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Bern

Die BFF Bern zeigt sich modisch und kämpferisch

Von Fiona Ziegler. Aktualisiert am 21.11.2011 1 Kommentar

Die Berner Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule will ihre Ateliers retten.

Bekleidungsgestalterinnen der BFF tragen ihre Kollektion zur Schau.

Bekleidungsgestalterinnen der BFF tragen ihre Kollektion zur Schau.
Bild: Tobias Anliker

In den Ausbildungs- und Produktionsateliers der BFF wird entworfen, zugeschnitten und genäht. Im Treppenhaus stehen eigens designte und fein geschneiderte Kleidungsmodelle. Eine Modeschau rückt die Kollektion von rund 40 angehenden Bekleidungsgestalterinnen und -gestaltern ins Licht: «Wir wollen zeigen, was wir hier machen und dafür kämpfen, dass die Ausbildungsmöglichkeit in Bern bestehen bleibt», sagt eine Gruppe von Studentinnen, welche ihre silbrigen Reflex-Kreationen an der BFF zur Schau tragen. Die umstrittene Motion«Wir waren erstaunt über den Entscheid der Regierung, rückten dann aber zusammen und waren uns einig: Jetzt müssen wir zeigen, was wir hier bieten und deshalb öffnen wir heute unsere Ateliers», sagte Heinz Salzmann, Direktor der BFF, anlässlich einer Pressekonferenz am Samstag.

Der Kanton Bern hat gegenwärtig zwei Ausbildungsstandorte für das Berufsfeld der Bekleidungsgestaltung: die BFF Bern und die Schlossbergschule in Spiez. Aufgrund des finanziellen Entlastungspakets 2012–2015 beschloss der Regierungsrat, die Schlossbergschule in Spiez zu schliessen. Daraufhin reichten Politiker des Oberlands eine Motion im Grossen Rat ein, welche die Schliessung der Schlossbergschule in Spiez verhindern sollte und den Abbau der Ausbildung an der BFF in Bern zur Folge hätte. Direktor der Schlossbergschule ist SP-Grossrat Andreas Blaser, Präsident der Oberaufsichtskommission des Grossen Rates.

Vor zwei Wochen kam dann die Kehrtwende: Die Regierung empfahl dem Grossen Rat, die eingereichte Motion anzunehmen. Kritiker meinen, dass sich die Oberland- und SP-Lobby durchgesetzt habe. Wird die Motion im Rahmen der Finanzdebatte im Grossen Rat Ende November angenommen, bedeutet dies das Aus für die Ausbildungsplätze in Bern.

Der Bildungsstandort Bern

«Uns geht es um Bildung und nicht um Regionalpolitik», stellte Salzmann klar und fasst in vier Punkten zusammen, weshalb die Couture-Ateliers in Bern nicht geschlossen werden dürfen: Die Ausbildung an der BFF sei dank dem zentralen Standort der Schule an den urbanen Kundenstamm und damit an Kundenaufträge gekoppelt.

Ausserdem kämen mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler des betroffenen Studienganges aus den Regionen Bern-Mittelland, Emmental und Oberaargau, was für einen zentralen Ausbildungsstandort in der Region spreche. Auch besuchten kantonsweit alle Studierenden des Faches Bekleidungsgestaltung ihren Fachunterricht in Bern. Und schliesslich sei auch die Nähe zu anderen gestalterischen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, wie beispielsweise zur Schule für Gestaltung, ein weiteres Argument für den Ausbildungsstandort Bern.

Das bildungspolitische Hauptargument, welches für den Bildungsstandort Bern spreche, sei aber der Grundsatz der Berufsschulorganisation: Gibt es für eine Berufsausbildung nur eine Fachschule im Kanton, so müsse diese im Zentrum, also in Bern, liegen, sagte Salzmann.

Eine Schule mit Tradition

Die Ausbildung von Bekleidungsgestalterinnen und -gestaltern hat in Bern eine lange Tradition: 1888 wurde die Frauenarbeitsschule gegründet mit dem Ziel, Frauen die Fertigkeiten des Handarbeitens zu vermitteln. Aus der Frauenarbeitsschule entstand 1984 die BFF Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule Bern. Die traditionsreiche Ausbildung der Bekleidungsgestaltung sei an der BFF nicht wegzudenken, sagte BFF-Vizedirektorin Susanne Fehr.

«Es ist ein schönes und nützliches Handwerk, und es wäre schade, wenn es in Bern nicht mehr gelehrt würde», sagte Nora Hajek, angehende Damenschneiderin im dritten Lehrjahr. «Unsere Kollektion soll ins Licht rücken, was verloren geht, wenn die Couture-Ateliers in Bern geschlossen würden», sind sich die BFF-Studentinnen einig. (Der Bund)

Erstellt: 21.11.2011, 08:22 Uhr

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1 Kommentar

Nicole Meier

21.11.2011, 10:54 Uhr
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Wieso behält man nicht beide Standorte? Spiez ist für das Berner - WalliserOberland wichtig, Bern für die Stadt und das Mittelland. Subventionen für die Kultur streichen, dafür mehr in die Bildung - Ausbildung Inverstieren. Durch eine gute Bildung - Ausbildung habe ich einen warmen Magen, Kultur macht mich nicht satt. Antworten



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