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Der Frust in der Markthalle wächst

Von Hanna Jordi. Aktualisiert am 04.02.2012 1 Kommentar

Die Ungewissheit über die Zukunft der Berner Markthalle hält an – und frustriert die Mieter zunehmend. Sicher ist: Drängt sich eine Gesamtsanierung auf, ist die Markthalle Geschichte.

Am Scheideweg: Die Berner Markthalle.

Am Scheideweg: Die Berner Markthalle.
Bild: Benedikt Sartorius

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Seit vergangenem Sommer warten die Mieter des Gastrotempels Markthalle vergeblich auf eine Verlängerung ihrer Mietverträge. Bis auf wenige Ausnahmen laufen die befristeten Verträge im Sommer 2013 aus.

Ende Dezember äusserte René Huber von der Liegenschaftsverwaltung Huber und Ploerer gegenüber dem «Bund» die Hoffnung, die Mieter zu Beginn des neuen Jahres 2012 über die Zukunft der Markthalle informieren zu können. Man wolle erst technische Berichte zum Zustand der Markthalle abwarten.

Eine Sitzung mit den Verpächtern und den Mietern am 17. Januar wurde jedoch ersatzlos gestrichen. «Wir werden nur vertröstet», sagt Kurt Sahli gegenüber DerBund.ch/Newsnet, Geschäftsführer des Ängelibecks, «es ist frustrierend».

Mit Flyer auf Standortsuche

Einige Mieter haben die Konsequenzen gezogen – und sehen sich nach neuen Standorten um. Nachdem bereits die Leitung des Restaurants Mille Sens offenlegte, dass sie sich nach Alternativen umsieht, hat nun auch das Restaurant Kabuki Massnahmen eingeleitet.

Seit Kurzem werden den Gästen des japanischen Restaurants Flyer verteilt: Die Filiale sei auf der Suche nach einem Ladenlokal. Wer einen geeigneten Standort kenne, solle sich bitte melden. «Wir haben immer gesagt, dass wir gerne in der Markthalle bleiben würden», sagt Inhaber Shinji Tanaka zum Hintergrund der Aktion. «Doch wir können nicht länger auf eine Antwort warten.» Besonders für die Mitarbeiter des Betriebs sei die Ungewissheit belastend, so Tanaka auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet.

Doch nicht nur die Kommunikationsstrategie von Huber und Ploerer verstört die Markthallen-Mieter. Ebenfalls Unmut erregt die Preispolitik der Verpächter. «Das Preisleistungsverhältnis stimmt längst nicht mehr», sagt Kurt Sahli vom Ängelibeck. «Die Infrastruktur ist desolat».

Für das Lokal von 42 Quadratmetern zahlt Sahli rund 9000 Franken monatlich – je nach Umsatz etwas mehr oder weniger. Die Verwaltung bezieht eine Umsatzmiete. Auch Shinji Tanaka ist überzeugt: «Wenn die Markthalle so weiterexistieren soll wie bisher, muss im grossen Stil saniert werden.» Hartnäckig halten sich die Gerüchte, wonach die Markthalle ohnehin nicht mehr weitervermietet werden soll, sondern vor dem Verkauf steht.

Im Falle einer Sanierung ist Schluss

Diese Spekulation will René Huber von der Liegenschaftsverwaltung nicht kommentieren. Allerdings kann er es verstehen, dass manche Mieter frustriert sind: «Die Markthalle ist ein guter Standort, den man nicht einbüssen möchte.»

Unklar sei die Zukunft für die Mieter indes nicht: «Sie wissen, dass die Verträge 2013 auslaufen. Davon können sie ausgehen.» Verlängert würden diese nur, wenn in der Markthalle keine Gesamtsanierung anstünde. «Wenn sich herausstellt, dass tiefgreifende Sanierungen anstehen, ist die Markthalle, wie wir sie jetzt kennen, Geschichte.» Die Verträge würden in diesem Fall nicht erneuert, das Gebäude würde saniert und im Anschluss neue Mieter gesucht.

Ob dies der Fall ist, hängt vom Ergebnis der Berichte zum baulichen Zustand der Liegenschaft ab, die Huber und Ploerer vergangenes Jahr in Auftrag gegeben haben. Der Abschluss der Berichte stünde leider nach wie vor aus, so Huber. Deshalb habe man auch die Mieter noch nicht informieren können. «Ich bin aber zuversichtlich, dass dies noch diesen Monat der Fall ist.»

Gastronomie hat dem Gebäude zugesetzt

Die Abnutzung der Infrastruktur begründet er damit, dass die Markthalle ursprünglich als Markthalle konzipiert war, in der hauptsächlich Waren feilgeboten werden. Nach der Gründung vor 13 Jahren stellte sich aber bald heraus, dass die Berner dieses Konzept nicht goutierten – was dazu führte, dass mehr und mehr Gastronomiebetriebe einzogen. «Die Emissionen sind stärker und auch der Kundenfluss», so Huber. «Dadurch hat die Infrastruktur gelitten». Im vergangenen Jahrzehnt sei aufgrund fehlender Liquidität in Sachen Unterhalt tatsächlich «nicht viel» gemacht worden. Die Mieterträge deckten den Aufwand praktisch nicht, so Huber.

Nicht alle 17 Markthallen-Mieter wären vom drohenden Vertragsende so unmittelbar betroffen wie der Ängelibeck oder das Kabuki – drei Mietverträge laufen erst in späteren Jahren aus. An zwei davon, der Tosca Bar im Untergeschoss der Liegenschaft und dem Restaurant Wok Town, ist René Huber privat beteiligt. Im Falle einer Sanierung müssten sich allerdings auch diese Betriebe neu ausrichten.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.02.2012, 15:46 Uhr

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1 Kommentar

Stefan Meier

03.02.2012, 23:40 Uhr
Melden 3 Empfehlung

9'000 pro Monat für 42 Quadratmeter? Bei der Gesamtfläche der Markthalle dürften damit bei allen Geschäften zusammen locker jährliche Mieterträge von 1,5 Mio reinkommen. Und das soll den Aufwand nicht decken? Da hat Herr Huber wohl das kleine Einmaleins der Buchhaltung nicht gelernt! Riecht doch einfach nach Abzockversuch von H+P. Antworten



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