Bern

Finanzinspektor Beat Büschi für Prix Courage nominiert

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 03.08.2012

Nur dank der Hartnäckigkeit Büschis seien die Missstände im Stadtberner Sozialdienst behoben worden, begründet die Zeitschrift «Beobachter» die Nomination.

Für seine Rolle bei der Aufdeckung der Missstände im Stadtberner Sozialdienst wird Finanzinspektor Beat Büschi von der Zeitschrift «Beobachter» der Prix Courage verliehen.

Für seine Rolle bei der Aufdeckung der Missstände im Stadtberner Sozialdienst wird Finanzinspektor Beat Büschi von der Zeitschrift «Beobachter» der Prix Courage verliehen.

Natürlich, die Nomination sei für ihn «ehrenvoll», sagt Finanzinspektor Beat Büschi. Zugleich sei es aber auch «komisch», gemeinsam mit Leuten, die Menschenleben gerettet hätten, für den diesjährigen Prix Courage der Zeitschrift «Beobachter» nominiert worden zu sein. «Ich habe ja nur meine Pflicht erfüllt.» Dabei wurde der Beamte aber «Opfer einer Intrige und musste mit seiner Gesundheit bezahlen», wie «Beobachter»-Redaktor Otto Hostettler schreibt.

«Auf Druck von Tschäppät»

Büschi hatte in einem Bericht nachgewiesen, dass jedes dritte Falldossier in der Stadtberner Sozialhilfe fehlerhaft war. Der Gemeinderat liess den entsprechenden Bericht durch sich selber und die damalige Regierungsstatthalterin Regula Mader (SP) bis nach den letzten städtischen Wahlen von Ende 2008 «plausibilisieren». Die zuständige Sozialdirektorin Edith Olibet (SP) wurde schliesslich wieder in ihrem Amt bestätigt – wenn auch mit einem äusserst knappen Vorsprung vor dem damaligen Newcomer Daniel Klauser (GFL). «Die schonungslose Kritik von Büschi passte der SP-dominierten Stadtregierung offensichtlich nicht», hält Hostettler weiter fest. Auch das «ebenfalls mehrheitlich linke Parlament» sei verstimmt gewesen und habe die vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Durchleuchtung aller 4000 Dossiers in der Sozialhilfe gestoppt. «Allzu genau wollte man es doch nicht wissen.»

Die Spannungen im Team des Finanzinspektorates, die schliesslich zu einer Disziplinaruntersuchung gegen Büschi geführt haben, führt Hostettler auf den «politischen Druck» zurück, der auf dem Team gelastet habe. Büschi habe das Verfahren gegen sich selbst schliesslich «auf Druck von Stadtpräsident Alexander Tschäppät» beantragt. Das Verfahren hat schliesslich keine disziplinarrechtlichen Vergehen zutage gefördert. Büschi wurde aber zu einem Coaching verpflichtet.

Der Gemeinderat hat vergeblich versucht, Büschi frühzeitig zu pensionieren oder ihn verwaltungsintern zu versetzen. Im Frühling 2011 erlitt der Finanzinspektor einen psychischen Zusammenbruch und war für einige Zeit krankgeschrieben. Inzwischen ist er wieder auf seinen Posten zurückgekehrt. Auf eine Entschuldigung des Gemeinderates hat er bis heute vergeblich gewartet. «Die Zeit dafür ist jetzt wohl vorbei», sagt Büschi. (Der Bund)

Erstellt: 03.08.2012, 18:58 Uhr

0

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Noch keine Kommentare

Bern

Populär auf Facebook Privatsphäre


Nicht von dieser Welt!

Entdecken Sie die arabische Märchenwelt aus 1001 Nacht!

Online-Wettbewerb

Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.