Bern
Das «Museum der Vitrinen» ist Vergangenheit
Das Alpine Museum nach dem Wasserschaden
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Das Alpine Museum in Bern hat sich rundum erneuert und buhlt nach halbjähriger Pause wieder um die Gunst des Publikums. Die Ausstellung «Berge versetzen» öffnet am Freitag ihre Tore – sie soll den Neubeginn der über hundertjährigen Institution einläuten.
Das Haus am Helvetiaplatz litt in den letzten Jahren unter schwindendem Publikumsinteresse. Nun ist das «Museum der Vitrinen» verschwunden, wie die Verantwortlichen am Donnerstag vor den Medien betonten. Neu gelte es ein «lebendiges Themenhaus» zu entdecken.
Die erste Ausstellung «Berge versetzen» ist bis zum 26. August zu sehen. Sie macht deutlich, wie sich das Museum künftig präsentieren will. Die Vitrinen sind abgeschafft, die Sammlung wird auf dem Fussboden präsentiert.
Über die Sammlung auf dem Steg
«Das Alpine Museum positioniert sich neu als lebendiges Themenhaus», wie die Verantwortlichen betonten. Die Ausstellungsmacher haben 1200 Objekte aus der Sammlung ausgelegt, aneinandergereiht, fein säuberlich sortiert und durchnummeriert.
Kletterhaken, Hüttenbücher, Expeditionskisten, Hirschgeweihe, Thermosflaschen, Gletscherabdeckungsfolie, Bergreliefs und Alpenluft aus der Spraydose sind unter vielem anderen zu sehen. Die Besucher werden 50 Zentimeter über Boden über einen Steg geführt, was neue Einblicke und Ansichten erlaubt.
«Für den geschärften Blick stehen zusätzlich Ferngläser zur Verfügung», merken die Ausstellungsmacher an, «und für vertiefende Informationen elf thematische Tourenguides.» Sie führen das Publikum mit einem besonderen Fokus an ausgewählte Objekte.
Das Museum will zudem vermehrt mit Künstlern zusammenarbeiten. Dafür gibt es den Ausstellungsraum «Biwak», der experimentellen Projekten Raum bietet. Als weitere Attraktion preisen die Verantwortlichen ihr Restaurant «las alps» an, das unabhängig vom Museum besucht werden kann und alpine Kost anbietet.
Verzögerter Neustart
Ursprünglich war die Wiedereröffnung des Hauses bereits Anfang März geplant. Doch ein Wasserleitungsbruch durchkreuzte die Pläne: Wegen der grossen Kälte Anfang Februar barst im Estrich des Gebäudes eine Leitung.
Das Wasser zerstörte in mehreren Stockwerken die frisch verlegten Böden, die deshalb demontiert und entsorgt werden mussten. Die Sammlung kam nicht zu Schaden. (bs/sda)
Erstellt: 29.03.2012, 13:50 Uhr
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