über die Ergebnisse informieren.
«Wenn es etwa um Pyros geht, werden wir auch die Fanarbeit einbeziehen»
Der runde Tisch sei «ideal, um Informationen auszutauschen», sagte Nause gestern auf Anfrage. Doch um «konkrete Projekte anzugehen», sei ein kleineres Gremium besser geeignet. Deshalb habe man dem runden Tisch die Gründung des Lenkungsausschusses vorgeschlagen – und alle beteiligten Akteure seien damit einverstanden gewesen.
Je nach Thema wird der Lenkungsausschuss künftig mit bestimmten Vertretern zusammenarbeiten, wie Nause sagt. «Wenn es etwa um Pyros geht, werden wir auch die Fanarbeit einbeziehen.» Die Pyro-Problematik ist als thematischer Schwerpunkt für das Jahr 2012 festgelegt worden und war auch an der Sitzung am Dienstag ein Thema. Darauf, welche möglichen Massnahmen gegen Pyros diskutiert wurden, wollte Nause nicht konkret eingehen.
Polizeistunden fast halbiert
Mit einer Zahl belegte die Stadt Bern gestern, dass die Kooperation bei der Eindämmung von Gewalt ein Erfolg sei: Standen im Jahr 2010 41'650 Polizeistunden rund um Sportveranstaltungen zu Buche, waren es im letzten Jahr noch 23'575.
Nause nannte zwei Hauptgründe für den markanten Rückgang. Im Fussball hätten durch den Sicherheitszaun zwischen der Station Wankdorf und dem Stadion viele Einsatzstunden gespart werden können. Und im Eishockey sei 2010 eine Ausnahmesaison gewesen, weil der SCB Schweizer Meister wurde – es gab mehr Spiele als im Durchschnitt, darunter sehr emotionsgeladene. (Der Bund)
Erstellt: 29.03.2012, 06:51 Uhr
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