Bern

«Es wird keine Migros auf der Kasernenwiese geben»

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 12.11.2011 4 Kommentare

Bern-Nord muss drei Jahre lang auf eine Filiale des Grossverteilers verzichten.

Die Kasernenwiese im Breitenrainquartier bleibt unberührt.

Die Kasernenwiese im Breitenrainquartier bleibt unberührt.
Bild: Adrian Moser

Die Bauabsichten der Migros haben das Berner Breitenrainquartier polarisiert wie kein anderes Thema in den letzten Jahren. Gegen das Ladenprovisorium auf der Kasernenwiese sind vor Jahresfrist annähernd 80 Einsprachen eingegangen. Die Petition eines von SVP und FDP initiierten bürgerlichen Komitees für den Bau des Geschäftes wurde von über 2500 Quartierbewohnern unterzeichnet. Letztere haben nun definitiv das Nachsehen: Gemäss einem Entscheid von Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) ist das Bauvorhaben zonenwidrig. Baurechtlich handle es sich bei der Kasernenwiese um eine sogenannte «Freifläche A für Bauten und Anlagen im allgemeinen Interesse», heisst es in einer Mitteilung. Verkaufsgeschäfte entsprächen dieser Nutzungsvorschrift nicht. Die Filiale eines Grossverteilers «im bestens erschlossenen und versorgten Nordquartier» liege nicht im öffentlichen Interesse.

Die von der Migros beantragte Ausnahmebewilligung kann laut Lerch nicht gewährt werden. «Es ist nicht Ziel einer Ausnahme, der Bauherrschaft eine grosszügige, für sie optimale, aber der Normalbauordnung nicht entsprechende Lösung zu ermöglichen.» Auch wirtschaftliche Überlegungen und die Befristung des Vorhabens rechtfertigten keine Ausnahme, hält Lerch fest.

SVP: «Ein politischer Entscheid»

Das Provisorium auf der Kasernenwiese hätte den Migros-Kunden im Nordquartier als Alternative zur Filiale am Breitenrainplatz dienen sollen. Diese soll einem Neubau samt 62 Wohnungen weichen, der 58 Millionen Franken kostet. Die Bauzeit wird auf drei Jahre veranschlagt. Der juristische Streit um dieses Vorhaben zieht sich seit Jahren hin.

Das Aus fürs Provisorium löst bei Migros-Sprecher Thomas Bornhauser Enttäuschung aus: «Es wird keine Migros auf der Kasernenwiese geben.» Auf einen Weiterzug werde verzichtet, da das Verfahren viel zu lange dauern würde. Der Verzicht auf das Provisorium schade vor allem der Bevölkerung. «Finanziell wäre es für uns sowieso ein Nullsummenspiel gewesen», sagt Bornhauser. Freude herrscht demgegenüber bei Lorenz Keller, Co-Präsident der SP Bern-Nord. «Die Kasernenwiese muss als halb öffentlicher Raum erhalten bleiben.» An Läden sei im Nordquartier kein Mangel. «Auch die Migros ist noch indirekt mit einer Denner-Filiale präsent», sagt Keller.

Bei den Befürwortern des Provisoriums herrscht Katerstimmung. SVP-Präsident Peter Bernasconi spricht von einer «absoluten Katastrophe». Der Entscheid sei für ihn nicht nachvollziehbar, da die Existenz eines Migros-Ladengeschäftes einem Bedürfnis im Quartier entspreche. Für Bernasconi hat der Statthalter politisch entschieden. «In der Geschäftsleitung des Coop Breitenrain sitzen SP-Vertreter.» (Der Bund)

Erstellt: 12.11.2011, 09:53 Uhr

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4 Kommentare

Marco Ridico

12.11.2011, 12:41 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Der Herr Bornhauser soll nicht so wehleidig tun! Seine ständige Opposition gegen Links wird jetzt halt mal abgestraft! Merke: der Breitsch gehört uns und nicht den Kapitalisten und Abzockern! Antworten


Stephan Meierhofer

12.11.2011, 12:15 Uhr
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Das ist keine Überraschung! Ob Mader oder Lerch, die Wünsche der Genossen haben immer Vorrang! Und zum Thema 'im Interesse des Quartiers': wenn die Migros seit Jahrzehnten im Breitsch einen rentablen Laden führen kann, dann ist das Interesse der Anwohner genügend ausgewiesen. Interessant, dass der hochgelobte und immer eifrig von Links unterstützte Breitschträff zumacht! Mangelndes Interesse? Antworten



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