Bern

Ein Bärenwald für Mischa und Mascha

Von Katrin Schregenberger. Aktualisiert am 30.03.2012 1 Kommentar

Nach dem Bärenpark hat Bern nun auch einen Bärenwald: Im 6000 Quadratmeter grossen Gehege tummeln sich neu die russischen Bären Mischa und Mascha.

1/17 Beim Dählhölzli entstand der neue Bärenwald für die russischen Bären.
Bild: Adrian Moser

   

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«Honighimmelsbärinnenbernsteinfriedendiplomatieweltrusslandbern». Solche Wortkonstruktionen liest man an der Holzfassade des neuen Bärenhauses im Tierpark Dählhölzli. Dieses Wortungetüm passt gut zu dem, was Tierpark-Direktor Bernd Schildger an der gestrigen Eröffnung des Hauses und des Bärenwaldes sagte: «Bären verbinden Mensch und Natur. Bären verbinden Menschen miteinander. Und Bären verbinden Völker.»

Der Natur – also den Bären – kamen die Menschen, die gestern an der Eröffnung teilnahmen, wahrlich sehr nahe. Unter ihnen befanden sich Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP), Finanzdirektorin Barbara Hayoz (FDP) und zwei geladene Schulklassen.

Nahe an den Bären

Mischa und Mascha nahmen ihr neues 6035 Quadratmeter grosses Revier, den Bärenwald, in Windeseile in Besitz. Schnuppernd spazierten sie kaum zwei Meter von den Zuschauern entfernt vorbei – zwischen Mensch und Bären nur eine Glasscheibe. Wohin ihre Nase die Bären führte? Zu den Nüssen, den Rosinen und den Lachsstücken.

Schade nur, dass keiner der Bären Lust auf ein Bad verspürte, dann hätte man wohl selbst die Poren auf ihren Nasen begutachten können. Denn: Der «Pool» grenzt direkt an die Glaswand des neuen Bärenhauses. Die Besucher zückten als Erstes ihre Smartphones, um die Bären abzulichten. Allen voran die Schüler: «Ich habe nicht erwartet, dass wir den Bären so nahe kommen», sagte eine Zwölfjährige. Ihre Kollegin – ebenfalls mit Smartphone – fügte an: «So nahe habe ich Bären noch nie gesehen.»

Schweizer Handwerk

Das Bärenhaus, dessen Nordfassade aus Glas ist und so den Blick auf den Bärenwald ermöglicht, besteht ganz aus Naturmaterialien. Der Bau kostete 2,95 Millionen Franken, wovon die Hälfte von einer privaten Donatorin stammt. Das Haus besteht aus 180 Kubikmeter Weisstannenholz und 160 Kubikmeter Gneis aus dem Wallis. Kein Beton, kaum Stahl, kein Metall, kein Kitt. Für den Bau wurde auf traditionelles Schweizer Handwerk zurückgegriffen. Alles an diesem Bau ist verzapft und verdübelt. Und: «Alle Steine sind von Hand bearbeitet», sagt Architekt Patrick Thurston. Für ihn sei klar gewesen, dass für ein Bärenhaus nur Rohstoffe aus dem Wald infrage kämen. Denn der Bär, «die Nase des Waldes», wie er sagt, nehme in der Wildnis immer auch den Duft des Holzes wahr. Dies sei der Versuch, die Besucher in die Welt des Bären zu versetzen.

«Ein Besucher hat mir gesagt, hier drin fühle er sich fast wie in einer Kirche», erzählt Thurston. Vielleicht liegt das an der kühlen Raumtemperatur, vielleicht an der hohen Decke. Ob dieser Raum nun der Ort ist, wo die Bären «Menschen miteinander verbinden»?

Bernisch-russisches Kauderwelsch

Nicht nur die Menschen im Bärenhaus, sogar ganze Völker fänden durch die Bären zueinander, ist Tierpark-Direktor Schildger überzeugt. Mischa und Mascha wurden gar bewusst als «verbindendes» Element eingesetzt. Sie sind ein Geschenk, das der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew und seine Frau der Schweiz im September 2009 machten. Deshalb war gestern der russische Gesandte Michail Makarow zugegen, der die Verbundenheit zwischen den Staaten betonte: «Diese Bären sind ein Symbol für die bärenstarke Freundschaft zwischen unseren Ländern.»

Um das Geschenk zu würdigen, erinnert ein eingefrästes Schriftband, das sich über alle Wände des Baus zieht, an die russische Herkunft der Bären. Der Berner Schriftsteller Beat Sterchi und die russische Literaturstudentin Karina Akopian entwarfen Wortfantasien in kyrillischer Schrift. Teils in Deutsch, Französisch und Russisch, ist dies ein Kauderwelsch, das von Freiheit, der russischen Taiga, von Bären und Bernern erzählt. Die Bärenanlage im Dählhölzli ist also ein schweizerisch-russisches Potpourri: russische Bären, Schweizer Handwerk, kyrillische Schrift und Wortfetzen in beider Länder Sprachen. (Der Bund)

Erstellt: 29.03.2012, 10:58 Uhr

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1 Kommentar

Sibylle Weiss

01.04.2012, 22:33 Uhr
Melden 2 Empfehlung 1

Wenn man die Bären schon aus ihrem russischen Umfeld reisst, kann eine artgerechte Anlage nicht teuer genug sein. Diese liebenswerten Tiere sind unbezahlbar, Antworten



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