Bern

Das «Mubeeri» ist nicht, was es sein könnte

Von Mathias Zaugg. Aktualisiert am 19.09.2012 4 Kommentare

An einem abendlichen Diskussionsanlass zum Maulbeer-Bad am Berner Hirschengraben wurde einmal mehr über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Hallenbads gestritten.

Informationsabend zum drohenden Abriss des Hallenbad Mubeeri.

Informationsabend zum drohenden Abriss des Hallenbad Mubeeri.
Bild: Adrian Moser

Er könne am Feierabend jeweils nicht sicher sagen, ob das Bad am andern Tag geöffnet sein werde, sagte Paul Tanner gestern anlässlich einer Führung durch das Maulbeer-Bad am Berner Hirschengraben. Grund: Er hat als Anlagenchef des 1927 erbauten Hallenbads täglich mit der sichtbar veralteten Haustechnik zu kämpfen.

Aber nicht nur die Installationen sind in die Jahre gekommen, auch die Bausubstanz weist altersbedingte Schwächen auf. Deshalb gab der Gemeinderat letztes Jahr bekannt, er wolle das Bad im denkmalgeschützten Bau schliessen. Eine Sanierung koste um die 36 Millionen Franken und sei zu teuer.

Öffentliche Diskussion

Die Führung durch Paul Tanner war gestern Abend Teil einer öffentlichen Veranstaltung, die vom Architekturforum Bern in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe Bern des Schweizer Werkbundes organisiert wurde. Der Anlass fand unter dem Titel «Hallenbad Mubeeri vor dem Abriss?» statt. Als Gastredner geladen waren die Architektin Ursina Fausch, die derzeit das Hallenbad City in Zürich saniert, und Heinz Brunner, der Leiter Bad und Eis der Stadt St. Gallen, der die Pläne für die Sanierung des «Volksbads» St. Gallen vorstellte.

Die beiden gaben den rund 60 interessierten Besuchern einen Eindruck davon, wie es in einem sanierten «Mubeeri» dereinst aussehen könnte. Genau damit müsse man sich befassen, sagte der Berner Denkmalpfleger Jean-Daniel Gross in der angeregten Anschlussdiskussion: Das «Mubeeri» sei heute nicht das wertvolle Bad, das es sein könnte. Würde es nach Zürcher Vorbild saniert und teilweise wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, dann hätte das dunkle Bad zum Beispiel wieder ein Oberlicht, sagte er.

Forderung nach Transparenz

Am meisten zu reden gab die Kostenschätzung von 36 Millionen Franken. Gross: «Die Sanierung des Zürcher City-Bads kostet 41 Millionen, und das Bad ist zweieinhalb Mal so gross wie das ‹Mubeeri›». Der Berner Stadtrat Ueli Jaisli (SVP) vermutete hinter der vom Gemeinderat kommunizierten Zahl eine grundsätzliche ablehnende Haltung. Deshalb fordert er mehr Transparenz.

Peter Raaflaub von der Ortssektion Bern des Heimatschutzes stiess ins selbe Horn: «Es gibt noch immer keine Studie, die aufzeigt, was möglich ist und was nicht.» Matthias Haag, Chef der Berner Stadtbauten, betonte, dass der Gemeinderat eine solche Studie präsentieren werde – «allerdings kaum vor den Wahlen». (Der Bund)

Erstellt: 19.09.2012, 09:27 Uhr

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4 Kommentare

Jacqueline Gafner

19.09.2012, 12:44 Uhr
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Was die Studie ergeben wird, die der Gemeinderat - bezeichnenderweise erst nach den Wahlen! - präsentieren will, kann man sich heute schon an den Fingern abzählen. Er liess nie einen Zweifel daran, dass er null Interesse an der Sanierung des Bades hat, sondern mit Luxuswohnungen Cash machen will, nachdem er das Bad hat verlottern lassen. Wie war das doch gleich mit dem Spekulantentum in Bern? Antworten


Rudolph Walther

21.09.2012, 14:54 Uhr
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Ja, Zürich schlägt Nägel mit Köpfen und ist den Bernern immer einen Fussschritt voraus. Man kann ja auch ein gut erhaltenes Bad wie z'Mubeeri gezielt herunter wirtschaften indem man die Fachleute, die das Bad x-Jahre betreuten versetzt und Personal einstellen die von der Praxis Bäderbetriebe (Unterhalt) das Fachwissen nicht führen. Ich hoffe dass dieses Bad wieder seinem Namen gerecht wird. Antworten



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