Bern

«Ein schwarzer Tag für Burgdorf»

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 18.11.2010 1 Kommentar

Burgdorfs Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch nimmt Stellung zur Schliessung der Roche Diabetes Care.

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Burgdorfs Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch. (Archiv: Beat Schweizer)

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Frau Zäch, wann haben Sie von der Schliessung der Roche (ROG 152.4 0.26%) Diabetes Care erfahren?

Der Geschäftsführer der Roche-Niederlassung Burgdorf, Stefan Aebi, hat mich am Vorabend der Bekanntgabe des Entscheides telefonisch informiert. Für einen solchen Schritt gab es überhaupt keine Anzeichen. Ich war bestürzt und völlig vor den Kopf gestossen. Meine Sorge gilt den betroffenen Angestellten. Das ist ein schwarzer Tag für Burgdorf.

Was bedeutet die Schliessung für den Wirtschaftsstandort Burgdorf?

Roche ist eine wichtige Firma für Burgdorf. Angesichts der hohen Gewinne von Roche ist der beabsichtigte Wegzug ausserordentlich bedauerlich und nur schwer verständlich. Der Medizinalbereich ist generell krisensicher. Das Wohl der Region hängt aber nicht alleine von Roche ab. Im Raum Burgdorf gibt es 11?000 Arbeitsplätze in den verschiedensten Branchen.

Haben Stadt und Kanton zu wenig getan, um Roche zu halten?

Nein, überhaupt nicht. Ich war letztes Jahr mit der kantonalen Wirtschaftsförderung auf Firmenbesuch und bekam einen rundum positiven Eindruck. Geschäftsführer Aebi betonte, dass sich das Unternehmen in Burgdorf wohl fühle.

Wie viele der betroffenen Angestellten wohnen in der Region?

Das kann ich nicht sagen. Es gibt aber sicher viele, die in der Region Wohnsitz genommen haben.

Würde ein Wegzug von Roche ein Loch in die Stadtkasse reissen?

Der direkte Steuerverlust betrüge rund 30'000 Franken pro Jahr.

Was wird die Stadt unternehmen?

Diesen Entscheid können wir nicht einfach hinnehmen. Kanton und Burgdorfer Gemeinderat werden nun gemeinsam das Gespräch mit Roche suchen. Dabei wird es primär darum gehen, den Standort Burgdorf zu retten. Käme es trotzdem zu Entlassungen, erwarten wir für die Betroffenen einen angemessenen Sozialplan. Das kann sich Roche leisten. (Der Bund)

Erstellt: 18.11.2010, 07:44 Uhr

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1 Kommentar

Ulrich Schlüchter

18.11.2010, 07:51 Uhr
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Dieses Vorgehen ist typisch bei Firmen die von Managern geleitet werden. Dem Manager sind Produktionstätte einen Graus. Sie wissen, dass Entwicklung sowie die Produktion ein hohes Risiko darstellt. Müssen sie doch auch noch für die Produkte haften, sollte einmal etwas passieren. Bei einer Zulieferung der Waren in welcher Form auch inmer, trägt der Hersteller das Risiko (Produktehaftung). Antworten



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