Bern
Das Feuerwerk ist vorbei
Von Martin Erdmann. Aktualisiert am 02.08.2012 1 Kommentar
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Der Nachthimmel über Bern ist wohl nie so bunt wie am 1. August. Rund 30 Minuten schossen Raketen in die Höhe, zerfetzen die nächtliche Stille und hinterliessen farbige Spuren, die langsam auf die Hauptstadt niederrieselten. Es war nicht das Einzige was vom Himmel fiel. Pünktlich zum Feuerwerksstart setzte der Regen ein.
Das Wetter war aber nicht der Grund, weshalb Stadtratspräsidentin Ursula Marti zum Zusammenrücken aufforderte. In ihrer 1. August-Rede auf dem Münsterplatz thematisierte sie die Gräben zwischen Stadt und Land. «Landgegenden fühlen sich immer wieder zurückgesetzt gegenüber dem Zentrum», sagte sie. Die Stadt Bern fühle sich hingegen bei Entscheidungen im Grossen Rat allein gelassen und marginalisiert. Marti ist sich aber sicher: «Die Grenzen von Stadt und Land verwischen sich jedoch zunehmend.» Sie rief zur gegenseitigen Unterstützung auf.
Bundeshaus öffnete seine Türen
An einem anderen Ort ging es ausnahmsweise weniger politisch zu und her als sonst. Nämlich dort wo die Schweizer Politik zu Hause ist: Im Bundeshaus. Was in den Gängen des Bundeshauses passiert, bleibt oft im Verborgenen. Wer die schummrigen Ecken des Bundeshauses auf eigene Faust durchleuchten wollte, hatte am 1. August die Gelegenheit dazu. Denn das Gebäude öffnete zur Bundesfeier seine Türen für die Bevölkerung. Rund 4000 Personen sind gekommen.
Als passender Einstieg auf Schweizer Politik war zuerst Geduld gefragt. Denn der Ansturm auf die offenen Bundeshaustüren war gross. Wer rein wollte musste anstehen. Aber wieso hat dieses Gebäude eine solche Anziehungskraft? «Im Innern herrscht eine andächtige Atmosphäre. Das gefällt mir», sagt Kurt Zumstein, der extra aus Zofingen angereist ist.
Ein paar Meter vor ihm steht Margrit Zurfluh aus Uri mit ihrem achtjährigen Enkel. Sie hat viel mit ihm vor: «Ich finde es wichtig, dass Kinder schon früh lernen wie die Schweiz funktioniert.» Der Enkel teilt den Enthusiasmus seiner Grossmutter nur bedingt. «Ich bin schon gespannt wie es drinnen aussieht. Aber ich freue mich mehr auf das Feuerwerk.»
«Muss es so dunkel sein?»
Wenn das Anstehen und die Sicherheitskontrolle überstanden ist, dann warten die drei Eidgenossen. Die in Stein gemeisselten Männer in der Kuppelhalle scheinen gerade bei Touristen für Staunen zu sorgen. «Es sieht ziemlich imposant aus», sagt Jenny Higgins, die mit einer amerikanischen Reisegruppe unterwegs ist. Ein Kollege von ihr wundert sich über etwas ganz anderes. «Muss es hier drin so dunkel sein? Ich fühl mich wie in einem Geisterschloss.»
Im Nationalratssaal sieht es freundlicher aus. Die Menschen verweilen auf den Stühlen wo sonst die Nationalräte sitzen. Markus Theiler hat sich einen Stuhl in der drittvordersten Reihe ausgesucht. Eine beabsichtigte Platzwahl? «Nein. Wer sitzt den hier?». Es ist der Platz von Jaqueline Badran (SP). «Um Himmels willen», sagt Theiler und sucht sich eine neue Sitzgelegenheit.
Münsterplattform in Kinderhand
Während die Wolken über Bern immer dunkler wurden, hatten die Kinder auf der Münsterplattform ihre helle Freude. Denn das Berner 1. August-Konzept dachte auch an die Kleinen: Schminken, Lampions basteln, verschiedene Spiele und Märchen standen im Angebot. Den gebastelten Lampions stand noch ein grosser Auftritt bevor. Um 21 Uhr wurden sie von ihren Machern vom Bärenpark bis auf den Münsterplatz getragen.
Doch nicht nur Lampions liessen die 1. August-Nacht erhellen. Auf dem Bundesplatz entstand ein Lichtermeer. Je länger der Abend, desto mehr Lichter reihten sich aneinander. Das ganze diente einem guten Zweck: Der Erlös aus dem Lichterverkauf kam einem gemeinnützigen Verein zu gute. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.08.2012, 15:14 Uhr
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1 Kommentar
Die wenigsten haben das Feuerwerk gesehen sondern sind vom Gewitter geflüchtet. Die Organisatoren haben leider keinerlei Flexibilität gezeigt und es versäumt, das Feuerwerk etwas früher zu starten. Für mich ist unverständlich, dass nicht reagiert wurde, zumal die aufziehende Gewitterfront schon früh absehbar war.
So wurde das Steuergeld in den Regen gesetzt und niemand sah zu.
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