Bern

Die AKW-Gegner picknicken wieder

Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 03.08.2012 2 Kommentare

Eine kleine Schaar AKW-Gegner hat sich am Freitagmittag vor dem Hauptsitz der BKW zum friedlichen Picknick versammelt.

Der Park hat seinen Protest zurück: AKW-Gegner protestieren am Freitag auf der Wiese vor dem Hauptsitz der BKW.

Der Park hat seinen Protest zurück: AKW-Gegner protestieren am Freitag auf der Wiese vor dem Hauptsitz der BKW.
Bild: Matthias Ryffel

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Am Berner Viktoriaplatz steigt am Freitagmittag ein Mann über die niedrige Umzäunung in den grünen Park. Er lässt sich ins Gras sinken und pflanzt eine Fahne. «Atomkraft nein Danke!» ist auf ihr zu lesen. Eine halbe Stunde später picknicken knapp 30 AKW-Gegner friedlich auf der Wiese. Sie verlangen, dass das AKW Mühleberg sofort ausser Betrieb genommen wird.

Aufgerufen zu dem Picknick hatte die Bewegung AKW Ade. Sie ist aus dem Camp der AKW-Gegner am Viktoriaplatz hervorgegangen, welches die Berner Behörden im Juni 2011 auflösten. Tom Locher, aus Reitschulkreisen bekannt, nimmt am Freitag Stellung für AKW ADE: «Wir sind hier, weil die Problematik noch immer die gleiche ist, wie damals, als wir das Camp gründeten.» In Mühleberg werde noch immer Atomstrom produziert. «Seit 40 Jahren leben wir neben einer Zeitbombe.»

Dem Widerstand Kontinuität geben

Es sei wichtig, dass jene, die kritisieren, einen Ort des Austauschs hätten, fährt Locher fort. «Das Picknick bietet Gelegenheit zu diskutieren, zur Vernetzung; Gelegenheit Aktionen zu planen.» Dass nicht mehr Leute auf den Viktoriaplatz gefunden haben, wertet Locher nicht als Scheitern. «Viele wissen wohl gar nicht mehr, dass es solche Picknicks gibt.» Diese Tradition wolle man nun wieder aufleben lassen und dem Widerstand Kontinuität geben. Er rechne auch damit, dass die Picknicks künftig mehr Leute anziehen. Ausserdem stünden die Stadtwahlen an, bemerkt Locher trocken. «Dann dürften auch die Politiker auftauchen.»

Lange zu warten braucht Locher nicht. Schon bald steht Stadtrat Hasim Sancar (GB) am Zaun. Er sammelt Unterschriften für die Initiative für eine grüne Wirtschaft, äussert sich dezidiert positiv zum Picknick und gesellt sich zu den Aktivisten auf den Rasen. Viele von diesen zählen zum «alten Eisen» – sie waren 2011 im Camp dabei. Anders der Berner Gymnasiast Alain, er «picknickt» zum ersten Mal. «Ich bin hier, um zu zeigen, dass es Leute gibt, die sich eine Welt ohne AKWs vorstellen können», sagt er.

Bewilligung fehlt

Eine Bewilligung für das Picknick hat AKW ADE bei der Stadt nicht eingeholt. Zwei Kantonspolizisten fordern die Aktivisten am Freitag denn auch bald auf, den Park zu verlassen. Als diese sich aber weigern, ziehen die Beamten unverrichteter Dinge ab.

Bereits hat die Bewegung weitere Picknicks angekündigt. Ein neuerliches Camp dürfte indes nicht zur Debatte stehen. Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) hat am Donnerstag auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet klare Ansagen gemacht: «Ein neues Zeltlager werden wir nicht tolerieren.» Der Park beim Viktoriaplatz habe schon einmal aufwendig saniert werden müssen.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.08.2012, 13:41 Uhr

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2 Kommentare

Edith Gerber

03.08.2012, 13:48 Uhr
Melden 20 Empfehlung 0

Es ist eine Schande, dass das AKW Mühleberg immer noch läuft, obwohl so viele Schweienreien zum Hervorschein gekommen sind! Kompliment an die Protestierenden, weiter so! Insisitieren, so das die dort oben merken, was Sache ist! Antworten



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