Gemeinderat beharrt auf Nacht-Sperre des Bärenparks
Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 08.02.2012 2 Kommentare
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Ursprünglich ging es um eine Regelung des Besucherandrangs und eine Schliessung des Uferwegs bei Hochwasser. So zumindest begründeten die Berner Stadtbauten (Stabe) das Baugesuch für die Tore zur Sperrung des Uferwegs beim Bärenpark. Dabei stützten sie sich auf den Willen von Stadtrat und Stimmberechtigten, die sich für einen Bärenpark ohne nächtliche Schliessung ausgesprochen hatten.
Heute sind die Tore installiert und der Gemeinderat beantragt dem Stadtrat an der Sitzung von Mitte Februar eine Änderung der Überbauungsordnung, um eine nächtliche Sperre des Uferwegs zwischen Bärenpark und Klösterlistutz zu ermöglichen. Dagegen hat die SP Stadt Bern im Rahmen der öffentlichen Auflage Einsprache erhoben. Bei den Einspracheverhandlungen ist es zu keiner Einigung gekommen.
Schutz vor Vandalen bleibt aktuell
Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) hat stets versucht, den Ball flach zu halten. Dem Gemeinderat gehe es bloss darum, bei Vandalismus und Nachtruhestörung eine nächtliche Schliessung der Uferpromenade ohne langes Bewilligungsverfahren verfügen zu können, sagte Nause im letzten Sommer gegenüber dem «Bund». Im gemeinderätlichen Vortrag zur Änderung der Überbauungsordnung ist die Vandalismus-Prävention aber etwas in den Hintergrund gerückt. Hauptargumente für eine Schliessung sind nun der Schutz der Bären vor Besuchern, die Futter ins Gehege werfen – was eine unerwünschte Änderung des Verhaltens der Raubtiere bewirken könnte –, und eine Reduktion der Bewachungskosten.
«Das Vandalismus-Argument gilt nach wie vor», sagt Nause. Er räumt indes ein, dass es im vergangenen Sommer – mit Ausnahme von einzelnen Flaschenwürfen – zu keinen akuten Problemen gekommen sei. Immerhin entspreche es aber einem Wunsch der stadträtlichen Planungskommission, dass der Gemeinderat die rechtlichen Voraussetzungen für eine nächtliche Schliessung des Uferwegs schaffen solle, sagt Nause.
«Möglichkeit wird genutzt werden»
Dieselbe Planungskommission hat ihre Meinung unterdessen aber wieder geändert. Sie hat sich Ende Januar «mit bloss einer Gegenstimme» gegen die Nacht-Sperre des Uferwegs entschieden, wie Präsident Daniel Klauser (GFL) auf Anfrage sagt. So sei etwa bezweifelt worden, dass eine Nacht-Sperre den Bären etwas bringen würde, da der Park ja nach wie vor von drei Seiten her zugänglich wäre. «Grössere Gegenstände zum Beispiel werden ja in der Regel von der Nydeggbrücke her ins Gehege geworfen», sagt Klauser. Zudem widerspreche die Nacht-Sperre dem Geist des See- und Flussufergesetzes, das die freie Zugänglichkeit von Ufern vorschreibe, und dem Willen des Volkes, das sich für einen Bärenpark mit offenem Uferweg ausgesprochen habe, sagt Klauser. «Wenn es die Möglichkeit zur Schliessung der Tore gibt, wird diese auch genutzt werden», sagt Klauser.
«Wer Rüebli werfen will . . .»
Die SP hält vorerst an ihrer Einsprache fest und will die Nacht-Sperre im Stadtparlament bekämpfen. «Wir warten nun den Stadtrats-Entscheid ab», sagt Vizepräsident Felix Hauser. Eine Nacht-Sperre sei kein Mittel gegen Vandalismus. «Mit demselben Argument könnte man auch die nächtliche Schliessung der Aarbergergasse verlangen», sagt Hauser. Auch gegen das Füttern der Bären sei eine Sperrung des Uferwegs kein taugliches Mittel. «Wer Rüebli ins Gehege werfen will, kann dies auch von oben oder von der Brücke her tun», sagt Hauser.
«Es geht ja nicht darum, den Uferweg umgehend zu schliessen», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP). Und kündigt gleichzeitig an, dass er jede dauerhafte Schliessung freiwillig dem Stadtrat unterbreiten werde. (Der Bund)
Erstellt: 08.02.2012, 06:51 Uhr
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2 Kommentare
Als nächstes muss dann im Sommer wohl die Terrasse des Alten Tramdepots ab 22 Uhr geschlossen werden, damit die Bären durch das Schwatzen und Lachen der Menschen nicht am Schlafen gehindert werden, und muss in den Nachtstunden der Verkehr über die Nydeggbrücke eingeschränkt werden, da auch mit Immissionen verbunden. Die Bären sind vielleicht nicht für die Menschen da, aber umgekehrt gilt das auch. Antworten
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