GC-Stürmer zu schnell für YB-Abwehr
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 07.03.2011 1 Kommentar
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Die Young Boys waren im Sommer mit dem Vorsatz in die Saison gestartet, den Ruf als «ewige Nummer 2» loszuwerden. Die letzten drei Saisons hat YB jeweils auf Platz 2 beendet. Doch diese Saison müssen die Young Boys froh sein, wenn sie überhaupt noch auf Rang 2 vorstossen können – so siehts zurzeit aus.
Im 7. Spiel innert 21 Tagen brachten die Berner auf dem Letzigrund während der ersten Hälfte lange kein Bein vor das andere. «Wir müssen uns nicht für die Leistung schämen, die wir in den letzten 60 Minuten gezeigt haben», sagte Christoph Spycher. «Aber wir müssen uns hinterfragen, was wir während der ersten 30 Minuten geboten haben.»
Ein ständiger Gefahrenherd
Vladimir Petkovic hatte sich gegen GC für eine Viererabwehr mit Sutter, Nef, Affolter und links Spycher entschlossen. Der Trainer gab Dudar eine Pause, Jemal weilt noch bei seiner Mutter in Tunesien, die sich einer Herzoperation unterziehen muss.
Vorab in der Startphase wurde jedoch jeder Pass auf die schnellen GC-Sturmspitzen Innocent Emeghara und den nach langer Verletzungsgeschichte wieder einmal in der Starformation aufgetauchten Vincenzo Rennella eine Gefahr für das YB-Tor. Vor allem Emeghara, der am 27. Mai 22 Jahre alt wird, stellte für die Berner Abwehr ein permanentes Problem dar, und er vergab bereits nach 30 Sekunden die erste Grosschance für GC. «Er ist brutal schnell, der schnellste Spieler der Super League», ist Spycher überzeugt. «Gegen Emeghara muss gar nicht erst versucht werden, im Raum zu verteidigen, es braucht eine Absicherung. Egal, wer im Laufduell gegen Emeghara ist, er sieht schlecht aus.»
Nach 19 Minuten war es aber Vallori, der sich durchsetzte. Sutter versuchte ihn zu stoppen und flog gegen den
Argentinier einfach weg. Dieser lancierte Rennella, und der Italo-Franzose traf gegen Wölfli aus spitzem Winkel. In der 43. Minute schlug die YB-Abwehr wieder leck: Emeghara setzte sich auf der Grundlinie durch, und obwohl er nur nach rechts dribbeln konnte, waren Degen und Nef nicht in der Lage, den Ball über die Aussenlinie zum Eckball zu bugsieren. Stattdessen brachte Emeghara Rennella vor dem YB-Tor in Position, der den Ball zum 2:0 unter die Latte wuchtete.
Petkovic: «Zu wenig Benzin»
Die YB-Abwehr, das defensive Verhalten der gesamten Mannschaft, wird bei den Verantwortlichen für Gesprächsstoff sorgen, auch wenn Petkovic mildernde Umstände sieht. «Wir haben zurzeit ein bisschen zu wenig Benzin, wir sind übermüdet, und das hat man bei den Sprints gesehen. Wir hatten in verschiedenen Bereichen Probleme.»
Immerhin, nach dem 0:2 wurde das YB-Spiel endlich besser. Costanzo, der für Farnerud, der leichte muskuläre Probleme bekundete, in die Starformation kam, traf die Latte, und Bienvenu brachte mit einem sehenswerten Schuss in die hohe Ecke zum 1:2 kurz vor der Pause die Hoffnung für YB zurück.
Nach der Pause wechselte Petkovic für Raimondi Farnerud ein, Sutter überliess seinen Platz Lulic. Das System wurde vom 4-4-2 auf ein 3-5-2 «mit der Offensivvariante» (Zitat Spycher) modifiziert, aber die erste grosse Chance hatte wieder Emeghara, als er Affolter in den Rücken stiess und sich so freie Bahn verschaffte; Schiedsrichter Laperrière pfiff unverständlicherweise nicht, Emeghara traf nur ins Aussennetz.
GC-Trainer Ciriaco Sforza verwarf an der Seitenlinie verzweifelt die Hände. «Wenn Inno (Emeghara – die Redaktion) den Ball in die Mitte spielt zum völlig frei stehenden Rennella, steht es 3:1 und das Spiel ist vorbei», sagte Sforza hinterher. Und Laperrière hätte einmal mehr bei einem Spiel mit YB mit einer Fehlentscheidung für Unmut und Polemik gesorgt. So aber nahm die Partie ihren Gang, und Lulic glich in der 66. Minute nach Vorarbeit von Farnerud zum 2:2 aus. Nun schien das Spiel gar zu kippen, doch wie schon am Mittwoch im Cup gegen den FCZ kassierte danach YB erneut den K.-o-Schlag: Emeghara lief Nef davon, wurde gefoult, und Nef musste nach seiner zweiten Verwarnung vom Feld. Der zur Pause für Pavlovic eingewechselte Izet Hajrovic (Jahrgang 1991) zirkelte den Ball an der YB-Mauer vorbei und spektakulär via Pfosten ins Tor.
Nach 76 Minuten wieder im Rückstand, und dazu in Unterzahl – das war zu viel für YB. «Wir müssen nun nicht glauben, die Welt habe sich gegen uns verschworen», sagte Spycher. «Wir müssen schauen, dass wir das nächste Spiel in St. Gallen gewinnen.» (Der Bund)
Erstellt: 07.03.2011, 07:38 Uhr
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