Bern

«Das ist das traurige, letzte Kapitel der Bar»

Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 26.10.2012

Tinu's Ok Bar hat nach über zwölf Jahren an der Lorrainestrasse ihre Türen geschlossen. Derzeit werden die Räumlichkeiten der Kult-Bar rückgebaut, und das Inventar über die Gasse verkauft.

1/3 Das letzte Kapitel der Ok Bar.
Bild: Matthias Ryffel

   

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Der knallgelbe Storen, das grüne Heinekenschild, die verdunkelten Scheiben – alles noch da. Als bemühte sie sich, in ihren letzten Tagen noch Haltung zu wahren, die Tinu's Ok Bar. Das Mobiliar, das sich an der Lorrainstrasse auf dem Gehsteig stapelt, erzählt eine andere Geschichte: «Alles muss raus, Liquidation», verkünden dort pinkfarbene Schilder.

Im Innern der Bar ist kein Stein mehr auf dem andern, in der Deckenverkleidung klaffen Löcher, der Ventilatorpropeller lehnt an einer Wand. Ein Handwerker aus dem Quartier zerrt eine Holzlatte von der Decke. «Das ist das traurige, letzte Kapitel der Bar», sagt er. Den Amici-Kaffee hier habe er besonders geschätzt.

Ein Kulturraum soll entstehen

Letzten Samstag hat die Ok Bar ihr letztes Fest gefeiert, jetzt lässt Betreiber Martin Bähler rückbauen. Bis zum Monatsende müssten die Räumlichkeiten wieder im Originalzustand sein, aber Tinu und andere Helfer liegen mit Grippe im Bett, so berichten Anwesende. Auch die Liegenschaftsbesitzer sind vor Ort, sie zeigen Verständnis und wollen bis zum Wochenende Aufschub gewähren.

Die Besitzer sind Künstler und werden hier neu ein Atelier einrichten. Beat Feller führt durch die Räumlichkeit, erzählt vom Parkettboden, dem er zum zweiten Frühling verhelfen will und von der Stützwand, in der eine schöne Säule stecke. «Für die Kultur wird es Platz haben», versichert er. Feller schwebt ein kleiner Ausstellungsraum für Künstler vor, Konzerte im kleinen Rahmen. «Interessierte können gerne reinschauen, wenn es soweit ist.» Das dürfte allerdings noch bis im Frühling dauern, sagt er.

Ein Mann tritt durch die Tür, grüsst in die Runde und lässt ein Paar Franken auf dem Tisch liegen. «I ha es paar Tassli gno.» Für den Rückbau muss Tinu selber aufkommen, sagt dessen Vertraute in der Bar. «Die Liquidation ist da nur ein Tropfen auf den heissen Stein». Trotzdem: Wenn Tinu wieder auf den Beinen sei, werde man sich in der Stadt wohl nach etwas neuem umschauen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.10.2012, 15:33 Uhr

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