Aus der Cinebar am Bollwerk wird ein Cinebad

Das Institut für aquatische Körperarbeit will im ehemaligen Kino Cinemastar für 1,7 Millionen Franken ein Gesundheitsbad mit Kinoleinwand einrichten.

Im ehemaligen Kino Cinemastar soll ein Gesundheitsbad mit Kinoleinwand entstehen.

Im ehemaligen Kino Cinemastar soll ein Gesundheitsbad mit Kinoleinwand entstehen. Bild: Adrian Moser

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Wo einst Kulturliebhaber verkehrten, werden künftig Erholungssuchende ein und aus gehen: Die Räumlichkeiten des seit längerer Zeit geschlossenen Kinos Cinemastar am Bollwerk sollen gemäss Publikation im «Anzeiger» in ein «Therapie- beziehungsweise Gesundheitsbad» umgenutzt werden. Gemäss Betriebskonzept bleibt die bestehende Kinoleinwand erhalten und dient als Projektionsfläche für Bilder oder Kinofilme. In Anlehnung an die ehemalige Cinebar neben dem Kino ist in den Unterlagen denn auch von einem «Cinebad» die Rede.

Bauherr ist das bisher in Schüpfen beheimatete Institut für aquatische Körperarbeit Schweiz. Es will am Bollwerk auch Büros und Kursräume betreiben. Gemäss Baugesuch sollen 1,7 Millionen Franken in den Umbau investiert werden. Die aquatische Körperarbeit umfasst das Wassershiatsu (Watsu) und das Wassertanzen (Wata). Die Behandlung durch Massage, Mobilisation und Bewegung in warmem Wasser «ermöglicht Erfahrungen in der schwerelosen Dreidimensionalität, die jenen aus der pränatalen Lebensphase ähneln», heisst es auf der Webpage des Instituts. Das Institut bemüht sich zurzeit um die Anerkennung der Schule und des Berufes «Komplementärtherapeut in aquatischer Körperarbeit».

Pool aus «edlem Chromnickelstahl»

Bei der Bauherrschaft will zurzeit niemand Stellung nehmen. Instituts-Inhaber Christian Rothenbühler verweist auf eine Medieninformation von nächster Woche. Liegenschaftsverwalter Herbert Mössinger von Mössinger Immobilien war gestern nicht erreichbar. Gemäss Betriebskonzept soll der Ausbau am Bollwerk «höchste Ansprüche an Materialien und Technik» erfüllen. «Der Pool ist in edlem Chromnickelstahl gehalten und der Boden mit erlesenen Platten verkleidet.»

Mit der Beleuchtung könne der Raum «in verschiedenste Stimmungen» getaucht werden. Für die Heizung ist die Verlegung einer Fernwärmeleitung vorgesehen. Das Bassinwasser soll mit der Abwärme der Lüftung erwärmt werden. Der Badebetrieb findet an 360 Tagen im Jahr statt. Er beginnt um 8 Uhr und dauert bis 23 Uhr.

Kino Kunstmuseum abgeblitzt

Trotz zentraler Lage stehen die Räumlichkeiten des einstigen Kinos Cinemastar seit zweieinhalb Jahren leer. Die Lage sei nicht optimal, sagte Liegenschaftsverwalter Mössinger einst gegenüber dem «Bund». Zudem sei es nicht einfach, eine neue Mieterschaft für einen Saal zu finden, dessen Foyer denkmalgeschützt sei.

Gegen den Traum eines Konzertsaals einer Gruppe junger Leute hatte sich die Eigentümerschaft quergelegt. Zwischenzeitlich soll es auch Pläne für Läden, Arztpraxen oder einen Hörsaal gegeben haben. Dabei war die Beibehaltung der Nutzung als Kino offenbar nicht ganz unrealistisch. «Wir haben uns fürs Lokal interessiert und hatten eine Projektidee mit zwei Vorführsälen», sagt Thomas Allenbach, Leiter des Kinos Kunstmuseum, auf Anfrage.

Das Kino Kunstmuseum ist seit längerer Zeit auf Raumsuche, da das Kunstmuseum den jetzigen Standort in absehbarer Zeit für die Erweiterung der Abteilung Gegenwartskunst benötigt. Laut Allenbach ist ein Umzug ans Bollwerk aber am Widerstand der Eigentümer gescheitert. «Der Umbau wäre für uns auch mit hohen Kosten verbunden gewesen», sagt Allenbach. (Der Bund)

(Erstellt: 07.07.2012, 09:48 Uhr)

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