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Bern

Burger helfen Dampfzentrale aus der Patsche

Aktualisiert am 24.12.2011 1 Kommentar

Weil die Ernst-Göhner-Stiftung das Kulturlokal im nächsten Jahr nicht mehr unterstützt, springt die Burgergemeinde mit 50 000 Franken ein – eine «einmalige Ausnahme», wie sie betont.

Die Finanzierung der Dampfzentrale ist durch den Zustupf der Burger gesichert.

Die Finanzierung der Dampfzentrale ist durch den Zustupf der Burger gesichert.
Bild: Franziska Scheidegger (Archiv)

50'000 Franken – so viel kostet das Weihnachtsgeschenk, das die Burgergemeinde Bern der Dampfzentrale zukommen lässt. Dies deshalb, weil die Kulturinstitution in der Matte im nächsten Jahr «vor einer unerwarteten Finanzierungslücke» stehe, wie die Burgergemeinde gestern mitteilte. Eine Stiftung, die die Dampfzentrale seit drei Jahren alimentiert, werde 2012 eine vorübergehende «Pause» einlegen, teilt die Burgergemeinde mit. Und da der Betrag der Stiftung jeweils vollumfänglich ins Programm investiert worden sei, hätte der Ausfall «grosse Konsequenzen». Deshalb werde die Burgergemeinde die Dampfzentrale unterstützen, der es in den letzten drei Jahren gelungen sei, «sich als Berner Haus für zeitgenössischen Tanz und neue Musik zu etablieren».

Die Fundation, die Pause macht, heisst Ernst-Göhner-Stiftung und hat nach dem Ableben ihres Namensgebers, eines Zürcher Unternehmers, 1971 ihre Arbeit aufgenommen. Die Stiftung hat die Dampfzentrale in den letzten drei Jahren mit 60'000 Franken pro Jahr unterstützt – etwa zwei Drittel des Geldes wurden auf das Internationale Tanzfestival Tanz in. Bern verwendet, ein Drittel kam der Sparte Neue Musik zugute.

Keine unerwartete Lücke . . .

Von einem «unerwarteten» Einstellen der Unterstützung könne nicht die Rede sein, sagt Sonja Hägeli, die Leiterin des Bereichs Kultur bei der Stiftung. Der Vertrag sei im Jahr 2009 für drei Jahre abgeschlossen worden, was der gängigen Praxis der Stiftung entspreche. Weil man vielfältig tätig sein und möglichst viele Projekte unterstützen wolle, schliesse man in der Regel auf drei Jahre befristete Verträge ab. «Danach müssen sich die Veranstalter nach einer Anschlusslösung umsehen.» Nur in Ausnahmefällen würden länger dauernde Kontrakte unterschrieben. Dass nächstes Jahr keine Gelder fliessen werden, habe nichts mit der Performanz der Dampfzentrale zu tun, sagt Sonja Hägeli. Man sei «sehr zufrieden», wie das Geld verwendet worden sei. «Es ist für das ausgegeben worden, wofür es vorgesehen war.»

Nach einer Pause von «ein, zwei Jahren» werde man wieder Gespräche führen, sagt Sonja Hägeli. Es sei «durchaus denkbar», dass die Dampfzentrale ab 2013 wieder für drei Jahre unterstützt werde. Man halte sie für eine wichtige Institution in Bern und werde ihre Entwicklung im Auge behalten.

. . . aber eine «grosse Erleichterung»

Auch Christian Pauli, Co-Leiter der Dampfzentrale, relativiert den Eindruck, es sei zu einem unerwarteten Engpass gekommen. «Das ist die Formulierung der Burgergemeinde», sagt er. Die Leitung der Dampfzentrale sei an die Burgergemeinde getreten, nachdem man realisiert habe, dass man 2012 kein Geld mehr von der Stiftung erhalten werde – «im Rahmen des normalen Fundraising». Es sei dann «eine grosse Erleichterung» gewesen, als man vor drei Wochen erfahren habe, dass die Dampfzentrale «in Anerkennung unseres Profils» mit diesem stattlichen Betrag unterstützt werde.

Wäre die Burgergemeinde nicht eingesprungen, hätte dies den Betrieb nicht gefährdet, sagt Christian Pauli, aber «massgebliche Einschränkungen im Programm» mit sich gebracht. Mit dem Geld sei sowohl in der Sparte Neue Musik wie auch beim Tanz «ein elementarer Bestandteil» der Produktion bestritten worden. Im Bereich Neue Musik hätte etwa ein Drittel der geplanten Veranstaltungen abgesagt werden müssen, wäre die Burgergemeinde nicht eingesprungen, sagt Christian Pauli.

Zumindest für die Burgergemeinde sei die Lücke bei der Finanzierung des Dampfzentrale-Betriebs unerwartet gekommen, ist bei Burgergemeindeschreiber Andreas Kohli zu erfahren. Weil man die Dampfzentrale als «wichtigen Ort progressiver Kultur» ansehe, habe man sich entschieden, ausnahmsweise einer Institution unter die Arme zu greifen. Normalerweise unterstütze man eher bestimmte Projekte oder Anlässe. 50'000 Franken seien ein «ausserordentlich hoher Betrag», sagt Kohli – und betont, dabei handle es sich um eine «absolut einmalige Ausnahme».

Sollte die Stiftung 2013 nicht wieder unterstützend einsteigen, muss sich die Dampfzentrale wohl andernorts umsehen. (dam/sda)

Erstellt: 23.12.2011, 10:03 Uhr

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1 Kommentar

Bruno Feller

23.12.2011, 11:25 Uhr
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Ein herzliches Dankeschön an die Burger, dass sie die Dampfzentrale und ihr tolles Angebot unterstützen. Antworten



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