Bern

Der Muriger Verkehrsknoten soll entflochten werden

Von Sebastian Meier. Aktualisiert am 09.12.2011

Ein neuer Kreisel soll die erhoffte Entlastung beim Gümligenfeld bringen.

Vereint gegen den Verkehrskollaps: Gemeindepräsident Saxer (l.) und Astra-Filialleiter Wetter.

Vereint gegen den Verkehrskollaps: Gemeindepräsident Saxer (l.) und Astra-Filialleiter Wetter.
Bild: Franziska Scheidegger

Umgestaltung des Autobahnanschlusses Muri. (Bild: Bund-Grafik str)

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Der Verkehrsknoten beim Gümligenfeld östlich von Muri ist für viele Autofahrer ein tägliches Ärgernis. Die Strassen, Kreisel, Kreuzungen und Autobahnzubringer stossen wochentags regelmässig an ihre Kapazitätsgrenzen. Und mit der allgemeinen Verkehrszunahme und dem Ausbau des kantonalen Entwicklungsschwerpunktes Gümligenfeld dürfte sich die Situation in absehbarer Zukunft noch verschärfen.

Mit vereinten Kräften wollen nun Bund, Kanton und die Gemeinde Muri dem Verkehrskollaps frühzeitig entgegentreten. Nach dreijähriger Planung präsentierten die Verantwortlichen gestern in Muri erstmals einen umfassenden Massnahmenkatalog. Abhilfe sollen neben baulichen Massnahmen auch eine Strassensperrung und neue Lichtsignale schaffen.

Entlastung mit «Verkehrsturbine»

Das Herzstück der Strategie ist der neue Kreisel Waldrain im Osten des Verkehrsknotens. Rund zehn Millionen Franken will der Bund für das Teilprojekt aufwenden, sagte gestern David Wetter, Filialleiter Thun des Bundesamtes für Strassen (Astra). Der Kreisel soll dereinst zum wichtigsten Schnittpunkt zwischen der Autobahn A 6, der Kantonsstrasse T 10 und der Thunstrasse werden. Mit der neuen «Verkehrsturbine» soll der Verkehr künftig um die Problemstellen geleitet werden, die in den Stosszeiten jeweils verstopft sind. Der neue Kreisel wäre laut Wetter auch sicherheitstechnisch ein Fortschritt gegenüber der bestehenden Kreuzung.

Eines der Nadelöhre, das durch den Neubau entlastet werden soll, ist der Kreisel Feldstrasse südlich des Gümligenfelds. An dieser «heissen Kreuzung» werde während der Stosszeiten regelmässig die kritische Grenze erreicht, bei welcher «der Kreisel aufhört zu drehen», so Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP). Dies habe zur Folge, dass es während der Spitzenzeiten fast unmöglich sei, vom Gümligenfeld her auf die Thunstrasse einzubiegen. Mit dem neuen Kreisel Waldrain soll der Verkehr von der A 6 erst nach dieser neuralgischen Stelle auf die Thunstrasse geleitet werden.

Die Feldstrasse wird gesperrt

Für eine zusätzliche Entlastung dürfte die von Saxer angekündigte Sperrung der Feldstrasse sorgen. Ab der Abzweigung zum Mediamarkt soll die Gemeindestrasse künftig dem Zubringerdienst vorbehalten sein. Die Massnahme dränge sich auf, weil sich die schmale Strasse schleichend zur Hauptachse entwickelt habe. Dies habe nicht nur die Infrastruktur an ihre Grenzen gebracht, sondern sei auch den Anwohnern sauer aufgestossen. Die Sperrung könnte allerdings andernorts für Irritationen sorgen. So dürfte das Verkehrsaufkommen nicht nur auf der A 6 und der T 10, sondern auch auf der Worbstrasse und Thunstrasse zunehmen.

Der Mehrverkehr soll wiederum mit flankierenden Massnahmen und neuen Lichtsignalen abgefedert werden. So sollen etwa auf der Thunstrasse neue Ampeln den reibungslosen Verkehrsfluss garantieren. Während der Spitzenzeiten soll so auch der Verkehr auf der A 6 in Richtung Bern geregelt werden. In Fahrtrichtung Thun soll gleichzeitig die Ausfahrtsspur verlängert werden. Spurwechsel sollen damit erleichtert, gefährliche Manöver verhindert und die Staugefahr minimiert werden.

Für die Gemeinde Muri dürften die Kosten für die Umsetzung des neuen Verkehrskonzeptes unter einer Million Franken liegen; beim Kanton rechnet man mit einem einstelligen Millionenbetrag. Noch ist aber nichts in Stein gemeisselt. Erste Massnahmen könnten bereits 2013 umgesetzt werden, der Kreisel Waldrain dürfte hingegen erst 2017 für die erhoffte Entlastung sorgen. Das Verkehrsproblem könne aber nur mit der Umsetzung des gesamten Massnahmenpaketes gelöst werden, sagte Astra-Filialleiter Wetter. Laufende Projekte zum Ausbau der A 6 seien hingegen unabhängig davon weiterzuführen. (Der Bund)

Erstellt: 09.12.2011, 11:41 Uhr

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