Dampfzentrale ohne künstlerische Leitung
Aktualisiert am 09.02.2012 3 Kommentare
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Die Berner Dampfzentrale steht ab April ohne künstlerische Leitung da: Die beiden bisherigen Co-Leiter Christian Pauli und Roger Merguin treten im März ab, und der Trägerverein hat es bisher nicht geschafft, ihre Nachfolge zu regeln.
Der Vorstand hält aber am Grundsatzentscheid fest, dass künftig eine einzige Person die Geschicke des Hauses leiten und zugleich die Sparte Tanz führen soll. Das betonte Vorstandspräsidentin Nicola von Greyerz am Donnerstag vor den Medien. Der Job soll erneut ausgeschrieben werden, nachdem ein erster Anlauf zur Stellenbesetzung scheiterte.
Beharren auf dem Einzelchef-Modell
Bis die neue Führung installiert ist, dürfte das Jahr 2012 vorbei sein. Der Vorstand spricht deshalb von einem Übergangsjahr, das er zusammen mit dem 15-köpfigen Team bewältigen will. Auf die Einsetzung einer Interimsleitung wurde verzichtet.
Bislang wurde das Haus von zwei Co-Leitern geführt, die sich um die Sparten Tanz/Performance und Neue Musik kümmerten. Nachdem der Tanz-Leiter seine Kündigung eingereicht hatte, entschied sich der Vorstand für das Einzelchef-Modell. Der dadurch zurückgestufte Musik- Leiter kündigte danach auch.
Tanz in. Bern abgesagt
Vom Umbau hinter den Kulissen soll das Publikum nicht allzu viel merken. Die Saison 2012/13 sei ja längst vorgespurt, sagte von Greyerz. Wie gewohnt stehen insgesamt etwa 2,5 Millionen Franken an öffentlichen Geldern zur Verfügung. Der Grossteil stammt aus dem vom Volk genehmigten Leistungsvertrag mit der Stadt.
Das wohl bekannteste Angebot der Dampfzentrale fällt dieses Jahr allerdings aus: Das Festival «Tanz in. Bern» werde erst 2013 unter der neuen künstlerischen Leitung wieder stattfinden, sagte von Greyerz. Tanz-Fans sollen in diesem Herbst mit einer Veranstaltungsreihe an vier Wochenenden auf ihre Kosten kommen.
Findungskommission am Werk
Die Neubesetzung der künstlerischen Leitung soll von einer Findungskommission begleitet werden. Der Vorstand hofft auf mehr Glück im zweiten Anlauf. Die ursprünglich designierte Chefin hatte kurz nach ihrer Wahl entschieden, die Stelle nicht anzutreten.
Offiziell erfolgte der Verzicht aus «familiären Gründen». Der Vereinsvorstand beharrte am Donnerstag auf dieser Version und wies Medienberichte zurück, wonach die gewählte Frau vom Team abgelehnt worden sei und danach die Konsequenzen gezogen habe.
Externer Berater
Dass sich die Dampfzentrale in einer nicht unproblematischen Umbruchphase befindet, streitet der Vorstand aber nicht ab. Er hat deshalb einen externen Berater beigezogen, der eine «Organisationsanalyse» durchführen soll.
Klaus Rohrer will das ganze «System Dampfzentrale» auf Stärken und Schwächen untersuchen, wie er vor den Medien sagte. Was seine Beraterdienste kosten, wollte der Vorstand nicht verraten.
Sinkende Publikumszahlen
Die Dampfzentrale wurde – wie die Reitschule – im Jahr 1987 besetzt und zunächst jahrelang selbstverwaltet. Das bunte Programm soll zu den besten Zeiten um die 80'000 Besucher angezogen haben.
In den letzten Jahren kristallisierten sich die Schwerpunkte «Zeitgenössische Musik, zeitgenössischer Tanz und Performance» heraus. Das Programm fand in Insiderkreisen grosse Beachtung. Die Publikumszahlen gingen aber stark zurück. (bs/sda)
Erstellt: 09.02.2012, 15:45 Uhr
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