«Es ist wie in einer Waschmaschine»
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 13.08.2010 2 Kommentare
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Am Montag wurde mit Getöse CEO Stefan Niedermaier abgesetzt und Ilja Kaenzig durch die YB-Investoren als neuer VR-Delegierter vorgestellt. Gestern Donnerstag sprach der neue YB-Chef im Stade de Suisse erstmals zur Mannschaft. «Es waren nur wenige Worte», sagte der 37-jährige Kaenzig. «Die Mannschaft steht vor wichtigen Aufgaben, das hat absolute Priorität, und ich wollte den Spielern nicht mit meinen Vorstellungen über die Zukunft den Kopf vollreden. Die nächsten Spiele stehen im Vordergrund und sonst nichts.»
Er warte ruhigere Zeiten ab, da werde sich Gelegenheit ergeben, um sich «vernünftig kennen zu lernen». Zurzeit pendelt Kaenzig zwischen Zürich und Bern, in Zukunft wird er aber in der Bundeshauptstadt wohnen. Bei seinem bisherigen Arbeitgeber «Blick», wo Rolf Cavalli interimistisch seine Nachfolge als Sportchef der «Blick»-Gruppe übernehmen wird, habe er noch Dinge zu erledigen. Noch zum Saisonstart am 17. Juli habe er keine Ahnung gehabt, dass er rund drei Wochen später bei YB einen neuen Job haben werde, behauptet Kaenzig. Erst danach hätten sich die Gespräche mit den YB-Investoren «dynamisiert».
Es gehe jetzt darum, der Unsicherheit, die er auf allen Etagen festgestellt habe, mit Gesprächen zu begegnen. Kaenzig verhehlt nicht, dass zurzeit ein strukturiertes Arbeiten kaum möglich ist. Wo er hinkomme, herrsche Gesprächsbedarf: «Es ist wie in einer Waschmaschine. Ich werde durchgewirbelt und tauche hie und da für ein paar Momente auf.» Die Emotionen, die um YB branden, bezeichnet Kaenzig «als Respekt für die Arbeit, die Stefan Niedermaier geleistet hat». Das zeige, dass der Klub lebe. «Ich wäre überrascht, wenn es nicht so wäre.»
Der Unruhe entgegentreten
Als erste Massnahme will er der aufkeimenden Unruhe im Verein entgegentreten. «Es ist wichtig, dass die Leute bei YB wissen, dass sie keine Angst um ihren Job haben müssen. Im Gegenteil: Wir wollen ihnen mehr Verantwortung übertragen, sie stärken und ihnen den Rücken freihalten», sagt Kaenzig
Persönliche Gespräche führte Kaenzig laut eigenen Angaben gestern mit Trainer Vladimir Petkovic, Sportchef Alain Baumann und dem Medienverantwortlichen Albert Staudenmann. Es sei gar keine Rede davon, dass man jetzt überall personelle Änderungen vornehmen wolle, betonte Kaenzig nochmals.
Zum sportlichen Tagesgeschäft will sich Kaenzig noch nicht äussern, «weil ich noch keine Zeit hatte, mich darum intensiv zu kümmern». Abwehrchef Emiliano Dudar fällt nach seiner Sprunggelenkverletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, zumindest für das Meisterschaftsspiel morgen Samstag gegen Xamax aus. Bis Ende Monat hat YB noch Zeit, auf dem internationalen Markt einen weiteren Verteidiger zu engagieren. «Wir müssen ganz genau analysieren, was machbar ist», sagt Kaenzig. «Wir werden keinen Restposten holen, wir dürfen keinen Fehler machen.» (Der Bund)
Erstellt: 13.08.2010, 07:58 Uhr
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