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Bern

Berns Wirtschaftsförderer schmeisst den Bettel hin

Von Patricia Götti. Aktualisiert am 03.12.2010 2 Kommentare

Noch nicht einmal ein Jahr ist er im Amt, und schon hat er genug davon: Der 36-jährige Adrian Probst, Leiter des Stadtberner Wirtschaftsamts, hat per Ende März 2011 gekündigt.

Dieses Jahr erst hat er sein Amt angetreten: Adrian Probst.

Dieses Jahr erst hat er sein Amt angetreten: Adrian Probst.

Der Grund für die Kündigung: Mit dem «engen finanziellen Rahmen», der dem Wirtschaftsamt gesetzt sei, könne er die Ziele bei weitem nicht erreichen, die er sich zu Beginn seiner Tätigkeit gesteckt habe, sagt Probst. «Wirtschaftsförderung braucht eben gewisse Ressourcen.»

Er bedaure Probsts Abgang sehr, sagt Gemeinderat Reto Nause (CVP), in dessen Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie das Wirtschaftsamt angesiedelt ist. Probst habe sich als «junger, dynamischer Macher» in dem Amt stark engagiert. Gleichzeitig könne er Probst angesichts der finanziellen Engpässe im Wirtschaftsamt aber verstehen.

Anlass für Abschaffung des Amts?

«Keine Gedanken» mache er sich über die Zukunft des Wirschaftsamts, sagt Nause: «Wirtschaftsförderung abzuschaffen, wäre, wie den Ast abzusägen, auf dem man sitzt.» Das Wirtschaftsamt stand aber in den letzten Jahren unter Dauerbeschuss der Bürgerlichen.

Erst im September war ein SVP-Antrag in der Budgetdebatte auf dessen Abschaffung gescheitert. Die FDP habe diesen Antrag bloss nicht unterstützt, weil sie Probst als dem neuen Mann im Wirtschaftsamt eine Chance habe geben wollte, sagt FDP-Fraktionschef Bernhard Eicher dazu. «Er wurde nun aber völlig‹verheizt›.» Die FDP habe den Nutzen des Amts nie eingesehen, sagt FDP-Präsidentin Dolores Dana: «Wirtschaftsförderung muss vernetzt in der Region oder im Kanton betrieben werden.» Probsts Abgang gebe Anlass, zu prüfen, das Amt abzuschaffen zugunsten eines stärkeren Engagements der Stadt in der regionalen oder kantonalen Wirtschaftsförderung. Roland Jakob, Präsident der Fraktion SVP plus, schliesslich sagt, er bedaure es, dass Probst so schnell aufgegeben habe: «Warum hat er nicht den Kontakt zu uns Parteien gesucht und um mehr Geld geworben?» (Der Bund)

Erstellt: 03.12.2010, 08:41 Uhr

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2 Kommentare

samuel scherrer

03.12.2010, 10:07 Uhr
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Verständlich - ich möchte auch nicht im Kanton Bern als Wirtschaftsförderer tätig sein. Wo es nichts zu fördern gibt, braucht es auch keine Förderer. Höchstens Totengräber. Antworten


Bernard Berner

03.12.2010, 13:20 Uhr
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Frau Dana empfehle ich, mal einen Blick auf die WebSite der Wirtschaftsförderung Region Bern zu werfen (www .wirtschaftsraum.bern.ch). Da ist das Wirkungsgebiet des Wirtschaftsamts als Karte einzusehen und zudem sind alle 92 Gemeinden namentlich aufgeführt, für die Adrian Probst zuständig ist. Und anschliessend nochmals darüber zu reflektieren, ob das Amt regional genug ist. Antworten



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