Bern

Eritreer demonstrieren auf dem Helvetiaplatz

Von Martin Erdmann. Aktualisiert am 24.05.2012 2 Kommentare

Rund 300 Personen demonstrierten am Donnerstagnachmittag auf dem Helvetiaplatz gegen das eritreische Regime. Denn auch in der Schweiz fühlen sich einige der Demonstranten nicht frei.

1/7 Wie das Naziregime: Ein Demonstrant rechnet mit den Machthabern seiner Heimat ab.
Martin Erdmann

   

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Der Berner Helvetiaplatz wurde am Donnerstagnachmittag zum Protestplatz. Rund 300 Eritreer versammelten sich um 14 Uhr, um gegen das Regime ihres Heimatlandes zu demonstrieren. Das Datum war kein Zufall. Denn am 24. Mai vor 21 Jahren befreite sich Eritrea von Äthiopien. Dennoch lebe die Bevölkerung in Gefangenschaft, wie die «Eritrean Youth For Democratic Change Switzerland» (EYDC) in einem Schreiben mitteilt.

Deshalb wurde auf dem Helvetiaplatz für die Freiheit der Bevölkerung und den Niedergang des Militärsystems demonstriert. Die Demonstranten machten mit lauten Sprechchören, Fahnen und Bannern auf sich aufmerksam. Die Stimmung ist friedlich, dennoch emotional. Ein Demonstrant beschreibt seine Situation in der Schweiz: «Ich fühle mich nicht völlig sicher hier. Das eritreische Regime hat lange Arme.» Er sei in die Schweiz gekommen, um frei zu sein. Doch auch hier spüre er die Macht des Regimes.

Sklaven des Militärs

Ein Plakat eines Demonstranten verglich auf seinem Plakat den eritreischen Militärdienst mit Sklaverei. Dazu die EYCD: «Wir sind aus dem Militärdienst geflüchtet, weil die Zustände dort unhaltbar sind.» Deshalb ist sie gegen eine Verschärfung des Schweizer Asylgesetz und fordert, dass Kriegsdienstverweigerer weiterhin Asyl erhalten.

Das ist aber nicht die einzige Forderung an die Schweiz. Weiter will die EYCD, dass die eritreische Regierungspartei und «ihre Agenten» in der Schweiz kontrolliert werden und «ihre Hasspropaganda gegen uns Flüchtlinge stoppen.» Auch soll die Schweiz die umstrittene 2-Prozent-Steuer kontrollieren. Laut der EYCD werden alle Eritreer in der Schweiz zur Zahlung von zwei Prozent ihres Lohnes an das Regime gezwungen. «Wir wollen die Diktatur in Eritrea aber nicht unterstützen.»

Die Demonstration verlief friedlich und löste sich um 16 Uhr wieder auf. Es kam zu keinen Zwischenfällen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.05.2012, 15:25 Uhr

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2 Kommentare

Stefan Reber

24.05.2012, 22:39 Uhr
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Kaum in der Schweiz und schon werden Forderungen gestellt und Rechte eingefordert. Eritreer haben das Recht dank Militärdienstverweigerung Asyl zu erhalten, vom Sozialstaat zu leben, vier, fünf oder mehr Kinder zu produzieren. Und Pflichten? Pflichten haben wir Schweizer. Nämlich die Pflicht diese Leute auf Lebzeiten zu beherbergen, ihre Kultur zu akzeptieren und ganz wichtig, alles zu finanzieren Antworten



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