Bern

Eine Expo in Bern?

Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 28.03.2012

Die Bernexpo schlägt eine nationale Ausstellung in der Art der Expo.02 vor. Kostenpunkt: 250 bis 300 Millionen Franken.

1/5 Beton-Dinosaurier an der «Grün 80»: Die 2. Ausstellung für Garten- und Landschaftsbau.
Bild: Keystone

   

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Höchster Umsatz, höchster Gewinn

Diese Zahlen machen Freude: Mit einem Gesamtumsatz von 51,5 Millionen Franken im vergangenen Jahr steigerte die Bernexpo Groupe den bisherigen Rekordumsatz aus dem Jahr 2009 um 22 Prozent. Und der konsolidierte Jahresgewinn beträgt 5,3 Millionen Franken. Damit sei der Gewinn des Vergleichsjahrs 2009 um 1,8 Millionen Franken übertroffen worden, sagte Nicolas Markwalder, Verwaltungsratspräsident der Messeholding Bern AG, vor den Medien. Angesichts des Ergebnisses will der Verwaltungsrat der Messeholding Bern AG den Aktionären an der Generalversammlung beantragen, die Dividende um 20 Prozent pro Aktie zu erhöhen. Für das Jahr 2012 rechnet die Bernexpo Groupe im Vergleich mit 2011 mit «verhaltenen, aber positiven» Ergebnissen. 2013 sei die Entwicklungsperspektive «wieder klar wachstumsorientiert». Das gute Ergebnis 2011 sei nicht zuletzt auf die neue Ausstellungshalle Naha 2+ und die Gastronomiebetriebe zurückzuführen, die im April 2011 eingeweiht werden konnten, sagte Peter Niederhäuser, Verwaltungsratspräsident der Messepark Bern AG. Diese beiden Neuerung hätten sich bewährt. In der neuen Ausstellungshalle hätten im ersten Betriebsjahr bereits 24 Veranstaltungen stattgefunden. Dabei habe sich gezeigt, dass die neue Infrastruktur deutlich flexibler sei als zuvor. Es sei kein Problem, zwei Messen parallel durchzuführen, sagte Niederhäuser. So geschehen im letzten Herbst, als die Beauty-Messe und die WIR-Messe zur gleichen Zeit stattfanden. Mit der Fertigstellung des Projekts Naha 2+ sei die Bautätigkeit auf dem Messeplatz Bern vorerst abgeschlossen. (lsb/sda)

Die Zahlen, welche die Verantwortlichen der Bernexpo Groupe gestern an der Bilanz-Medienkonferenz präsentierten, konnten sich sehen lassen: Mit einem Umsatz von 51,5 Millionen Franken wurde der Rekordumsatz aus dem Jahr 2009 um 22 Prozent übertroffen. Und der Gewinn ist mit 5,3 Millionen Franken um 1,8 Millionen Franken höher als im bisherigen Rekordjahr.

Doch so eindrücklich die Zahlen auch sind, an der gestrigen Medienkonferenz war es vor allem eine zurzeit noch vage Idee, die das Interesse der Journalistenschar auf sich zog: ein nationales Grossprojekt namens «Grün 18». Dabei handelt es sich um ein «einzigartiges Ausstellungsformat» rund um die Themen Lebensraum und Natur, das im Kanton Bern für Furore sorgen soll, wie Bernexpo-Chef Roland Brand sagte. Wie der Name schon vermuten lasse, ähnle die geplante Ausstellung der «Grün 80», die 1980 in der Brüglinger Ebene in der Nähe von Basel stattfand. Die Berner Version soll «einfach moderner und grösser» werden, so Brand.

Die «Grün 80» war die zweite Schweizerische Ausstellung für Garten- und Landschaftsbau. Auf dem 46 Hektaren grossen Gelände wurden eigens für die Ausstellung 13'000 Bäume und Sträucher angepflanzt. Das Wahrzeichen war indes kein Baum, sondern ein Beton-Dinosaurier, der 2005 abgerissen werden musste.

In Bern oder die Aare entlang?

Die «Grün 18» soll anders als die Vorgängerin in Basel keine reine Gartenausstellung werden, sagte Brand. Vielmehr gehe es darum, das Thema Natur weiterzudrehen, indem auch Themenbereiche wie erneuerbare Energie, urbane Lebensräume oder Landwirtschaft mit einbezogen würden. Um ein solch grosses Projekt überhaupt durchführen zu können, braucht es Platz. Wo dieser sein könnte, ist noch nicht entschieden. Derzeit stünden zwei Varianten im Vordergrund: Die Ausstellung findet an einem einzigen Standort statt, wahrscheinlich in oder bei Bern. Oder aber es werden verschiedene Ausstellungsorte entlang der Aare festgelegt – so wie dies bei der Expo.02 der Fall war.

Während Inhalt und Standort noch unklar sind, hat die Bernexpo Groupe bereits konkrete Vorstellungen, was die Zahlen betrifft: Die Ausstellung soll während sechs Monaten geöffnet sein (April bis September 2018), drei Millionen Besucher anlocken und zwischen 250 und 300 Millionen Franken kosten, wobei zwei Drittel von Privaten finanziert werden müssten. Für den Rest würde wohl die öffentliche Hand aufkommen müssen. Angst, dass es an dieser scheitern könnte, hat Brand nicht: «Wir haben den Kanton sowie die Städte Bern und Thun bereits informiert. Die ersten Reaktionen waren allesamt positiv.»

«Eine grosse Kiste»

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) kann dies bestätigen: «Dieses Projekt ist äusserst interessant.» Selbstverständlich sei die Idee, in Bern oder die Aare entlang eine Ausstellung zu organisieren, für die Stadt spannend. Dennoch: «Dies ist eine grosse Kiste.» Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt noch so viele offene Fragen, dass es müssig sei, bereits über einen finanziellen Beitrag der Stadt Bern nachzudenken. Dies nicht zuletzt, weil es sich wohl um eine Summe handeln würde, die nicht in der Kompetenz des Gemeinderats liege. Es sei anzunehmen, dass dereinst die Berner Bevölkerung das letzte Wort haben werde. Klar sei aber, dass sich die Stadt an einer Machbarkeitstudie nicht finanziell beteilige, so Tschäppät.

Brand ist sich bewusst, dass es bis zur Ausstellung noch ein weiter Weg ist. Die Bernexpo Groupe sei nun dabei, ein Vorprojekt auszuarbeiten. Dieses soll in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Bis Ende Jahr werde entschieden, ob eine Machbarkeitsstudie durchgeführt wird. Läuft alles rund, geht das Projekt 2014 in die Planungsphase, sodass 2016 mit dem Bau begonnen werden könnte. Nur so sei es möglich, die Ausstellung im Frühling 2018 zu eröffnen.

Eine Eventhalle für Bern?

Es ist dies nicht das einzige Projekt, das die Bernexpo Groupe in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Gedanken müssen sich die Verantwortlichen auch über die 60-jährige Festhalle machen. Diese wurde vor drei Jahren für eine Million Franken saniert und kann noch rund zehn Jahre benutzt werden. doch um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, müsse bald eine neue Lösung ausgearbeitet werden, sagte Peter Niederhäuser, Verwaltungsratspräsident der Messepark Bern AG. Möglich sei, dass die Festhalle abgerissen werde und auf dem gleichen Perimeter eine vielseitig einsetzbare Eventhalle entstehe. Auch nicht ausgeschlossen sei, dass ein grösseres, multifunktionales Gebäude gebaut werde. Doch auch hier gilt: «Noch reden wir von Ideen und nicht von einem konkreten Projekt.» (Der Bund)

Erstellt: 28.03.2012, 15:03 Uhr

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