Der zugefrorene Egelsee erwärmt die Berner
Natureisbahn
Natureisbahn Egelsee. Werktags offen von 13 bis 19 Uhr, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr. Eintritt 3 Franken, Kinder 1 Franken.
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Für die bald vierjährige Emilia Lewis aus Bern war am Mittwoch in mehrfacher Hinsicht der Tag: Sie trug erstmals ihre eigenen, schneeweissen Schlittschuhe. Und der Egelsee trug erstmals sie, die kleine Eisprinzessin Emilia. Denn: Der zugefrorene See ist seit nun fürs Eislaufen freigegeben. Das Eis hält.
Rasch gewachsenes Eis
Für Eismeister Patrick Sutter ist die Eröffnung der natürlichen Eisbahn zwar eine frostige Sache, aber keine Zitterpartie. Zunächst hatte er zwar die Hoffnung auf eine Eissaison 2012 praktisch schon aufgegeben. Aber die bissige Kälte ab Ende Januar liess rasch eine «überdurchschnittlich dicke und wunderschön dichte» Eisschicht wachsen. Wo immer Sutter die Eisschicht durchbohrt, misst er eine Dicke von 16 bis 18 Zentimetern. Mindestens 10 bis 12 Zentimeter sind nötig, um eine Schar von Eisläuferinnen und Eisläufern zu tragen.
Reiz des Vergänglichen
Für den Schosshalden-Ostring-Murifeld-Leist (Soml), der den Eisbetrieb sicherstellt, ist die keineswegs jährlich wiederkehrende Eisbahnzeit ein Höhepunkt: Gefriert der See, taut das Quartier auf. Familien erobern das Eis. Nostalgikern wird warm ums Herz. «Schlöflen» auf dem Egelsee hat aber den Reiz des Vergänglichen. Zwar ist die Eisschicht heuer dick und die Wetterprognose verlockend. Aber schon ab Mitte nächster Woche dürfte der Spass zur Neige gehen, denn sobald das Eis tagsüber etwas antaut, verliert es rasch an Tragkraft. Die gegenwärtige Kälte fühlt sich zwar rekordverdächtig an. Aber an der Kälteperiode von 1964 wird sich die heurige Eissaison am Egelsee nicht messen können: Damals war der See während 29 Tagen freigegeben.
Blubberndes von unten
Nicht allein die Kälte entscheidet, wie lange die «Seegfrörni» anhält und das Eis trägt. Zugesetzt wird dem Eis auch von unten, als Spätfolge unbedachter, sommerlicher Fütterung von Fisch und Vogel mit hartem Brot. Eismeister Sutter geht davon aus, dass deutlich zu viel Brot im See landet, was eine zu üppige Fäulnisschicht am Seeboden begünstigt. Und die aus diesem Schlick aufsteigenden Gase zernagen die Eisschicht von unten. Ohne Sutters permanente Messung der Eisdicke geht es darum nicht. (Der Bund)
Erstellt: 08.02.2012, 14:51 Uhr
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