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Bern

Aufgetischt: 1604 Kalorien, nach Norm produziert

Von Adrian Sulc. Aktualisiert am 10.01.2011 1 Kommentar

An den Hamburgerschnellimbissen scheiden sich seit jeher die kulinarischen Geister. Keine Ausnahme bildet da der Burger King an der Berner Neuengasse.

Die Rechnung, bitte

Karte: Klassisches Hamburger-Sortiment mit Vegi-Variante und Salaten.


Preise:
Sehr moderat – vor allem im Preis-Nährwert-Verhältnis.

Kundschaft: Vorwiegend 15- bis 25-Jährige.


Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 9 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag 9 bis 3 Uhr nachts, Sonntag 10 bis 24 Uhr. Adresse: Burger King, Genfergasse 4 (Ecke Neuengasse), 3011 Bern, Tel. 031 310 14 40.

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Darf man diesem Etablissement Restaurant sagen? Gegebenenfalls müsste die Ask-Force diese Frage beantworten – denn an den Hamburgerschnellimbissen scheiden sich seit jeher die kulinarischen Geister. Keine Ausnahme bildet da der Burger King an der Berner Neuengasse. Seit bald fünf Jahren beglückt wieder eine zweite US-Fastfood-Kette die Bundesstadt – mit dem Wendy’s-Ableger am Hirschengraben war dies bereits einmal der Fall.

An diesem Mittag ist das Lokal im Erdgeschoss bereits gut gefüllt, doch die Schlangen vor den Bestelltheken sind kürzer als in manchen Wochenendnächten, in welchen der Burger King Zufluchtsstätte für manch hungrigen Ausgänger ist. Mit grossen Lettern wird über den Köpfen der Angestellten für die «Whopper Club-Weeks» geworben. (Für uneingeweihte: Der Whopper ist für Burger King, was der Big Mac für McDonald’s ist.) In diesem Rahmen wird für Fr. 12.50 das Bourbon Whopper Menu angeboten. Das Aroma der amerikanischen Whiskey-Sorte Bourbon finde sich in der Hamburger-Sauce wieder, suggeriert die Werbung.

Der Bestellvorgang, vom Vokabular her halb englisch, halb schweizerdeutsch, wird durch die Frage der Kassiererin nach Ketchup und Käse zusätzlich kompliziert: Die Burger-King-Angestellten sind gehalten, den Kunden diese beiden Extras schmackhaft zu machen – um sie dann stillschweigend zusätzlich zu verrechnen.

Schliesslich steht die Bestellung auf dem blauen Plastiktablett zum Abtransport bereit. Erstaunlicherweise ist das Lokal im ersten Stock halb leer – auch jener Teil, der mehr oder weniger im Original belassen wurde und durchaus etwas vom Charme des 19. Jahrhunderts auszustrahlen vermag. Von der generischen Plastic-Lounge schreiten die Gäste unvermittelt in einen Raum mit Holzboden, Marmortischen, Kachelofen und Kronleuchter mit Stuckatur. Das konsumierende Publikum mit einem Durchschnittsalter von höchstens 20 Jahren scheint davon jedoch wenig beeindruckt.

Der Bourbon Whopper verursacht eine Geschmacksexplosion der zweifelhaften Art. Neben den Zutaten des – durchaus empfehlenswerten – Standard-Whoppers enthält der Hamburger auch zwei frittierte Zwiebelringe und besagte Sauce mit angeblichem Bourbon-Geschmack. Alles in allem kein stimmiges Bouquet. Doch auch bei dieser Kreation trifft die Volksweisheit zu, dass die Hamburger bei Burger King mehr nach gegrilltem Fleisch schmecken und jene von Konkurrent McDonald’s hingegen mehr nach einem Stoff, mit welchem der ganze Hamburger versehen wurde.

Die zum Bourbon Whopper Menu gelieferte Portion knuspriger Pommes frittes rundet den üppigen Hamburger gut ab. Die ebenfalls inbegriffenen 4 Deziliter Coca-Cola eignen sich zur Geschmacksneutralisation. Es folgt zum Dessert ein X-Cream Sundae Strawberry (Fr. 3.90), eine Softeis-Streusel-Kreation, welche dem McFlurry der gelben Konkurrenz auffällig ähnlich ist.

Das folgende Völlegefühl nimmt eher zu denn ab, als später auf www.burger-king.ch der Kalorienrechner konsultiert wird: Das eben verspeiste Mahl beinhaltet 1603,8 Kilokalorien – je nach Konsument die Hälfte bis zwei Drittel des Tagesbedarfs. Auch das Kleingedruckte in einem Prospekt für Burger-King-Produkte mit weniger Kalorien macht nur bedingt Appetit: «Variationen im Produktionsprozess (...) und kleine Differenzen im Produktzusammenbau können zu geringfügigen Abweichungen führen.» (Der Bund)

Erstellt: 10.01.2011, 07:52 Uhr

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1 Kommentar

Manuel C. Widmer

10.01.2011, 08:15 Uhr
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Kleine Anmerkung zum Artikel: Es gab in Bern schon mal einen Burger King - allerdings an der Spitalgasse 34, da wo heute das Nelson Pub zu finden ist. Damals sorgte ein Auto in der Wand und Hollywood-Bilder für 80er-Amerika-Glamour-Flaire... Aber da gab's auch nochd as Migrolino mit den feinen Ananas-Curry-Burgern... ;-) Antworten



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