Bern

Das Feuerwerk ist vorbei

Von Martin Erdmann. Aktualisiert am 02.08.2012 1 Kommentar

Bern feierte die Schweiz. Es gab offene Türen im Bundeshaus, Lichter, Lampions und Musik.

1/25 Feuerwerk bei Regen.
Bild: Martin Erdmann

   

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von DerBund.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...


Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Werbung

Der Nachthimmel über Bern ist wohl nie so bunt wie am 1. August. Rund 30 Minuten schossen Raketen in die Höhe, zerfetzen die nächtliche Stille und hinterliessen farbige Spuren, die langsam auf die Hauptstadt niederrieselten. Es war nicht das Einzige was vom Himmel fiel. Pünktlich zum Feuerwerksstart setzte der Regen ein.

Das Wetter war aber nicht der Grund, weshalb Stadtratspräsidentin Ursula Marti zum Zusammenrücken aufforderte. In ihrer 1. August-Rede auf dem Münsterplatz thematisierte sie die Gräben zwischen Stadt und Land. «Landgegenden fühlen sich immer wieder zurückgesetzt gegenüber dem Zentrum», sagte sie. Die Stadt Bern fühle sich hingegen bei Entscheidungen im Grossen Rat allein gelassen und marginalisiert. Marti ist sich aber sicher: «Die Grenzen von Stadt und Land verwischen sich jedoch zunehmend.» Sie rief zur gegenseitigen Unterstützung auf.

Bundeshaus öffnete seine Türen

An einem anderen Ort ging es ausnahmsweise weniger politisch zu und her als sonst. Nämlich dort wo die Schweizer Politik zu Hause ist: Im Bundeshaus. Was in den Gängen des Bundeshauses passiert, bleibt oft im Verborgenen. Wer die schummrigen Ecken des Bundeshauses auf eigene Faust durchleuchten wollte, hatte am 1. August die Gelegenheit dazu. Denn das Gebäude öffnete zur Bundesfeier seine Türen für die Bevölkerung. Rund 4000 Personen sind gekommen.

Als passender Einstieg auf Schweizer Politik war zuerst Geduld gefragt. Denn der Ansturm auf die offenen Bundeshaustüren war gross. Wer rein wollte musste anstehen. Aber wieso hat dieses Gebäude eine solche Anziehungskraft? «Im Innern herrscht eine andächtige Atmosphäre. Das gefällt mir», sagt Kurt Zumstein, der extra aus Zofingen angereist ist.

Ein paar Meter vor ihm steht Margrit Zurfluh aus Uri mit ihrem achtjährigen Enkel. Sie hat viel mit ihm vor: «Ich finde es wichtig, dass Kinder schon früh lernen wie die Schweiz funktioniert.» Der Enkel teilt den Enthusiasmus seiner Grossmutter nur bedingt. «Ich bin schon gespannt wie es drinnen aussieht. Aber ich freue mich mehr auf das Feuerwerk.»

«Muss es so dunkel sein?»

Wenn das Anstehen und die Sicherheitskontrolle überstanden ist, dann warten die drei Eidgenossen. Die in Stein gemeisselten Männer in der Kuppelhalle scheinen gerade bei Touristen für Staunen zu sorgen. «Es sieht ziemlich imposant aus», sagt Jenny Higgins, die mit einer amerikanischen Reisegruppe unterwegs ist. Ein Kollege von ihr wundert sich über etwas ganz anderes. «Muss es hier drin so dunkel sein? Ich fühl mich wie in einem Geisterschloss.»

Im Nationalratssaal sieht es freundlicher aus. Die Menschen verweilen auf den Stühlen wo sonst die Nationalräte sitzen. Markus Theiler hat sich einen Stuhl in der drittvordersten Reihe ausgesucht. Eine beabsichtigte Platzwahl? «Nein. Wer sitzt den hier?». Es ist der Platz von Jaqueline Badran (SP). «Um Himmels willen», sagt Theiler und sucht sich eine neue Sitzgelegenheit.

Münsterplattform in Kinderhand

Während die Wolken über Bern immer dunkler wurden, hatten die Kinder auf der Münsterplattform ihre helle Freude. Denn das Berner 1. August-Konzept dachte auch an die Kleinen: Schminken, Lampions basteln, verschiedene Spiele und Märchen standen im Angebot. Den gebastelten Lampions stand noch ein grosser Auftritt bevor. Um 21 Uhr wurden sie von ihren Machern vom Bärenpark bis auf den Münsterplatz getragen.

Doch nicht nur Lampions liessen die 1. August-Nacht erhellen. Auf dem Bundesplatz entstand ein Lichtermeer. Je länger der Abend, desto mehr Lichter reihten sich aneinander. Das ganze diente einem guten Zweck: Der Erlös aus dem Lichterverkauf kam einem gemeinnützigen Verein zu gute. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.08.2012, 15:14 Uhr

1

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

1 Kommentar

Adrian Sch

02.08.2012, 14:17 Uhr
Melden

Die wenigsten haben das Feuerwerk gesehen sondern sind vom Gewitter geflüchtet. Die Organisatoren haben leider keinerlei Flexibilität gezeigt und es versäumt, das Feuerwerk etwas früher zu starten. Für mich ist unverständlich, dass nicht reagiert wurde, zumal die aufziehende Gewitterfront schon früh absehbar war.
So wurde das Steuergeld in den Regen gesetzt und niemand sah zu.
Antworten



Bern

Populär auf Facebook Privatsphäre

Verzeichnis- & Serviceportal

Marktplatz

Alles für Abonnenten und Abonnentinnen

Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".

Abopreise vergleichen

Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Online-Wettbewerb

Wir feiern - Sie profitieren. Einen Tag lang freie Fahrt ab CHF 25.- mit Bahn, Bus und Schiff im gesamten BLS-Gebiet.

DAS GELD und ich

Börsen auf Höchstständen: Wie weiter?

WERBEN SIE ONLINE

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie gerne.

Fernstudentin an der FFHS

Award für beeindruckende Weiterbildungsbiografie