Bern

Die «Zangengeburt» stösst auf Zustimmung

Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 30.03.2012 1 Kommentar

Nach über 32 Jahren Behandlungsdauer segnete der Stadtrat den Nutzungszonenplan für die Allmenden ab. Doch was bedeutet das Konzept für die Nutzergruppen?

Laut dem städtischen Sportamt würde auch YB von den neuen Kusntrasenpltäzen auf der Grossen Allmend profitieren.

Laut dem städtischen Sportamt würde auch YB von den neuen Kusntrasenpltäzen auf der Grossen Allmend profitieren.
Bild: Adrian Moser

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Der Stadtrat hat dem Nutzungszonenplan für die Berner Allmenden am Donnerstag deutlich zugestimmt. Über den Kompromiss, der von Stadtpräsident Tschäppät als «Zangengeburt» bezeichnet wurde, wird schon bald das Volk an der Urne entscheiden.

Mitunter sieht das Konzept vor, dass auf der Kleinen Allmend Parkfläche für 500 Autos geschaffen wird. Diese soll an maximal 50 Tagen im Jahr genutzt werden können. Ein zweiter, gewichtiger Punkt betrifft die Rasenplätze auf den Allmenden. Während die vier bestehenden Rasenplätze auf der Grossen Allmend erhalten bleiben sollen, wird es vor allem auf dem Hyspaplatz Änderungen geben: Einerseits soll dort ein Feld aufgehoben werden, andererseits werden zwei neue Kunstrasenfelder mit zusätzlicher Infrastruktur zur freien Nutzung entstehen. Auf der Kleinen Allmend wiederum sind zwei neue Naturrasenplätze vorgesehen. Insgesamt also drei neue Rasenplätze, davon zwei künstliche.

«Platzprobleme massiv entschärfen»

Kurt Bachofner ist beim städtischen Sportamt für die Sportanlagen zuständig. Für ihn wären die drei zusätzlichen Rasenfelder eine runde Sache. «Wir haben jetzt schon diverse Nutzungsgruppen auf den Allmenden, für die Bedürfnisse aller aber einfach zu wenig Platz und deshalb ‹ein riesen Gstungg›.» Gerade für den Breitensport brächten die zusätzlichen Felder seiner Ansicht nach eine starke Entlastung: «Mit ihnen liessen sich die Platzprobleme des Breitensports im Osten Berns massiv entschärfen.» Denn gegenüber Naturrasenplätzen bringen die Kunstrasenfelder bei der Nutzung wie auch beim Unterhalt grosse Vorteile mit sich, wie Bachofner ausführt. So könnten sie – von der Winterpause einmal abgesehen – zwölf Monate lang genutzt werden, sogar bei Regen. Die Naturrasenfelder seien indes nur zwischen April und Oktorber nutzbar, wobei im Sommer wegen Instandsetzungsarbeiten zusätzlich ein Monat wegfalle. «Kunstrasen erlaubt also beinahe die doppelte Nutzungszeit gegenüber dem Naturrasen.»

Auch YB profitiert Konkret profitieren würden laut Bachofner diverse Nutzergruppen. So etwa die Kicker der Vereine Breitenrain und Wyler, aber auch andere Sportler wie etwa Rugby- und Frisbeespieler. Da man den Fussball «auf die Kunstrasenplätze konzentrieren» könnte, gäbe es auf dem Naturrasen letztlich mehr Luft für alle andern Nutzungsgruppen. Auch YB könne mit mehr Spielzeit auf den Allmenden rechnen, bestätigt Bachofner.

Tagsüber würden gerade die Kunstrasenfelder von den Hobbyvereinen kaum genutzt – dies käme den Profis zugute. Der Entscheid, welchen Sportlern auf der Allmend tatsächlich wie viel Spielzeit zugestanden wird, liegt letztlich beim Sportamt. Auch mit den zusätzlichen Feldern werde man kaum allen Ansprüchen gerecht werden können, räumt Bachofner ein. «Wir werden aber alle Nutzungsgruppen anhören und dann eine gerechte Verteilung anstreben.»

Begleitete Umsetzung

Sabine Schärrer, Präsidentin der Quartierkommission des Stadtteils vier, spricht in Bezug auf die geplanten Parkplätze von einem Kompromiss. Dieser «grösste gemeinsame Nenner» sei dank dem runden Tisch und der Mitwirkung der Quartierorganisationen zustandegekommen. Nun gelte es, diese auch bei der konkreten Umsetzung des Planes einzubeziehen.

Man gehe davon aus, dass die Stadt aus den betroffenen Quartieren Delegierte aufbieten werde, die Projekte, wie etwa die Realisierung des geplanten Spiel- und Begegnungsplatzes, begleiten könnten. Sehr erfreut zeigt sich Schärrer darüber, dass die geplanten Kunstrasenfelder auch weiterhin nicht eingezäunt sein werden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2012, 14:38 Uhr

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1 Kommentar

Georges Dubi

30.03.2012, 20:29 Uhr
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In was für einem glücklichen Land leben wir, dass wir uns 32 Jahre Zeit nehmen können, an einem Nutzungszonenplan zu basteln? Und als besonderes Zückerli darf jetzt dann noc das Volk darüber entscheiden! Antworten



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