Der Fahrplan um Bern wird dichter
Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 11.11.2011 1 Kommentar
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Neue Fahrzeuge
Am 11. Dezember werden nicht nur neue S-Bahn-Verbindungen und Postauto-Linien eingeführt. Es wird auch neues Rollmaterial, respektive neue Fahrzeuge geben. Um die Kapazität steigern zu können, hat die BLS 28 neue Doppelstocktriebzüge beschafft. Die ersten Züge fahren ab 2013 auf der Linie S1 (Freiburg - Bern - Münsingen - Thun); ab 2014 werden sie auch auf den Linien S3 (Biel - Bern - Belp) und S6 (Bern - Schwarzenburg) eingesetzt. Dadurch stehen den Pendlerinnen und Pendlern rund 30 Prozent mehr Sitzplätze zur Verfügung. Ab Mitte 2012 werden zudem vier neue Lötschberger-Züge in Betrieb genommen. Seit einiger Zeit verkehrt auf dem Frienisberg ein Hybridpostauto. Nun sollen vier weitere dazukommen, die auf dem Frienisberg und in Interlaken eingesetzt werden. Weitere solche Busse seien vorerst noch nicht vorgesehen. Gemäss Silvio Gely, Leiter Postauto Region Bern, kosten Hybridbusse rund 200'000 Franken mehr als herkömmliche Dieselbusse.
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Der öffentliche Verkehr sei eine Erfolgsgeschichte, sagte die kantonale Verkehrsdirektorin Barbara Egger-Jenzer gestern an einer Medienkonferenz zum Fahrplanwechsel 2011. In den letzten 20 Jahren sei der ÖV, insbesondere das Berner S-Bahn-Netz, stetig ausgebaut worden: Bereits 1987 sei die erste Durchmesserlinie, die Linie Freiburg - Bern - Thun, realisiert worden. Bis heute wurde das Netz stetig ausgebaut.
Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember kommen nun weitere Neuerungen dazu. So führt die BLS, die Betreiberin der Berner S-Bahn, zwischen Münchenbuchsee und Belp den Viertelstundentakt ein. Dies gab Andreas Willich, Leiter Personenverkehr der BLS, bei der Vorstellung des neuen Fahrplans bekannt. Es wird dies die Linie S31 sein. Die Züge der neuen Linie verkehren von Montag bis Freitag zwischen 6 und 21 Uhr jede halbe Stunde. Der Viertelstundentakt ergibt sich zusammen mit der bestehenden S-Bahn-Linie 3. Diese verkehrt zwischen Biel und Thun.Eine weitere Neuerung, die nicht zuletzt Schneesportler freuen dürfte, ist die Einführung des Stundentakts zwischen Bern - Spiez - Brig, respektive Zweisimmen. Der Regio-Express «Lötschberger» verkehrt zurzeit nur zweimal täglich, dies jeweils zu den Stosszeiten am Morgen und am Abend.
Alle 15 Minuten zum Lindenhof
Auch auf den Postautolinien stehen einige Veränderungen an: Mit dem Fahrplanwechsel fahren die Linien 102, 104, 105 und 106, die den Frienisberg erschliessen, nicht mehr über die Halenstrasse. Die Strasse durch den Bremgartenwald wird ab dem 11. Dezember auch für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Postautos verkehren neu via Lindenhofspital und Park and Ride Neufeld. Die neue Linie 103 fährt zudem halbstündlich die Strecke Bern Bahnhof - Lindenhofspital - P + R Neufeld. Dank der neuen Linie wird das Lindenhofspital im Viertelstundentakt erschlossen. Auch in der Region Meiringen bleibt nicht alles beim Alten: Gemäss Silvio Gely, Leiter Postauto Region Bern, werden Linien, die am Wochenende schlecht ausgelastet sind, am Samstag halbiert und am Sonntag ganz gestrichen. Dafür wird das Angebot unter der Woche ausgebaut.
Uneingeschränkte Fahrt
Es werden allerdings nicht nur neue S-Bahn- und Postauto-Linien eingeführt. Eine wichtige Neuerung bringt der Fahrplanwechsel den Nutzerinnen und Nutzern des Tarifverbunds Libero. Wie Andreas Willich von der BLS sagte, können Einzelbillette und Mehrfahrtenkarten während ihrer Geltungsdauer in der gewählten Zone für beliebig viele Fahrten verwendet werden.
Während in Fernverkehrszügen künftig keine Billette mehr verkauft werden, will die BLS auf drei Strecken an diesem System festhalten. Auf den anderen Linien werden allerdings keine Billette verkauft. Ein kleiner Wermutstropfen gibt es aber: Die BLS wird die Preise per 11. Dezember um 1,2 Prozent erhöhen.
Kapazitätsgrenzen erreicht
Das Geld war auch im Referat von Regierungsrätin Egger Thema: Damit sich der ÖV im Kanton auch künftig entwickeln könne, seien zusätzliche finanzielle Mittel dringend nötig. Denn heute seien die Kapazitätsgrenzen der Infrastruktur erreicht. Es müsse weiter ausgebaut werden, um die Pendlerströme künftig überhaupt bewältigen zu können. Bis im Jahr 2030 sei mit einer weiteren Zunahme der Passagierzahlen von mindestens 77 Prozent zu rechnen, so Egger. In naher Zukunft gelte es daher, verschiedene Engpässe zu beseitigen. So seien heute die Perrons in vielen Bahnhöfen - auch im Berner Bahnhof - noch nicht lang genug. Denn: «Mit dem Nachfragezuwachs werden die Züge nicht nur doppelstöckig, sondern auch länger.» Beim Bahnhof Bern sind die Perrons nicht nur zu kurz, es gibt laut Egger auch nicht genug. Oft stehen auf einem Gleis gleich zwei S-Bahn-Züge, das sei unbefriedigend. Als ungenügend bezeichnet Egger auch die Gleiskapazität bei der Zufahrt in den Bahnhof Bern. Es sei zudem dringend nötig, stark belastete Abschnitte auszubauen. «Gerade im Aaretal zwischen Gümligen und Münsingen braucht es zwingend ein drittes Gleis.»
All diese Vorhaben kosteten viel Geld. Die 3,5 Milliarden Franken, die der Bund für den Ausbau der Infrastruktur vorsieht, reiche für die Kantone nicht aus, so Egger. Beim Bund müsse man sich nun fragen, ob die Prioritäten nicht anders gesetzt werden müssten: «Die Frage stellt sich, ob die Beschaffung von Kampfjets vordringlicher ist als der Ausbau des öffentlichen Verkehrs.»
(Der Bund)
Erstellt: 11.11.2011, 10:47 Uhr
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1 Kommentar
Und die BLS ist dafür verantwortlich, dass viele Bahnreisende, welche über den Libero-Verbund hinaus reisen, kein Billett mehr kaufen können! (Dies sogar teils an Bahnhöfen, welche im Eigentum der SBB sind!) Die Automaten der BLS können nämlich nur eine beschränkte Auswahl anbieten! CityTickets, Snow'n Rail, Autosalson-Kombis usw. können nur an den SBB-Automaten oder am Schalter gekauft werden. Antworten
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