Es knirscht im Gebälk der Grünen
Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 11.11.2011 2 Kommentare
Zu den Grünliberalen gewechselt: Grossrätin Barbara Mühlheim. (Bild: Stefan Anderegg (Archiv))
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Für Blaise Kropf, Präsident der Grünen Kanton Bern, ist der Fall klar: «Der Übertritt von Barbara Mühlheim in die GLP-Fraktion wird keine Nachahmer finden.» Die von Mühlheim beklagte Dominanz des linken Gewerkschaftsflügels in Partei- und Fraktionsleitung entbehre jeder Grundlage. «3 von 16 Fraktionsmitgliedern waren oder sind in einer Gewerkschaft tätig.» Dies entspreche einem Fünftel der Fraktion, sagt Kropf. Die Föderation des linken GB und der moderaten GFL unter dem Dach der Grünen Kanton Bern sei eine Erfolgsgeschichte. «Es gibt kaum Bedarf nach einer Richtungsdiskussion», sagt Kropf.
Grimms persönliche Deadline
Das Gros der grünen Fraktion liegt auf der Linie der Parteileitung. «Ich nehme die Kolleginnen aus dem GB nicht als radikal und dominant wahr», sagt die Stadtbernerin Anna-Magdalena Linder. Die «Dissidenten» in der Fraktion kommen nicht aus der Stadt Bern. «Wir brauchen einen Richtungswechsel», sagt Christoph Grimm (Burgdorf). Dies betreffe besonders Migrations- und Energiefragen. Grimm verweist auf seine Motion zur Einführung eines Abschlusstests bei Einbürgerungskursen, die trotz des Widerstands in den eigenen Reihen erfolgreich gewesen sei. Problematisch sei auch das Zaudern vieler Parteimitglieder zur geplanten Erhöhung der Grimsel-Staumauer. «Nach dem Beschluss zum Atomausstieg braucht es ein klares Ja der Fraktion zur Staumauer-Erhöhung», sagt Grimm. Entgegen der Ansicht vieler Fraktionsmitglieder, die auf einen raschen Atomausstieg pochten, müsse dieser geordnet verlaufen. «Ein Übertritt zur GLP-Fraktion ist für mich zurzeit keine Option», sagt Grimm. Er wolle nun abwarten, wie sich die Diskussion in der Partei zu den genannten Themen entwickle. «Im Sommer 2012 werde ich entscheiden, ob ich allenfalls aus der Partei aus- oder in eine andere übertrete», sagt Grimm.
Vernachlässigte Land-Grüne
Konfliktpotenzial steckt auch im Stadt-Land-Graben. Bereits zum dritten Mal in Folge hatten in den Nationalratswahlen die eher gemässigten Land-Grünen das Nachsehen gegenüber den Städtern. Die Chancenlosigkeit der Land-Grünen ist für Parteipräsident Kropf rein demografisch bedingt. «Das hat nichts mit einer politischen Bruchlinie zu tun.» Grossrätin Kathy Hänni, die in den beiden letzten Nationalratswahlen zweimal knapp nicht reüssiert hat, sieht dies anders. «Die liberalgrünen Stimmen auf dem Land haben BDP und GLP geholt», sagt die Bio-Bäuerin aus Kirchlindach. Sie finde es problematisch, dieses Potenzial einfach den bürgerlichen Parteien zu überlassen. Mit ihrem Vorschlag zur Bildung einer grünen Land-Liste drang Hänni bei der Parteibasis allerdings nicht durch. Nun müsse eben eine engere Zusammenarbeit mit der GLP ins Auge gefasst werden, folgert Hänni. «Um Stimmen auf dem Land zu holen, müssen sich die Grünen öffnen.» (Der Bund)
Erstellt: 11.11.2011, 07:02 Uhr
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2 Kommentare
Das ist genau das, was mich an den Grünen nervt. Ich hätte auch Grün gewählt dieses Jahr stellte mir aber die Frage, warum Grün eigentlich zwingend links sein muss? Linker als die Linken? Nachhaltigkeit und ökologischer Gedanke waren mir stets willkommen und nun habe ich Gründliberal gewählt. Wird sich weisen, was die Partei zu Stande bringt. Jedoch Grün wähle ich nicht. Linkes Gedankengut! Antworten
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