Bern

Der Fussball kehrt in Berns Beizen zurück

Von Martin Erdmann. Aktualisiert am 30.05.2012

Das grosse Fussballfieber der Heim-EM 2008 ist in der Stadt Bern erloschen: Während der Euro 12 findet kein grosses Public Viewing. Abhilfe schaffen die Beizen in der Stadt und Region.

1/5 Bloss noch in blasser Erinnerung: Der volle Bundesplatz während der Euro 08.
Bild: Beat Schweizer

   

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Am 8. Juni fällt in Warschau der Anpfiff zum Eröffnungsspiel der Euro 2012, doch dieser scheint in Bern auf taube Ohren zu stossen. Noch an der letzten Europameisterschaft, als die Schweiz Gastgeber war, verwandelten sich Berns Strassen zu Festmeilen: Wo sich 2008 tausende Menschen versammelten, um gemeinsam die Spiele zu schauen, wird dieses Jahr gähnende Leere herrschen. «Wir haben bis jetzt kein Gesuch für ein Public Viewing erhalten», sagt Marc Heeb, Leiter Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern.

Wo liegt der Grund für Berns Fussballfrust? Heeb glaubt die Antwort zu kennen: «Wir gehen davon aus, dass die Abwesenheit der Schweiz an der EM eine grosse Rolle spielt.» Fussball wird diesen Sommer also nicht zum Massenanlass. Fans, die dennoch nicht ganz vereinsamen wollen, können auf das Angebot verschiedener Gastrobetriebe zählen.

«Es ist in der Stadt Bern möglich, dass man bei den Aussenbestuhlungen alle Spiele an einem Bildschirm übertragen darf», sagt Heeb. Dies geschehe zum Beispiel bei beiden City Beaches auf der Grossen Schanze. Viel mehr Handlungsbedarf sieht Heeb nicht. «Wahrscheinlich genügt dieses Angebot um die Nachfrage abzudecken.»

Reitschule zieht sich zurück

Die Reitschule wollte eigentlich mit einem Public Viewing samt Rahmenprogramm auffahren, doch das geplante Fussballfest wurde nun kurzfristig abgesagt. «Da eine der verfügten Verwaltungszwangsmassnahmen von Regierungsstatthalter Christoph Lerch im Juni 2012 nicht nur den Betrieb der Aussenbar, sondern sämtliche Veranstaltungen auf dem Vorplatz verbietet, kann das Public Viewing nicht stattfinden», lässt die Mediengruppe der Reitschule verlauten.

Ob ein Public Viewing in sehr reduzierter Form stattfindet oder ganz darauf verzichtet wird, sei noch nicht entschieden.

König Fussball thront in Köniz

Anders sieht die Situation im Westside aus. Gleich an drei Standorten können die Spiele verfolgt werden. Ab dem Halbfinal werden die Partien von Sportmoderator Albi Saner und Martin Weber, Captain der YB-Meistermannschaft von 1986, kommentiert.

In Köniz lässt man sich das Fussballfest nicht verderben. Im Kulturhof – Schloss Köniz werden sämtliche Spiele gezeigt. Die Gruppenspiele werden im Schärmeruum übertragen, ab den Achtelfinals geht es in den Schlosshof. Zudem wird eine Street-Soccer-Anlage, sowie Ping-Pong-Tische und Tischfussballkästen zur Verfügung stehen.

Burgdorf wird ebenfalls zur Fussballfestung. Die Wirtschaft zum Schützenhaus punktet nicht nur mit selbstgebrautem Bier, sondern auch mit einer eigenen Arena. Ein Zelt mit Platz für 250 Zuschauer soll für Stadionatmosphäre sorgen.

Auf dem Gurten werden derweil die Zuschauer zu Mitspieler: In Nachbarschaft zu den schottischen Hochlandrinder reiht Highland Gurten seine Gäste in einen menschlichen Töggelikasten ein. Auf einem 170 Quadratmeter grossen Feld treten jeweils acht Personen gegeneinander an. Neben Torwandschiessen, Fussballkegeln und einem Hindernis-Parcours werden auch alle Spiele live übertragen.

In familiären Kreisen

In kleinerem Rahmen wird im Lokal die Euro 2012 verfolgt. Das Restaurant im Breitenrain verzichtet auf Grossleinwände und will die EM als «familiärer Insiderevent» bestreiten. Der Gastbetrieb soll nicht zusätzlich erweitert werden. Daher ist der Platz auf rund 30 Menschen limitiert.

Das YB-Fanlokal Halbzeit spannt mit dem Quartier-Bioladen Lola und dem Bierexpress zusammen und bedient im Hof der Garage Serini an der EM-Bar. Auch das Café Kairo in der Lorraine überträgt wie gewohnt alle Spiele der EM-Endrunde.

Wohl der kleinste EM-Event bietet die eben erst eröffnete Zar Bar an der Pestalozzistrasse. Diese ist kaum grösser als ein Wohnzimmer. Dennoch werden alle Spiele übertragen, während im Bierhübeli das runde Leder auch ohne Schweizer Beteiligung täglich rollt.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.05.2012, 16:31 Uhr

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