Auch Jecklin schliesst: Nur noch drei CD-Läden in Bern
Von Patricia Götti. Aktualisiert am 25.11.2010 3 Kommentare
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«Musik ist Balsam für die Seele, und wir helfen Ihnen gerne, Ihren Tag zu verschönern», so heisst es einladend auf der Homepage des Musikhauses Jecklin in der Von-Werdt-Passage 8 in Bern. Nicht mehr lange kann man sich dort aber «den Tag verschönern» lassen: Jecklin schliesst auf Ende Jahr seine Tore. Dies bestätigt Marcus Forlin, Marketingleiter beim Mutterhaus Musik Hug, auf Anfrage. Er nennt als Grund für die drastische Massnahme den «stetigen Umsatzrückgang im Markt mit digitalen Tonträgern». Genaue Zahlen dazu will Forlin nicht nennen, nur so viel: «Die Branche schätzt den Umsatzverlust der letzten zehn Jahre auf etwa 66 Prozent.» Dies sei besonders dem Wachstum des Musikmarktes im Internet zuzuschreiben.
Nur noch drei CD-Läden in Bern
Aus dem Raum Bern zieht sich Jecklin definitiv zurück, wie Forlin sagt: «Ein Musikgeschäft ist auf die Passantenströme an einer zentralen Lage angewiesen – wo aber die Miete meistens zu hoch ist, um heute noch profitabel sein zu können.» Die Jecklin-Filiale in Bern sei innerhalb der Musik-Hug-Gruppe ein Sonderfall, da hier einzig CDs verkauft worden seien. Das Stammhaus an der Rämistrasse in Zürich etwa verkaufe in einem Geschäft gleich um die Ecke auch Instrumente und könne von diesem breiteren Sortiment profitieren. Bis Ladenschluss Ende Dezember wird der gesamte Bestand an CDs mit 20 Prozent Rabatt verkauft, Restbestände gelangen danach zu Jecklin in Zürich.
Damit wird es in der Stadt Bern immer schwieriger, eine CD in einem Fachgeschäft zu kaufen: Wegen der Krise im CD-Markt bleiben von den ursprünglich Dutzenden Läden nur noch drei übrig: Chop Records an der Amthausgasse und zwei CD-Geschäfte an der Spitalgasse, nämlich Krompholz und Roody Be Goode (primär auf Blues und Jazz spezialisiert). Er sehe das Ende von Jecklin in Bern mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sagt Serge Berthoud, Geschäftsführer von Chop Records auf Anfrage. Fürs langfristige Überleben seines eigenen Ladens sei es eine gute Nachricht. «Doch es ist traurig, dass in Bern schon wieder ein Fachgeschäft verschwindet.»
Zukunft unklar
Was mit den Räumlichkeiten im Parterre derVon-Werdt-Passage 8 geschieht, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Die Liegenschaft gehört der Immobiliengesellschaft Habas Swiss Investments AG, die sich in Zug durch einen Anwalt vertreten lässt – und weder per Telefon, noch per E-Mail, sondern nur per Brief zu erreichen ist. Im ersten Stock des Gebäudes ist die Buchhandlung Stauffacher eingemietet. Bisher konnten Kunden von dort aus direkt in den Jecklin gelangen. (Der Bund)
Erstellt: 25.11.2010, 06:58 Uhr
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3 Kommentare
Fuer mich ist ein CD Laden genug, der von Ruedi (Be Goode). Die freundliche Atmosphaere im Laden liebe ich, das Sortiment von Jazz / Blues & Rock ist super, nicht selten habe ich dort neues entdeckt, durch einen Tipp von Ruedi. Und einmal als ich gefragt hatte, was es neues gibt, was mir gefallen koennte, hat er ehrlich geantwortet: "Du eignetlch im Momaent nuet" ps: was ist mit City Disc? Antworten
Schade eigentlich, Ich wurde im Jaecklin immer gut bedient und habe die gemütliche Atmosphäre sehr geschätzt. Es gab viel Musik auch abseits des Mainstream. Ich hoffe, dass zumindest Ruedi (Be Goode) weiterhin durchhält. Gerade seine Tipps machen das Salz in der Suppe seines Ladens aus. Oft schon wurde ich vom Sound auf der Gasse verführt und mit einem "Hey, was läuft da gerade?" hineingelockt. Antworten
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