Bern

Der 1. Mai verspricht heiss zu werden

Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 30.04.2012

Der 1. Mai hat Konfliktpotenzial: Kundgebungen des Berner Gewerkschaftsbundes und von Linksautonomen sowie die Begegnung YB-FCZ finden gleichzeitig statt.

Der Tag der Arbeit in Bern: 2007 fand eine Kundgebung der UNIA auf dem Kornhausplatz statt.

Der Tag der Arbeit in Bern: 2007 fand eine Kundgebung der UNIA auf dem Kornhausplatz statt.
Bild: Beat Schweizer

Der erste Mai in Bern könnte heiss werden: Politische Kundgebungen sowie eine Begegnung zwischen den Berner Young Boys und dem FC Zürich stehen am Dienstagabend auf der Agenda.

Der Gewerkschaftsbund Bern wird den traditionellen 1.-Mai-Umzug durchführen. Um 16.30 Uhr will man von der Kramgasse auf den Bundesplatz ziehen, ab 17.15 Uhr soll dort unter anderen auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) eine Rede halten. Marc Heeb, Leiter der städtischen Gewerbepolizei, bestätigt, dass eine Bewilligung erteilt worden ist. Die Kantonspolizei habe grünes Licht gegeben.

Parallel dazu hat auch das Revolutionäre 1. Mai Bündnis Bern zur Kundgebung aufgerufen. Dies unter dem Motto «Luxus für alle, statt den Gürtel enger schnallen». Zur Demonstration will man sich am 1. Mai bereits um 16 Uhr in der Kramgasse besammeln. Eine separate unbewilligte Demonstration sei indes nicht geplant, wie das Bündnis in einer Nachricht vom Montag klarstellte. Während der vergangenen Woche führte das Bündnis in der Stadt Filmvorführungen und kapitalismuskritische Aktionen durch.

Kundgebungen separat halten

SP-Grossrätin und frisch gekürte Präsidentin des Gewerkschaftsbundes der Stadt Bern und Umgebung (GSB), Béatrice Stucki, distanziert sich auf Anfrage von allfälligen unbewilligten Kundgebungen. Man habe keine Kontakte zu Organisationen wie dem Revolutionären Block. Dieser suche den Austausch auch nicht. Besorgt ist sie nicht: Schon in vergangenen Jahren hätten Autonome zur gleichen Zeit demonstriert, und man sei aneinander vorbeigekommen. «Am 1. Mai werden wir uns wie in Vorjahren darum bemühen, die Kundgebungen separat zu halten.» Autonomen etwa einen Schutzschirm gegen die Polizei zu bieten, das könne nicht das Ziel sein, sagt Stucki. «Erfahrungsgemäss sind am ersten Mai viele ältere Leute mit dabei, die der Feier unter solchen Umständen wohl fernbleiben würden.»

Kantonspolizei ist «vorbereitet»

Am gleichen Abend steht eine weitere Veranstaltung mit Konfliktpotenzial an: Ab 19.45 Uhr messen sich die Fussballclubs YB und FCZ im Stade de Suisse. Begegnungen zwischen den beiden Clubs gelten als Hochrisikospiele.

Die Kantonspolizei lässt verlauten, sie sei auf den Tag vorbereitet. Man habe die verschiedenen Anlässe des 1. Mai auf dem Radar, behalte die Entwicklungen im Auge und werde die notwendigen Massnahmen treffen, heisst es auf Anfrage.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.04.2012, 16:43 Uhr

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