Bern

«Bist du ein Schwein?»

Von Martin Erdmann. Aktualisiert am 02.02.2013 11 Kommentare

Die Schweizer Fleischwirtschaft hat am Samstag zum Grillen auf dem Waisenhausplatz eingeladen. Eine Gruppe von Tierrechtlern demonstrierte dagegen.

1/8 Proviande hat auf dem Waisenhausplatz die diesjährige Grillsaison für eröffnet erklärt.
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Vielerorts wird gegrillt. Doch praktisch nirgends wird dagegen demonstriert. Nicht so am Samstag auf dem Waisenhausplatz. «Tier-im-Fokus» (TIF), eine Organisation, die sich für die Rechte der Tiere einsetzt, sorgte für Aufsehen. Als Metzger und Tiere verkleidet, verteilten sie Informationsmaterial an die Passanten.

Das Wintergrillfest wird bereits zum siebten Mal von Proviande, Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, organisiert. Doch wieso wird gerade gegen jenes Grillfest protestiert? «Das Fleischessen wird hier richtiggehend zelebriert», sagt TIF-Mediensprecher Tobias Sennhauser. Er sieht dahinter reine Geldmacherei. «Dadurch soll das Produkt Fleisch als etwas ganz normales verkauft und dadurch den Absatz gesteigert wird.»

Keine Bewilligung – keine Probleme

Proviande erklärt mit dem Wintergrillfest die diesjährige Grillsaison als eröffnet. Dazu wurden auf dem Waisenhausplatz eine Bühne und einige Zelte aufgestellt. Es spielten Bands, es wurden Märchen erzählt und natürlich gegrillt. In der Grösse dieses «Propagandanalasses der Fleischindustrie» sieht Sennhauser ein gutes Beispiel, um auf die Missverhältnisse zwischen Tierhaltung und Tierrecht aufmerksam zu machen. «Proviande kann locker einen Grossanlass auf die Beine stellen. Da ist es schwierig auf kritische Ansichten aufzuzeigen.»

Gerade deswegen verteilten die TIF-Aktivisten auf und um den Waisenhausplatz Karten, auf denen stand «Bist du ein Schwein?». Auf der Rückseite sind die unterschiedlichen Behandlungsweisen zwischen Mensch und Schwein aufgelistet. Schon letztes Jahr protestierte TIF gegen das Wintergrillfest. Die Protestaktion drohte jedoch schon nach fünf Minuten beendet zu werden: «Proviande hat die Polizei gerufen», sagt Sennhauser. Doch obwohl eine Bewilligung für die Aktion fehlte, konnte sie fortgesetzt werden. Der Trick dabei: «Wir verteilten uns, wie auch dieses Jahr in auf verschiedene Standorte.» Wenn dabei die Gruppe nicht mehr als drei Personen zählen, brauche es dafür keine Bewilligung, sagt Sennhauser. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.02.2013, 18:08 Uhr

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11 Kommentare

Cédric Grützner

02.02.2013, 19:32 Uhr
Melden 73 Empfehlung 23

Sehr schön! Endlich einmal wird darauf hingewiesen, dass für dein Stück Fleisch auch ein Tier sterben muss! Ist es wirklich noch nötig, massenhaft Tiere nur für ein kurzes Geschmackserlebnis zu quälen und zu töten. Könnten wir nicht darauf verzichten, und das Leid in der Welt ein wenig reduzieren. Wie möchtest du in Erinnerung behalten werden? Als Leidverursacher oder Leidverminderer? Antworten


Judith Raum

03.02.2013, 19:44 Uhr
Melden 16 Empfehlung 2

Schade, dass Sie sich zwar für die Geselligkeit und den Gaumenschmaus der Menschen interessieren, die Qualen der Tiere, die für die "Fleischproduktion" herhalten müssen aber ausblenden. Weshalb dürfen wir mit Lebewesen, die in ihrer Empfindungsfähigkeit dem Menschen sehr ähnlich sind (Schmerz, Angst, Freude, soziale Bedürfnisse etc.) so umgehen, wie wir es für Menschen niemals zulässig fänden? Antworten