Friedliche Wiederholungsdemo
Von Philipp Schori. Aktualisiert am 06.02.2012 2 Kommentare
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Die Geschichte der zweiten Anti-WEF-Kundgebung in Bern ist rasch erzählt: Am Samstag, pünktlich um 15 Uhr, erreicht eine Schar von fünfzig Demonstrierenden die Heiliggeistkirche. Sie kommen von der Reitschule her, ihre Fahnen und ihre Kleidung sind schwarz – mit einigen roten Tupfern. Die Mehrheit ist vermummt, das gibt warm. Zu ihnen gesellen sich bei der Heiliggeistkirche, dem Besammlungsort, weitere mehrheitlich junge Protestierende, womit schliesslich gut hundert Personen durch die Berner Innenstadt marschieren: durch Spital- und Marktgasse zum Zytglogge und von dort via Amthausgasse und über den Bundesplatz zurück zum Bahnhof.
Ein linksautonomer Demonstrant erklärt bei einer Rede während der Kundgebung, dass sie sich durch «Repression» nicht vom Demonstrieren abhalten liessen. Er spricht auf die Kundgebung vom 21. Januar an, die von der Polizei im Keim erstickt wurde. Weiter kritisieren die Aktivisten die «grossmäulige Schaumschlägerei» am Weltwirtschaftsforum in Davos und vergleichen das herrschende Wirtschaftssystem mit Fäkalien.
Nach 45 Minuten ist der Spuk vorbei: keine Sachbeschädigungen, kaum Verkehrsbehinderungen und eine kaum sichtbare Polizei. Das wars.
Anonymes E-Mail
Im Vergleich zur Anti-WEF-Kundgebung vor zwei Wochen war damit fast alles anders: Die Polizei agierte nun defensiv und brachte bloss eine Person für eine nähere Kontrolle auf die Wache. Vor zwei Wochen wurden über 170 Personen verhaftet; und die eigentliche Demonstration fand damals gar nicht erst statt, da die Aktivisten bereits beim Bollwerk eingekesselt wurden.
Aufgrund «anderer Vorzeichen» habe die Polizei die unbewilligte Demonstration dieses Mal durch die Innenstadt ziehen lassen, sagt der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause auf Anfrage (vgl. Interview rechts). Die Organisatoren – der Revolutionäre Aufbau und das Berner Anti-WEF-Bündnis – hätten in einem anonymen E-Mail einen friedlichen Umzug in Aussicht gestellt. (Der Bund)
Erstellt: 04.02.2012, 16:50 Uhr
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