Der Schieber zum Bärenwald steht offen
Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 18.05.2011 1 Kommentar
Mischa und Mascha in ihrem Gehege. (Archiv: Manuel Zingg)
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Mischa und Mascha leben zurzeit in einem lärmigen Umfeld: Rund um das alte Gehege der beiden Braunbären sind die Baumaschinen auf dem Vormarsch. Gleich neben der Gehegemauer bereitet ein Bagger den Boden für den Bau des neuen Empfangsgebäudes vor, das dereinst den Besuchern Einblick ins neue Bärengehege bieten soll. Der nördliche Teil der neuen Anlage ist bereits fertiggestellt. Ein Augenschein auf diesem Gelände macht deutlich, was mit dem Projektnamen «Bärenwald» gemeint ist: Das kupierte Gelände innerhalb des viereinhalb Meter hohen Gitterzaunes weist dichtes Buschwerk und hohe Bäume auf. In verschiedenen Bereichen türmen sich Wurzelwerk und Steine. «Die Bären sollen nach Lust und Laune graben können», sagt Bauleiter Beat Messerli. Die Versteckmöglichkeiten für die Raubtiere sind Absicht. «Es ist eine Qualität der Anlage, dass man die Bären nicht auf Anhieb findet», sagt Tierpark-Direktor Bernd Schildger. Vor dem Bau des Bärenparks zum Beispiel habe er diesbezügliche Bedenken stets zu zerstreuen versucht. Mittlerweile sei er aber zu anderen Schlüssen gekommen. «Schnelle Erlebnisse vor Ort, konfektionierte Bären frei zur Konsumation sind mit den Kriterien artgerechter Tierhaltung nicht zur Deckung zu bringen», hält Schildger in einem Arbeitspapier zum nicht kommerziellen Gewinn des Bärenparks fest.
Terminlich und finanziell auf Kurs
Die Eröffnung des 3500 Quadratmeter grossen nördlichen Teils des Bärenwalds ist für Ende Juni dieses Jahres vorgesehen. Laut Schildger sind die Arbeiten terminlich und finanziell auf Kurs. «Das Wachstum der Bären diktiert uns den Zeitplan.» Je 200 Kilogramm bringen die beiden Mutzen, die der russische Präsident Dmitri Medwedew im Herbst 2009 der Stadt Bern vermacht hatte, mittlerweile auf die Waage. 400 bis 700 Kilogramm werden es dereinst sein. Entsprechend viel Platz brauchen die Tiere.
Der 2500 Quadratmeter grosse südliche Teil der Anlage mit dem Empfangsgebäude wird im Frühling 2012 fertiggestellt. Ab Ostern nächsten Jahres wird das Publikum die Bären vom Empfangsgebäude und von einer weiteren Plattform aus einsehen können. Zudem wird ein Weg um die Anlage herumführen. Die termingerechte Abwicklung des Baus und die Einhaltung des Kostenrahmens von knapp drei Millionen Franken sind das Verdienst von Tierpark-Mitarbeitenden wie Beat Messerli. Denn der Tierpark baut die Bärenanlage in Eigenregie. Tierpfleger im Dählhölzli sind in der Regel auch Handwerker. «Beim Bärengehege konnten sie ihr Fachwissen direkt anwenden und mussten es nicht erst in Projektsitzungen an Architekten und Planer weitergeben», sagt Schildger. Er räumt indes ein, dass eine externe Bauherrschaft bei komplexeren Konstruktionen sicher sinnvoll sei.
Die Tierpfleger haben ihr bauliches Wissen auch beim Bau der neuen Bezoarziegen-Anlage an der Aare unter Beweis gestellt. Das alte Ziegengehege musste dem Bärenwald weichen. Dank Eigenleistungen habe der Kreditrahmen von 855'000 um 133'000 Franken unterschritten werden können, sagt Schildger. Beim Bärenwald trugen die Mitarbeitenden zum Beispiel zur Einsparung eines fünfstelligen Betrages beim Bau des 1,5 Meter tiefen Untergrabungsschutzes entlang des Geheges bei. So sei der Schutz selber aus Teilen des alten Zaunes gefertigt, was an den 48 Zaunpfählen spezielle Fundamente notwendig machte. «Unsere Leute haben diese Fundamente selber gebaut.» Ein solches Vorgehen sei nur bei einem Bau unter Eigenregie möglich, sagt Schildger. (Der Bund)
Erstellt: 18.05.2011, 08:17 Uhr
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