Bern

Gemeinderat fordert Fluglärmreduktion über Bern

Von Simona Benovici. Aktualisiert am 25.10.2011 1 Kommentar

Geht es nach dem Willen des Gemeinderats, so sollen Flugzeuge von und nach Belp künftig möglichst nicht mehr über die Altstadt und das Zentrum fliegen.

Ein Flugzeug überfliegt die Nydeggkirche in Richtung Belpmoos.

Ein Flugzeug überfliegt die Nydeggkirche in Richtung Belpmoos.
Bild: Adrian Moser

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Im Sinkflug über die Aare, vorbei an Münster und Bundeshaus: der Landeanflug nach Bern-Belp gilt bei vielen als einer der schönsten überhaupt. Der Berner Gemeinderat möchte diese Anflugroute allerdings weniger frequentiert wissen. In seiner Stellungnahme zum überarbeiteten Objektblatt aus dem Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) für den Flughafen Bern-Belp verlangt er, die An- und Abflüge über Bern zu reduzieren und die Zahl der Flugbewegungen von und nach Belp künftig auf 65'000 zu begrenzen.

Die Anpassung des Objektblatts ist erforderlich, da die Flughafen-Betreiberin Alpar AG eine Entflechtung des Flugbetriebs anstrebt. Der aktuelle SIL-Entwurf geht von künftig 75'000 Flugbewegungen aus.

Keine Absage an Flughafen

Aus der gemeinderätlichen Medienmitteilung geht hervor, dass die An- und Abflugroute «möglichst nicht mehr über die Altstadt und das Zentrum» führen soll. «Damit soll das Unesco-Weltkulturerbe und der am dichtesten besiedelte Raum von Lärmimmissionen entlastet werden.» Nach Ansicht des Gemeinderats sind stattdessen «alternative Flugrouten über weniger sensibles und weniger dicht besiedeltes Gebiet» zu prüfen. Zudem soll an den Wochenenden der Flugbetrieb nicht vor 8 Uhr aufgenommen werden.

Trotz der geforderten Massnahmen will der Gemeinderat seine Stellungnahme zum SIL nicht als Absage an den Flughafen verstanden wissen. Der Gemeinderat unterstütze in seiner Vernehmlassungsantwort die Bemühungen, den Standort Bern noch besser zu vernetzen und national wie international attraktive Anreisemöglichkeiten zu eröffnen. Dank einer besseren Erschliessung der Hauptstadt durch den Linien-, Charter- und Businessverkehr werde der Tourismus- wie auch der Werkplatz Bern gestärkt. «Der Gemeinderat ist aber der Ansicht, dass dabei Augenmass zu halten ist und die Anliegen der Anwohnenden und der Natur besser berücksichtigt werden müssen.»

Nebst der Stadt Bern stehen auch die Gemeinden Muri und Rubigen für eine analoge Plafonierung der Flugbewegungen und eine Ausweitung der Ruhezeit am Wochenende bis 8 Uhr ein. Die Hauptstadtregion Bern brauche einen leistungsfähigen Flughafen, so der Muriger Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP). Mit Blick auf die Lärmbelastung seien aber auch gewisse Leitplanken zu setzen. (Der Bund)

Erstellt: 24.10.2011, 16:25 Uhr

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1 Kommentar

Georges Dubi

24.10.2011, 17:09 Uhr
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Fluglärmreduktion, Verkehrsberuhigung, Parklatzreduktion und einfach grundsätzlich gegen alles sein und bekämpfen - ich feue mich bald in einem Nationalpark leben zu dürfen. Ein Problem wird es jedoch geben: Jemand muss gefunden werden, der dies alles finanziert! Antworten



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