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Bern

Aufgetischt: Hühnerherz vom Spiess gefällig?

Von Adrian Sulc. Aktualisiert am 02.08.2010 1 Kommentar

Ein neues Fähnlein weht auf der Stadtberner Gastrolandkarte. Es ist ein brasilianisches und steht im Kirchenfeldquartier, beim Tennisclub Sporting.

Die Rechnung, bitte

Karte und Preise: Salate (Fr. 7.– bis 18.–), Fleisch-Snacks (Fr. 8.– bis 17.–), Teigwaren und Risottos (nur mittags, Fr. 17.– bis 28.–), Fleisch vom Grill (Fr. 28.– bis 58.–).

Kundschaft: Mitglieder des Tennisclubs, Liebhaber brasilianischer Grilladen, Kirchenfeldbewohner und Kombinationen davon.

Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 23.30 Uhr.

Adresse: Brasil Grill, Kirchenfeldstr. 70, 3005 Bern, Tel. 031 351 03 03, www.brasilgrill.ch.

Stichworte

Besser als das Vorgängerrestaurant Auszeit will die Churrascaria Brasil Grill zum Club und zu dessen Mitgliedern passen. Denn die Junggastronomen mit «Gault Millau»-Ambitionen und das Tennispublikum konnten sich nicht anfreunden – und so trennte man sich Anfang Jahr. Nun wird im Clublokal, wo noch das dezente «Auszeit»-Mobiliar steht, statt Haute Cuisine gegrilltes Fleisch verschiedenster Art serviert.

Wer sich ob den Geräuschen, die Bälle und Schläger erzeugen, nicht stört, kann sich auf der Terrasse mit Blick auf die Tennisplätze niederlassen. Am Nebentisch diskutiert die Männerrunde in Tennis-Weiss lautstark über Höhepunkte vergangener Spiele – glücklicherweise nicht den ganzen Abend lang. Unnötig ergänzt auch ein laufendes Fernsehgerät im Lokal die Geräuschkulisse. Die brasilianische Kellnerin empfiehlt den Gästen, die auf Caipirinha und Mojito verzichten, brasilianische Fruchtsäfte, etwa den aus der Frucht des Cashewnussbaums gewonnenen Cajú (Fr. 6.–). Als Alternativen zum erfrischenden, aber nicht wirklich fruchtigen Saft böten sich auch brasilianisches Trauben-Fanta oder ein koffeinhaltiges Guaraná-Getränk an.

Ohne einen Versuch zu starten, den Gästen zum Essen einen Tropfen von der umfangreichen Weinkarte zu verkaufen, tischt die Kellnerin die Gerichte auf: einerseits Kibe, mit Zwiebeln und Minze verfeinerte frittierte Rindshackfleischbällchen (6 Stück Fr. 8.–), dazu grilliertes und gut gewürztes Gemüse (Fr. 8.–). Andererseits Feijão – ein deftiger Eintopf aus schwarzen Bohnen und Speck – und ein Gaucho-Spiess (zusammen Fr. 38.–). Letzteren bringt der Grillmeister persönlich vom Grill zum Tisch, stellt ihn senkrecht ab und schiebt mit einem grossen Messer die erste Hälfte der saftigen Fleischstücke auf den Teller: Rindsfilet, Schweinshals und Entrecôte, teilweise mit Speck umwickelt und von Zwiebeln und Peperoni flankiert. Mit der zweiten Hälfte des Spiesses verschwindet der Grillmeister vorübergehend wieder in die Küche.

Die Kellnerin mit dem brasilianischen Akzent «befiehlt» dem Gast noch, das Fleisch mit dem bereitstehenden fein gehackten Gemüse zu marinieren und wendet sich dann zwei anderen Gästen zu: Die beiden Herren haben sich für das Rodizio entschieden, eine Abfolge von zwölf Grillspiessen mit zwölf verschiedenen Fleischsorten, gekoppelt an ein Salat- und Beilagenbuffet (pauschal Fr. 48.–). Die karnivore Reise beginnt mit Wurst, geht in Poulet und Schwein über und bewegt sich schliesslich in Richtung Rind und Lamm. Als Höhepunkte winken warme Ananasstücke und Hühnerherzen. Ob die beiden Gäste schliesslich alle zwölf Spiesse leerten, war leider nicht eruierbar – es darf jedoch bezweifelt werden.

Die Rechnung, bitte

Karte und Preise: Salate (Fr. 7.– bis 18.–), Fleisch-Snacks (Fr. 8.– bis 17.–), Teigwaren und Risottos (nur mittags, Fr. 17.– bis 28.–), Fleisch vom Grill (Fr. 28.– bis 58.–).

Kundschaft: Mitglieder des Tennisclubs, Liebhaber brasilianischer Grilladen, Kirchenfeldbewohner und Kombinationen davon.

Öffnungszeiten: Täglich 9 bis 23.30 Uhr.

Adresse: Brasil Grill, Kirchenfeldstr. 70, 3005 Bern, Tel. 031 351 03 03, www.brasilgrill.ch.

Weitere Aufgetischt-Folgen auf www.aufgetischt.derbund.ch (Der Bund)

Erstellt: 02.08.2010, 15:12 Uhr

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1 Kommentar

Bernhard Berner

02.08.2010, 22:08 Uhr
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Die aufgetischten Gastro-Erlebnisberichte im Bund sind immer wieder der Lese wert - ein Kompliment an den Schreiber Adrian Sulc! Ein bisschen "Aber" muss dennoch sein: Die wortgewandten Ausflüge in die Gastrolandschaft Berns haben einen unangenehmen Beigeschmack, statt des Versuchs einer Wertung des Gesehenen und Genossenen riecht es unangenehm nach bezahlter Publicity im Redaktionsteil vom Bund. Antworten



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